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Thannhausen

11.07.2016

Ein „wunderschöner Freudentag“

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3 Bilder
Am Altar stehen (von links) Ludwig Gschwind, Hermann Drischberger, Franz Gleich (verdeckt), Andreas Schmid und, rechts neben der Osterkerze, Fritz Kahnert.

Am gestrigen Sonntag feierten Tausende den Neupriester Andreas Schmid im Mindelstadion bei der Primiz. Woran sich ein Priester messen lassen muss.

Nach nur 15 Jahren Pause konnte die Pfarrgemeinde Mariä Himmelfahrt von Thannhausen erneut Primiz feiern. Andreas Schmid ist der siebte Primiziant dieser Pfarrgemeinde aus den letzten 106 Jahren.

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Erwartungsgemäß wurde die Feier im Mindelstadion zu einem Großereignis, zumal sich auch der Himmel makellos blau zeigte. Mehrere Tausend Besucher waren aus Thannhausen, der näheren Umgebung und auch von weither gekommen, darunter viel Prominenz und Vertreter des öffentlichen Lebens. 26 Geistliche begleiteten Andreas Schmid zu dieser Feier an diesem, wie Stadtpfarrer Hermann Drischberger erklärte, „wunderschönen Freudentag“. Groß war bereits die Beteiligung an der Segnung des Primizkreuzes am elterlichen Anwesen an der Schreieggstraße. „Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt“, der Wahlspruch des Primizianten, zierte wohlgeschmückt den Eingang. Es sei ihm eine Freude, meinte der Neupriester, dass zu diesem Anlass sein Vater Walter Schmid die Banner zur Erinnerung an den denkwürdigen Tag an die Fahnen der örtlichen Vereine heften dürfe. Schließlich sei seine Familie den Vereinen so innig verbunden.

Alle Besucher bekamen an diesem Tag etwas mit auf den Weg. Es war nicht nur der Primizsegen, für den es sich lohne, wie der Volksmund sagt, ein Paar Schuhsohlen durchzulaufen. Es waren auch kleine Kreuze aus Terrakotta mit der Aufschrift „Primiz – 2016 – Thannhausen“. Ein prächtiger Festzug aus Fahnenabordnungen, Blasmusik, Ministranten, Geistlichen, Prominenten und Gläubigen zog von der Schreieggstraße durch die Stadt zum Stadion, während die Glocken festlich tönten. Primizprediger Fritz Kahnert, der vor 34 Jahren im Thannhauser Ortsteil Burg Primiz gefeiert hatte, sprach über die Frage „Wer ist mein Nächster?“ Er forderte die Priester auf, die Barmherzigkeit des Samariters zu praktizieren. Andreas Schmid bringe dafür beste Voraussetzungen mit: die Bereitschaft, auch schwierige Gespräche zu führen, großherzig zu teilen, bei den Kranken und Schwachen und in Not Geratenen zu verweilen. Kahnert erinnerte daran, dass zwar von einem Geistlichen heute auch Durchsetzungsfähigkeit, Managerqualitäten, Kenntnis der Gesetze und Umgang mit den Behörden verlangt seien. Aber eigentliche Aufgabe bleibe, „die Gemeinde in der Spur des Evangeliums zu halten“. Das sei ein hoher Anspruch und jeder Priester müsse sich daran messen lassen, ob er auch das vorlebe, was er predige. Dem Neupriester wünschte der Primizprediger, dass er stets die Kraft habe, zu handeln wie der barmherzige Samariter, dass er selber aber auch Hilfe bekomme, wenn er verletzt am Wege liege. Er wünschte ihm eine Pfarrgemeinde, die ihn nicht „verheize“, sondern im viel von der Liebe zurückgebe, die er spende. Zwei große Tribünen standen auf dem Rasen des Mindelstadions. Die eine war für die Kirchenmusik vorgesehen, für die Musikvereinigung Thannhausen unter der Leitung von Stefan Tarkövi und den Kirchenchor unter der Leitung von Robert Sittny. Auf der anderen zelebrierte Andreas Schmid den Primizgottesdienst.

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Drangvolle Enge auf der Zuschauertribüne des Stadions

Große Teile des Rasens waren bestuhlt worden und auf der überdachten Zuschauertribüne am Spielfeldrand herrschte drangvolle Enge. Bewundernswert gut hatte das Organisationsteam um Stadtpfarrer Drischberger und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Barbara Müller vorgearbeitet. Auch an die vielen Kleinigkeiten war gedacht worden, beispielsweise an Maßnahmen, um die Kommunionausgabe bei einem solchen Andrang reibungslos zu gestalten, an gelbweiße Sonnenschutzschirme für die Ministranten, an Sonnenschutz für ältere und behinderte Besucher. Und nicht zuletzt waren pausenlos Frauen aus der Pfarrgemeinde mit großen Körben unterwegs und teilten angesichts der hohen Temperaturen Wasser an die Menschen aus.

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