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Ausstellung

06.05.2020

Eine Krumbacher Kunstaktion als Zeichen gegen die Krise

Mit seiner neuen Ausstellung will der Krumbacher Maler und Galerist Sigurd Rakel ein Zeichen der Zuversicht setzen gegen die Corona-Krise.
Bild: Lindenmayr

Warum Maler Sigurd Rakel meint, die Kunst spende Zuversicht und Optimismus

„Zuversicht und Ästhetik gegen Corona-Angst und Depression“ lautet der Titel der neuen Ausstellung von Sigurd Rakel, die ab dem 10. Mai in der Galerie Rakel zu sehen sein wird. Ganz bewusst setzt der Maler diesen programmatischen Titel für seine neuen Arbeiten, denn die Kunst hat immer eine gesellschaftliche und politische Dimension, selbst wenn es gar nicht danach aussieht.

Tatsächlich könnte man meinen, Sigurd Rakel zöge sich in seiner aktuellen Schaffensphase ganz auf den sinnlichen Reiz, das Schöne und eine reine Ästhetik zurück. Seine neuen Arbeiten widmen sich – wie schon länger – ausschließlich Blüten und Blumen, ihrem Leuchten und ihrem natürlichen Drang, Ausdruck des prallen Lebens zu sein.

Rakels Malprozess scheint ein Schwelgen in Farben zu sein, einer reinen Ästhetik verpflichtet, die die Welt draußen lässt. Weltabgewandt wirkt diese Kunst, aber das täuscht. In den letzten Wochen habe er sich besonders intensiv auf seine künstlerische Produktion konzentrieren können, erklärt der Maler. Aber eben diese Konzentration, dieser Rückzug ins Atelier, um dort fern von den Ablenkungen eines normalen Alltags und den sozialen Kontakten malen zu können, das sei angeordnet gewesen, eine Folge von Corona.

Die aktuelle Situation ist allpräsent und durchaus ein starker Einflussfaktor für den Künstler. Das Virus, meint Sigurd Rakel, mache dem Menschen wieder verstärkt bewusst, dass er ein Teil der Natur sei und dass wir in der aktuellen Situation gut beraten seien, uns verstärkt der Natur zuzuwenden. Gleich dem Wissenschaftler, der die Natur immer besser verstehen und erklären möchte, habe auch der Künstler den Anspruch, immer weiter einzudringen in die Geheimnisse von Natur und Schöpfung. Wie der Wissenschaftler müsse der Maler sich lösen von der normalen Wahrnehmung, die in der Regel nur eine oberflächliche Erkenntnis zuließe. Sigurd Rakel hält die Abstraktion für das wirksamste künstlerische Mittel, das Sehen und das Denken zu schärfen. Abstraktion fordert eine Verdichtung, eine Reduktion auf das Wesentliche.

Sie erlaubt es, Denken, Erfahren und Fühlen zusammenzuführen, und lässt den Menschen gleichsam unmittelbar teilhaben an der Faszination und der Kraft der Schöpfung. Das setze pure Zuversicht frei.

In jungen Jahren habe er miterleben dürfen, wie der seinerzeit 90-jährige Pablo Picasso sein eigenes Kunstschaffen noch einmal revolutioniert habe. Das habe ihn damals ungemein beeindruckt, erklärt Sigurd Rakel.

Auch im Alter sich immer neue Möglichkeiten der Kunst zu erschließen, das sei auch sein Ziel. Er werde den Weg zu einer Kunst, die mehr und mehr vom Gegenständlichen abstrahiere, damit aber dem Gegenstand immer besser gerecht werde, konsequent weiterverfolgen. Die aktuelle Ausstellung demonstriere einen weiteren Schritt dieser Entwicklung.

Gemäß den geltenden Corona-Verordnungen verzichtet Sigurd Rakel auf eine Vernissage. Die Ausstellungsdauer ist ungewöhnlich lang, nämlich bis zum 30. August. Das ist dem Umstand geschuldet, dass immer nur ein paar wenige Besucher in die Galerie eingelassen werden, damit Abstand der Besucher zueinander zu gewährleisten ist. Geöffnet ist die Ausstellung jeweils am Mittwoch und am Sonntag von 15 bis 17 Uhr.

Das Bedürfnis nach Kunst, so meint Sigurd Rakel, werde durch die verordnete Zwangspause der Galerien und Museen wachsen. Man erkenne, wie lebenswichtig die Kunst sei, wie unentbehrlich für den Lebenssinn, unendlich mehr als Abwechslung und Amüsement.

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