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Krumbach

20.05.2019

Ein wichtiger Beitrag zur Energiewende in Mittelschwaben

Die Energiegenossenschaft PV-Park Niederraunau-Aletshausen wurde 2012 gegründet. Unser Bild zeigt von links Christian Mayerhörmann (Vorstand) und Technikspezialist Christoph Rittler.
Bild: Sammlung Energiegenossenschaft

Die Energiegenossenschaft PV-Park Niederraunau-Aletshausen hat sich seit 2012 kontinuierlich entwickelt. Welche Perspektiven die Vorstände sehen.

Klimaschutz? Wenn derzeit dieses Stichwort fällt, dann oft auch in Zusammenhang mit Bienenrettungsaktionen oder den Freitagsdemos von Schülern. Doch das Stichwort Energiewende ist vor allem mit der Atomkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 verknüpft. Nach Fukushima gab es auch in unserer Region in Sachen Energieversorgung ein massives Umdenken, in der Folgezeit entstanden zahlreiche Solarflächen. In dieser Zeit liegt der Ursprung der Energiegenosseschaft PV-Park Niederraunau-Aletshausen. Die Vorstände Uwe Köhler und Christian Mayerhörmann freuen sich, dass sich die Energiegenossenschaft seit dem Start 2012 kontinuierlich gut entwickelt hat. Die Ergebnisse seien stets über den Planzahlen gelegen. Die Mitglieder hätten neben einer Verzinsung für ihre Beteiligung in Höhe von fünf Prozent in den letzten beiden Jahren eine Dividende in Höhe von drei Prozent erhalten. Am Donnerstag, 23. Mai, findet um 19 Uhr in der Raiffeisenbank Schwaben Mitte in Krumbach eine Mitgliederversammlung statt. Die Vorstände möchten dann wieder eine Dividende in Höhe von drei Prozent für 2018 vorschlagen.

Energiewende und Solarfelder: Das war vor allem in den Jahren 2011/2012 ein regelrecht heiß diskutiertes Thema. Im September 2011 sprach sich bei einem Bürgerentscheid eine klare Mehrheit für den Bau eines Solarfeldes im Süden von Niederraunau aus.

Die Raiffeisenbank Krumbach (heute Raiba Schwaben Mitte) begann, sich in diesem Bereich intensiv zu engagieren, mit Bürgerbeteiligung nach dem klassischen Genossenschaftsprinzip. So entstand die Energiegenossenschaft PV-Park Niederraunau-Aletshausen, der mittlerweile exakt 200 Mitglieder angehören.

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Welche Entwicklungsperspektiven gibt es für die kommenden Jahre? Mit Blick auf die derzeit unübersichtliche Lage in Sachen Vorschriften und Subventionen strebt die Genossenschaft, wie Köhler und Mayerhörmann berichten, gegenwärtig nicht die Einrichtung neuer Anlagen an. Problematisch sei, dass man größere Flächen derzeit nur über sogenannte Bieterrunden vom Staat zugeteilt bekomme. „Erhält man eine Absage, bleiben die ganzen Kosten für die Projektplanung bei der Genossenschaft“, erläutern Köhler und Mayerhörmann. Ziel sei daher eine kontinuierliche Entwicklung für die bestehenden Anlagen im Bereich von Niederraunau und Aletshausen.

Solarfelder in Niederraunau und Aletshausen

Eine interessante Perspektive könne sich bieten, wenn neue Speichertechnologien weiterentwickelt werden. „Wenn sie die Schwelle der Rentabilität erreichen, könnte man bei PV-Anlagen die Stromversorgung vor Ort überdenken, weil dezentrale Anlagen zur Vermeidung von Hochspannungsleitungen noch gezielter eingesetzt werden könnten“, erklärt Uwe Köhler. Dies würde die Akzeptanz von PV-Anlagen in der Bevölkerung weiter erhöhen. Auf den Solarfeldern Niederraunau 1 und 2 sowie Aletshausen werden nach Auskunft von Mayerhörmann und Köhler auf einer Gesamtfläche von 10,3 Hektar im Schnitt 5,3 Millionen Kilowattstunden jährlich produziert. Wie die beiden Vorstände erläutern, würde ein Haushalt jährlich im Schnitt 3000 bis 5000 Kilowattstunden verbrauchen. Der Strom aus den Niederraunauer und Aletshauser Anlagen werde an die LEW und an BayWa.re geliefert.

Wie der Aufgabenverteilung aussieht

Vorstände und Aufsichtsräte sind bei der Energiegenossenschaft ehrenamtlich tätig. Mayerhörmann kümmert sich schwerpunktmäßig um den technischen Bereich, Köhler um den kaufmännischen Bereich. Beide berichten, dass es mitunter mit einem großen zeitlichen Aufwand verbunden sei, sich den sich laufend verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen anzupassen (beispielsweise beim Datenschutz). Für die Entwicklung der Solarflächen bei Niederraunau und Aletshausen sehen die beiden Vorstände weiterhin eine gute Perspektive.

Detailliert werden sie darüber am Donnerstag bei der Mitgliederversammlung berichten. Vorgesehen ist an diesem Abend auch ein Vortrag von Dr. Florian Samweber von den Augsburger Stadtwerken zum Thema Elektromobilität.

Die Energiegenossenschaft PV-Park Niederraunau-Aletshausen

Ursprünge:

Die Energiegenossenschaft wurde im Jahr 2012 ins Leben gerufen.

Standorte:

Zur Genossenschaft gehören die Solarfelder Niederraunau 1 (3,7 Hektar), Niederraunau 2 (4,5 Hektar) und Aletshausen (2,1 Hektar). Insgesamt sind es 10,3 Hektar.

Organisationsstruktur:

Vorstände und Aufsichtsräte sind ehrenamtlich tätig. Vorstände sind Uwe Köhler (vielen auch bekannt als Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Schwaben Mitte) und Christian Mayerhörmann. Aufsichtsratsvorsitzender ist der frühere Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Krumbach, Otto Wengenmayer. Weitere Aufsichtsräte sind Georg Duscher (Bürgermeister von Aletshausen) und Johann Geiger (Hohenraunau, Mitglied des Krumbacher Stadtrates).

Leistung:

Im Schnitt werden mit den Anlagen nach Auskunft von Köhler und Mayerhörmann 5,3 Millionen Kilowattstunden Strom produziert.

Struktur:

in Bayern Nach Auskunft von Uwe Köhler gibt es in Bayern derzeit 262 Energiegenossenschaften, die zu etwa 44 Prozent Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen. Die erste genossenschaftliche Energieversorgungsgesellschaft in Bayern wurde im Jahr 1910 in Unterfranken (Unterfränkische Überlandzentrale) ins Leben gerufen. Wie Uwe Köhler weiter im Gespräch erläutert, hätten auch solche Genossenschaften damals die Elektrifizierung auf dem Land mit ermöglicht. (pb)

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