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24.09.2010

Ein weiteres Zeugnis mittelschwäbischer Kunst

Das Abendmahl in Emmaus: Stadtrat und Kunstsammler Wilhelm Kielmann hat es im Internet entdeckt und gekauft. Jetzt kann es das Mittelschwäbische Heimatmuseum ausstellen. Foto: Heimatmuseum
Bild: Heimatmuseum

Krumbach Der Krumbacher Kunstfreund und Stadtrat Wilhelm Kielmann übergab dem Mittelschwäbischen Heimatmuseum Krumbach für die Präsentation in der Nazarenersammlung ein neu entdecktes Gemälde von Johann Baptist Dollenbacher (1815 - 1866) als Dauerleihgabe. Er steiß im Internet auf dieses Gemälde und konnte es noch am selben Tag beim anbietenden Antiquitätenhändler in der Region erwerben.

Das Bild stammt dessen Angaben zufolge aus Privatbesitz im südlichen Landkreis Günzburg und zeichnet sich durch einen hervorragenden Erhaltungszustand nicht nur der Malschicht, sondern auch des originalen Rahmens aus. Kielmann: "Es wäre zu schade gewesen, wenn dieses großartige Zeugnis mittelschwäbischer Kunst unserer Heimat verloren gegangen wäre. Es gehört hierher. Deshalb habe ich sofort zugeschlagen."

Dargestellt ist das "Abendmahl in Emmaus" nach Lukas 24, 13ff. Der Evangelist berichtet an dieser Stelle, wie Kleopas und ein weiterer Jünger am Ostersonntag von Jerusalem nach Emmaus gingen und auf dem Weg dem auferstandenen Jesus begegneten, ohne diesen zu erkennen. Jesus habe ihnen die Schrift ausgelegt, und erst später beim Brechen des Brotes haben sie Jesus erkannt und eilten zurück nach Jerusalem, um den anderen Jüngern zu berichten.

Johann Baptist Dollenbacher, von dem auch das große Altarbild der Krumbacher Stadtpfarrkirche St. Michael stammt, gehört zu den herausragenden Malern der Nazarener in Schwaben und ist in der Sammlung des Mittelschwäbischen Heimatmuseums durch insgesamt fünf weitere Gemälde vertreten. Zur Sammlung gehört auch ein Knabenporträt, das dem Künstler zugeschrieben werden kann. Das "Abendmahl in Emmaus" ist signiert und mit 1857 datiert. Dargestellt ist im Zentrum Jesus, der in der linken Hand ein Brot hält und es mit der rechten segnet. Eingerahmt ist er von den seitlich am Tisch sitzenden beiden Jüngern. Auf dem Tisch steht ein Kelch und ein Teller mit weiteren Broten. Ganz typisch ist die farbliche Gestaltung der Kleidung des Auferstandenen mit den Farben Rot und Blau, den Farben des Martyriums und des Himmels, wie wir sie häufig auch bei Mariendarstellungen finden.

Das 88 auf 70 Zentimeter große Gemälde wird zukünftig in der Dauerausstellung des Mittelschwäbischen Heimatmuseums im Nazarenersaal zu sehen sein. (zg)

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