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Maria Vesperbild

30.12.2017

Ein „nahtloser Übergang“ in Maria Vesperbild

Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp übernimmt in Regensburg die Leitung der fürstlichen Hofbibliothek. Unser Bild zeigt ihn mit Bildern des gleichnamigen Malers Wilhelm Imkamp (1906 bis 1990), die er über viele Jahre gesammelt hat.
Bild: Peter Bauer

Warum Wallfahrtsdirektor Wilhelm Imkamp seine Verabschiedung bewusst unspektakulär gestaltet und wie sich die Region aus seiner Sicht in 30 Jahren verändert hat.

Es waren fast 30 Jahre. 1988 wurde Prälat Dr. Wilhelm Imkamp als Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild eingeführt. Nun stehen der Wechsel und die Amtseinführung seines Nachfolgers, des Kaufbeurer Dekans Erwin Reichart, unmittelbar bevor. Im Interview mit unserer Zeitung erläutert Imkamp, warum er seine Verabschiedung bewusst unspektakulär gestaltet und wie sich die Region Mittelschwaben aus seiner Sicht in rund 30 Jahren verändert hat.

Der Umzug bei Ihnen ist etwas aufwendiger als in anderen Haushalten. Es sind ja allein etwa 900 laufende Meter Bücher, die von Maria Vesperbild nach Regensburg gebracht werden müssen. Wie geht es voran?

Imkamp: Es sind, wie sich jetzt herausgestellt hat, sogar 1150 laufende Meter. Aber der Umzug geht gut voran. Die Bücher im Keller und im ersten Stock sind schon abtransportiert, in wenigen Tagen dürfte auch der Rest verpackt sein. Aber wie es dann eben läuft. Ich benötige ein Buch – und merke, dass es gerade schon eingepackt ist. Doch das ist ein vorübergehender Zustand. Bewusst wird mir dabei jedoch, dass ich beim Einräumen der Bücher wohl vieles selbst übernehmen muss.

Dekan Erwin Reichart tritt zum Jahreswechsel Ihre Nachfolge an. Wie läuft der Übergang ab?

Imkamp: Erwin Reichart war bereits mehrfach hier, um sich mit seiner neuen Aufgabe vertraut zu machen. Er war 30 Jahre Pfarrer in Ebersbach, ich bewundere auch seinen Mut, jetzt diesen Schritt nach Maria Vesperbild zu gehen. Wichtig ist, dass es keine Sedisvakanz gibt und der Übergang nahtlos ist. Das zeigt auch, wie wichtig der Diözesanleitung die Wallfahrt in Maria Vesperbild ist.

Sie werden am Silvestertag, 31. Dezember verabschiedet. Sonntag, 10.15 Uhr, Pilgeramt. Das klingt fast „wie immer“. Wollten Sie keine Verabschiedung in einem größeren Rahmen?

Imkamp: Ich wollte das in der Tat weitgehend wie immer machen. Man soll sich nicht zu wichtig nehmen und die Lücke, die man hinterlässt, auch noch selbst vergrößern wollen. Aber dann hat mich der ehemalige bayerische Landwirtschaftsminister Josef Miller beiseitegenommen und mir dazu geraten, doch noch das Programm etwas zu erweitern, weil dies in Mittelschwaben so üblich ist. Das sah die Kirchenverwaltung auch so. Nun wird es nach dem Pilgeramt noch einen Empfang geben. Am Abend um 19 Uhr predige ich nochmals in der Jahresschlussmesse, ebenso an Neujahr. Die Amtseinführung von Geistlichem Rat Erwin Reichart durch Generalvikar Harald Heinrich findet dann am Sonntag, 7. Januar, um 10.15 Uhr statt.

Sie werden in Regensburg künftig die Leitung der fürstlichen Hofbibliothek übernehmen und planen, für Forschungsaufenthalte auch einmal für längere Zeit in Rom zu sein. Wie waren bislang die Reaktionen auf diese Veränderung?

Imkamp: Von Mitbrüdern gab es sehr positive Reaktionen. Denn in unmittelbarer Nähe gibt es drei Kapellen mit vier Altären, sodass ich täglich die heilige Messe zelebrieren kann.

Sie waren fast 30 Jahre Wallfahrtsdirektor in Maria Vesperbild und gelten als exzellenter Kenner der Region Mittelschwaben. Wie hat sich diese in 30 Jahren verändert?

Imkamp: Mittelschwaben hat einen großen Sprung nach vorn gemacht. Die Dynamik, die wir jetzt erleben, war vor 30 Jahren noch nicht da. Baulich hat sich vieles getan, denken Sie beispielsweise an die Entwicklungen in Ziemetshausen oder Krumbach. Einen großen Schub nach vorn gab es durch die Ansiedlung des Freizeitparks Legoland. Das war seinerzeit auch eine große politische Leistung. Ein Vergleich mit der Region Regensburg ist für mich schwierig, denn diese Region kenne ich bislang kaum.

Sind Sie manchmal an regionalen Befindlichkeiten Mittelschwabens auch, sagen wir, verzweifelt?

Imkamp: Nein, verzweifelt sicherlich nicht. Bei der Umgestaltung des Wallfahrtsortes hat sich die Zusammenarbeit mit den Behörden zunehmend gut entwickelt. Die moderne Kirchenplatzgestaltung war offenbar für einige gewöhnungsbedürftig, aber sehr wichtig für die Entwicklung der Wallfahrt.

Wird man Sie künftig noch öfter in Maria Vesperbild sehen?

Imkamp (lacht): Ich bin kein guter Autofahrer und das hat sich mit zunehmendem Alter verstärkt. Man muss sehen, wie sich das entwickelt.

Interview: Peter Bauer

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