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Ursberg/Starnberg

09.08.2020

Eine Starnberger Würdigung für den Ursberger Konrad Schreiegg

Der in Ursberg geborene Pfarrer Konrad Schreiegg bei seiner Primiz in seiner Heimatgemeinde, 1960. Das Lebenswerk von Konrad Schreiegg wurde nun in Starnberg gewürdigt.
Bild: Heidi Finger

Plus Warum nach dem aus Ursberg stammenden Geistlichen jetzt in Starnberg eine Straße benannt wurde und was Konrad Schreiegg mit Theo Waigel verbindet.

Er ist 1934 in Ursberg geboren - doch dann wurde Starnberg zum Lebensmittelpunkt von Pfarrer Konrad Schreiegg. Er kümmerte sich um Menschen am Rande der Gesellschaft. Aber da gab es auch so manche bemerkenswerte Begegnung mit Prominenten.

Schreiegg ging zusammen mit Theo Waigel aus Oberrohr in die Volksschule, studierte Philosophie und Theologie in München, empfing 1960 in Dillingen die Priesterweihe, war Benefiziat in Burgau, wurde 1973 Stadtpfarrer in Starnberg, blieb dies 33 Jahre, wurde Ehrenbürger, ging mit 72 Jahren in den Ruhestand und starb im April 2020 in Krumbach. Wessen Lebensdaten das sind? Es ist der Geistliche Rat Konrad Schreiegg, der immer mit seinem Heimatort und besonders dem Dominikus-Ringeisen-Werk verbunden blieb. Nach einer Herzattacke wollte er sich im Frühjahr im Heilbad Krumbad erholen, erlitt einen Rückfall, kam sofort in die Krumbacher Klinik, doch war der Tod nicht mehr aufzuhalten.

1960 feierte er seine Primiz in der Heimat

Konrad Schreiegg feierte im Jahre 1960 nach der Priesterweihe in Dillingen seine Primiz unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in seiner Heimatgemeinde. Die ersten Stationen seiner priesterlichen Tätigkeit waren: Kaplan in Dillingen und Penzberg, Benefiziat in Burgau und schließlich ab 1968 Stadtpfarrer in Höchstädt. Schon in dieser Zeit packte er die ihm anvertraute seelsorgerische Arbeit stets mit großem Schwung an und war ein beliebter Religionslehrer, der rasch Zugang zu den Jugendlichen und ihren Problemen fand. Bekannt wurde er darüber hinaus als Prediger, der es verstand, das jeweilige Thema auf den Punkt zu bringen. Die Folge war, dass er immer wieder zu unterschiedlichen christlichen Veranstaltungen als Referent eingeladen wurde.

Ein Geistlicher, der Philosophie und Theologie in besonderer Weise zu verbinden wusste: Konrad Schreiegg 2008 beim Männereinkehrtag in Waal.
Bild: Franz Barta

Vier Jahre blieb er in Höchstädt und entschied sich dann für die nicht leichte Aufgabe, Stadtpfarrer in Starnberg zu werden. Sein Vorgänger war nach nur zwei Jahren an dieser Herausforderung gescheitert. Ihm gelang es durch eine einfühlsame Seelsorge, die Stadtpfarrei in den folgenden nicht immer leichten Jahrzehnten zu betreuen und zu führen, wobei er sich auch als „wortgewaltiger Prediger“ einen Namen machte.

33 Jahre sollte er anschließend als Stadtpfarrer wirken. Seine besondere Sorge galt den am Rand der Gesellschaft Stehenden, aber ebenso wurde er zum Freund von „Größen“ aus Film, Funk, Fernsehen und Theater. Manches prominente Paar hat er getraut. Letztmals trat er ins Rampenlicht der Öffentlichkeit bei der Beerdigung des im Alter von 108 Jahren gestorbenen Entertainers Johannes Heesters.

2007 wurde er zum Starnberger Ehrenbürger ernannt

Starnberg selbst wusste diese erfolgreiche Tätigkeit für Stadt und Kirche zu würdigen und ernannte Konrad Schreiegg im Jahre 2007 zum Ehrenbürger. Die Begründung: „Für 30 Jahre seelsorgerische Tätigkeit in der Stadtpfarrei St. Maria Hilfe der Christen und den unermüdlichen Einsatz für das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Starnberg.“

Mit 72 Jahren trat Konrad Schreiegg im Jahre 2012 in den Ruhestand. Er blieb in Starnberg, das ihm zur zweiten Heimat geworden war. Die enge Verbindung zu seinem Heimatort, den Schwestern der St. Josefskongregation und dem Ringeisenwerk war ihm ein großes Anliegen.

Zeitlebens verband ihn auch eine innige Freundschaft mit seinem Schulkameraden Theo Waigel. Besonders deutlich wurde dies beim feierlichen Requiem in der Stadtpfarrkirche St. Maria und der anschließenden Beerdigung im Priestergrab bei St. Josef.

Nachruf von Dr. Theo Waigel

Dort war es Theo Waigel selbst, der in seinem Nachruf für ihn bedeutsame Erlebnisse dieser Jugendfreundschaft in Erinnerung brachte, auf dessen Bescheidenheit, Zurückhaltung und Friedfertigkeit verwies, der aber auch selbstbewusst seine geistigen Stärken einzusetzen wusste. Vor wenigen Tagen erfuhr die erfolgreiche Arbeit von Konrad Schreiegg in Starnberg erneut eine besondere Würdigung: Im neuen Baugebiet „Am Wiesengrund“ mit über 50 Reihenhausparzellen wird eine von vier Erschließungsstraßen seinen Namen tragen. Obwohl dem Stadtrat mehrere Vorschläge von Starnberger „Berühmtheiten“ zur Diskussion vorlagen, galt Konrad Schreiegg von Anfang an als „gesetzt“.

In der Sitzung am 21. Juli war dann klar: Einstimmig vertrat das Plenum die Meinung, Konrad Schreiegg habe diese Ehrung verdient.

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