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Thannhausen

17.05.2018

Ein besonderer Altar für Fronleichnam in Thannhausen

Elmar Fiederer (links) und der Heimatvereinsvorsitzender Manfred Göttner mit dem Emmaus-Ölgemälde von Kunstmaler Konrad Huber.
Bild: Heimatverein

Wie der Thannhauser Heimatverein die alte Tradition der Färberfamilien Egger bewahrt und dabei der bekannte Kunstmaler Konrad Huber in den Mittelpunkt rückt.

Im Westen Thannhausens, an der Mindel, hatte wohl schon seit langer Zeit ein Fronleichnamsaltar seinen Platz. Als der Färber Franz Joseph Egger um 1806 sein neues Haus mit Werkstatt an der Mindel baute (heute noch „Färberhaus“) und dafür das Haus des „Bruckbäcks“, seines Schwiegervaters Bernhard Kleber und dessen Frau Elisabeth, abriss, hat er vielleicht auch das Privileg übernommen, den Fronleichnamsaltar dort weiter aufstellen zu dürfen.

Aus dieser Zeit ist noch das zentrale Bild erhalten, das einen Engel mit einem Spruchband darstellt, auf Holz gemalt und in seinen Umrissen ausgeschnitten. Der Spruch lautet: „Hochgelobt sei das Allerheiligste Sakrament des Altares“.

Der dritte Färber, Karl Egger, gab um 1890 einen neuen Altar zur Aufstellung an seinem Haus in Auftrag. Dieser sechs Meter hohe Altar war in den letzten Jahren am Fronleichnamstag vor dem Heimatmuseum zu sehen. In der Mitte befand sich das Emmausbild von Kunstmaler Konrad Huber (1751 bis 1830, signiert Huber pinxit 1820), welcher auch die beiden Seitenaltarbilder in der Stadtpfarrkirche geschaffen hat. Färber Karl Egger war wohlhabend und ein dankbarer Gönner seiner Thannhauser Kirche.

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Das Aufstellen des Fronleichnamsaltares war eine aufwendige Arbeit, die mit den Nachbarn gemeinsam gemacht wurde. Leuchter, Tücher, Blumenschmuck, auch Topfpflanzen wurden gebracht und dann nach der Segnung von den Nachbarn wieder nach Hause genommen,- ebenso wie die Birkenreiser, die, zu Weihbuschen gebunden, daheim hinter das Kreuz gesteckt wurden.

Mit dem Abbau des Altars ließ man sich oft noch ein bisschen Zeit, die die Kinder nutzten, um vor dem Altar „Heilige Messe nachzuspielen“, schreibt der Thannhauser Heimatvereinsvorsitzende Manfred Göttner in einer Mitteilung des Vereins. Mitte der 50er-Jahre versiegte die Begeisterung für den Fronleichnamsaltar. Er wurde im Färberhaus eingelagert. Als Ersatz wurde dann ein einfacher Altartisch vor der Stadtpfarrkirche aufgestellt. Ende der 80er Jahre wurde dann die Frage laut, ob es den alten Altar noch gebe. Ja es gab ihn noch. Familie Günter und Gretl Wittich, Mitglieder des Heimatvereins Thannhausen waren es, die von der Existenz des eingelagerten Fronleichnamsaltars Kenntnis erhielten. Sie waren intensiv bemüht um die Wiederaufstellung des in die Jahre gekommenen Altares.

Viel Arbeit und handwerkliches Geschick wurden von Günter Wittich aufgewendet, um dem mehrteiligen Altar nach 30 Jahren Lagerung wieder Standfestigkeit zu geben. Die Kosten für die Beschaffung fehlender Teile und die Erneuerung der farblichen Fassung wurden vom Nachfahren der Färber Elmar Fiederer übernommen. „In diesem Jahr freuen wir uns, dass den Fronleichnamsaltar eine gelungene Kopie des Originalbildes von Konrad Huber ziert, dank einer Spende von Elmar Fiederer – und somit das ursprüngliche Aussehen des Altars wieder gewahrt bleibt. Das Originalbild gehört ins Färberhaus und kann der Witterung nicht mehr ausgesetzt werden“, schreibt Göttner abschließend. (zg)

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