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28.04.2015

Einbrechern das Leben schwer machen

Kleines Werkzeug, große Wirkung: Einbruch mit dem Schraubenzieher.
Bild: Marc Hettich

Experte der Polizei gab Tipps in Krumbach

600 kg. Soviel Kraft entfaltet der Hebel, der entsteht, wenn man einen Schraubenzieher nur tief genug in eine Fensterfuge treibt. Das dauert nur wenige Augenblicke. Einmal seitlich, einmal unten – und schon ist das Fenster – und damit der Zugang zur Wohnung offen.

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Diesen Einblick in den Alltag professioneller Einbrecher konnten die Besucher eines Vortrags in der Raiffeisenbank Krumbach kürzlich gewinnen. Sicherheitsexperte Ralf Weber von der R+V Versicherung demonstrierte an einem Hebelstand mit zwei Fenstern, wie einfach es ist, ein gewöhnliches Fenster zu öffnen. Die Zuhörer konnten sich nach der Veranstaltung selbst davon überzeugen.

Kein Wunder also, dass die meisten Einbrecher über Fenster oder Terrassentüre Zugang in die Wohnungen ihrer Opfer erlangen. Das ging aus Statistiken hervor, die Ralph Müller von der Kriminalpolizei Memmingen in seinem Vortrag präsentierte. Bargeld und vor allem Schmuck seien begehrte Beute. Müllers Ausführungen brachten vor allem zwei Erkenntnisse hervor. Einbruchsopfer leiden häufig stärker unter psychischen Folgen als unter dem materiellen Verlust. Das Bewusstsein, dass ein Fremder in die eigene Intimsphäre eindringt, sei schwer zu verkraften. Es kam sogar vor, dass die Geschädigten ihr Haus verkauft haben, um endlich wieder ruhig schlafen zu können. Unerwartet ist der von den Tätern bevorzugte Tageszeitraum: Zwischen zwölf und 20 Uhr ereignen sich die meisten Einbrüche. Bei näherer Betrachtung leuchtet das durchaus ein – denn eine klirrende Glasscheibe erregt in der Betriebsamkeit des Tages weniger Aufsehen als in der Stille der Nacht.

Einbrechern das Leben schwer machen

Was kann der besorgte Bürger tun, um sich vor Diebstahl in den eigenen vier Wänden zu schützen? Laut dem Polizisten scheuen die Täter das Risiko. Es gilt also, das Einbruchshandwerk so schwierig wie möglich zu machen. Auch wenn Müller während seiner Ausführungen gelegentlich auf die sprichwörtliche Trägheit des Beamten hinwies, unterstellt man ihm als Polizisten eine gewisse sportliche Befähigung. Dennoch hat er im Selbstversuch bei der zuständigen Prüfstelle in Rosenheim sehr lange gebraucht, um ein sogenanntes RC2 Fenster aufzuhebeln. Ein derart aufgerüstetes Fenster mit Sicherheitsbeschlägen und einem akustischen Reflex macht einem potenziellen Einbrecher das Leben deutlich schwerer. Das gilt auch für die Sicherheitswacht: Die ehrenamtlichen Helfer der Polizei patrouillieren in Zweier-Gruppen nachts durch Krumbachs Straßen.

Roland Knöpfle von der Raiffeisenbank Krumbach schilderte die Möglichkeiten des Versicherungsschutzes in Hinblick auf einen Einbruch. Mit Ralph Müller kann unter Telefon 08331/100217 ein Beratungstermin vereinbart werden. Ein Zettel vor der Tür mit der Aufschrift „Bei mir ist nix zu holen“ und dem aktuellen Kontoauszug schreckt laut dem Kriminalhauptkommissar jedenfalls nicht ausreichend ab.

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