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Landkreis

28.05.2015

Ein klappernder Rekord

Storchenrekord im Landkreis Günzburg: Heuer gibt es 21 Brutpaare. Unser Bild zeigt einen Storch bei Balzhausen.
Bild: Monika Leopold-Miller

21 Storchenpaare werden heuer im Kreis gezählt. So viele wie noch nie

„Auf unsrer Wiese gehet was, watet durch die Sümpfe. Es hat ein schwarzweiß Röcklein an und trägt rote Strümpfe. Fängt die Frösche, schnapp, schnapp, schnapp. Klappert lustig, klapperdiklapp. Wer kann das erraten?“ Die Lösung lautet: der Storch.

Das Lied von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 bis 1874) ist vielleicht noch so manchem geläufig. Es beschreibt auf plastische Weise die Faszination, die Störche auf Menschen ausüben. Im Landkreis Günzburg haben sich heuer 21 Storchenpaare niedergelassen. „Das ist absoluter Rekord“, freut sich Ottmar Frimmel von der Unteren Naturschutzbehörde am Günzburger Landratsamt. „Der Storch ist im Aufwind“. Und bei mehreren Storchenpaaren wurden auch schon Junge gesichtet.

Doch mit Zahlen der Jungvögel ist Frimmel vorsichtig. Denn „abgerechnet wird erst im August“, sagt er. Ein plötzlicher Wettersturz könnte den Jungen gefährlich werden. Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Störche kontinuierlich zu. So kann man sich kaum mehr vorstellen, dass es 1990 bei uns keinen Storch mehr gab. Gründe dafür könnten damals unter anderem die Trockenlegung von Feuchtgebieten und die Umwandlung von Wiesen in Felder gewesen sein.

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Durch spezielle Storchenprogramme mit der Schaffung von Biotopen wurde der Lebensraum für die Störche wieder ausgeweitet. Und die Tiere nahmen das Angebot gerne an, wie es aussieht. „Probleme bereiten jedoch die vielen Maisflächen“, meint Hans Kohler aus Thannhausen. Er kümmert sich als Horstbetreuer um die Thannhauser Störche. Groß ist seine Freude darüber, dass sich in Thannhausen über den Horst auf der Kirche hinaus inzwischen ein zweites Storchenpaar auf einem stillgelegten Kamin der Firma Mühlschlegel niedergelassen hat. Der Kamin wurde mit einem Deckel abgedeckt. Darauf haben die Vögel ihr Nest gebaut.

Ob bereits Junge geschlüpft sind, könne man im Moment noch nicht einsehen, sagt Kohler. Den Winter über hat Kohler im Raum Thannhausen immer wieder drei oder vier Störche gesichtet. Sie waren öfters an der Grüngutannahmestelle Reili auf Futtersuche. Ob es die Thannhauser Störche waren, kann er jedoch nicht sagen. Im letzten Jahr musste der Storchenfreund einige verletzte Störche pflegen. Sie waren unter anderem verletzt auf der Bundesstraße Richtung Ursberg und in der Edelstetter Straße gefunden worden. Zwei hat er durchbekommen. Anschließend hat Kohler sie beringt und wieder in die Freiheit entlassen. Junge Störche im Nest werden laut Frimmel ansonsten nicht mehr beringt. Ihre Entwicklung soll ganz der Natur überlassen werden.

Ein Storch kann bis zu 35 Jahre alt werden – wenn er die Gefahren auf seinen Reisen in den Süden übersteht. Die Vögel sind sehr nützlich, so Frimmel, denn sie ernähren sich nicht nur von Fröschen, sondern von vielen anderen Kleintieren wie Mäusen, Regenwürmern, Insekten, Ratten, Fischen, Eidechsen und Schlangen.

Störche im Landkreis Günzburg

Im Landkreis Günzburg haben sich in diesem Jahr 21 Storchenpaare niedergelassen. Laut Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde des Günzburger Landratsamtes ist das ein neuer Rekord. In mehreren Nestern wurden schon Junge gesichtet.

Balzhausen: ein Paar

Burgau: zwei Paare

Burtenbach: ein Paar

Ichenhausen: ein Paar

Jettingen: ein Paar

Langenhaslach: ein Paar

Leipheim: ein Paar

Münsterhausen: ein Paar

Niederraunau: ein Paar

Offingen: ein Paar

Riedheim: ein Paar

Röfingen: ein Paar (neu)

Scheppach: zwei Paare

Thannhausen: zwei Paare

Unterknörigen: zwei Paare

Unterrohr: ein Paar

Ziemetshausen: ein Paar. (lmm)

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