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Thannhausen

24.11.2018

Eine neue Gedenktafel für Thannhauser Schriftsteller

Heimatvereinsvorsitzender Manfred Göttner (links) und Malermeister Anton Thoma mit der neuen Gedenktafel.
Bild: Sammlung Göttner

Zum 135. Todestag von Dr. Wilhelm Bauberger gedenkt der Thannhauser Heimatverein dem Arzt und Autor.

Am Marktplatz in Thannhausen stand zwischen dem Rentamt und der alten Engelwirtschaft das breite hochgiebelige Haus des Gerichtsarztes. Hier wurde Wilhelm Bauberger am 3. März 1809 geboren. Dessen Vater, Dr. Seraphin Bauberger, war Gerichtsphysikus für die Herrschaftsgebiete Thannhausen. Nach ihm wurde die zum Waldfriedhof führende Straße benannt.

Der junge Wilhelm, dessen Erziehung ganz im Bannkreis der Christoph-von-Schmidschen Ideenwelt stand, wollte wie sein Vater Arzt werden. Er kam nach Dillingen auf die Lateinschule, dann ins Gymnasium nach Augsburg. Zur Berufsausbildung studierte er an den Hochschulen Wien und München, als Arzt wirkte Dr. Bauberger in Höchstädt, Augsburg und Thannhausen. Der Heimat-Markt wurde ihm aber nicht zur Berufsstätte, sondern vor allem auch zum Musenort. Hier fühlte er sich ganz verwurzelt mit Volk und Boden. 1862 kaufte er ein Gelände am Schloßberg und schuf dort seinen idyllischen Dichtersitz. 1863 errichtete er sein Wohngebäude mit dem berühmten Bilderzimmer. Über 30 Bilder sind heute noch im Baubergerzimmer des Heimatmuseums zu bestaunen.

1873 erstellte er am Fuße des Berges einen Theatersaal, einen Holzbau mit etwa 500 Sitzplätzen, Rückenlogen, großer Theaterbühne und verdecktem Orchesterraum. Hier sprach er durch seine Schauspiele zum Volk. Die von ihm für die Bühne bearbeiteten Werke brachte er dort zur Aufführung – später auch in Augsburg. Kein geringerer als der bekannte Komponist, Domkapellmeister Kammerlander aus Augsburg schrieb hierzu die umrahmende Musik. Eine begeisterte Thannhauser Musiker- und Spielerschar, an ihrer Spitze Lehrer Schlecht, stellte sich in den Dienst der Sache. Für etliche Jahre war Thannhausen an Sommer-Sonntagsnachmittagen das Ziel all der vielen Theaterfreunde aus dem weiten Mittelschwaben.

An Schauspielen aus der Feder Baubergers wurden unter anderem aufgeführt „Die Beatushöhle“ (1874), ein Jahr darauf das Heimatspiel „Die Hexe vom Karrenberg“. Missgünstige Kreise, bei denen ein freies Wort verpönt war, untergruben das Unternehmen. 1877 wurde der Betrieb eingestellt. 1878 das Theater abgebrochen, zum großen Leidwesen weitester Volkskreise. Eine bittere Pille für Bauberger, dessen Erzählungen und Schriften beim Volk nach wie vor begeisterten Anklang und auch weiteste Verbreitung fanden. Trotz vieler Recherchen des Heimatvereinsvorsitzenden Manfred Göttner konnten bisher in den Archiven über diese beiden Gebäude keine Planunterlagen gefunden werden. Bauberger war auch als Menschen- und Seelenarzt höchst geachtet, stets mit Chaise samt rassigem Fuchsgespann bei den Kranken unterwegs.

Ein ärztlich verordnetes Süpplein

Und lag irgendwo im Markt ein Schwerkranker oder eine arme Wöchnerin, so kam bestimmt vom „Berg“ ein ärztlich verordnetes Süpplein, ein Fläschchen Wein oder sonst geeignete Speise ins Haus. Bauberger war als Volksschriftsteller ein würdiger Nachfolger des Christoph von Schmid, dabei ein ganzer Thannhauser. Am 8. Februar 1909 wurde unter großer Festlichkeit am Haus Nr. 2 (heute Baubergerhaus genannt) eine Gedenktafel enthüllt, welche die Inschrift trägt: „Hier stand das Geburtshaus des berühmten Schriftsteller Dr. Wilhelm Bauberger.

Und diese Gedenktafel, inzwischen in die Jahre gekommen und von der Schrift nicht mehr gut lesbar, hat das Ehrenmitglied des Heimatvereins Malermeister Anton Thoma in liebevoller Kleinarbeit wieder gut lesbar gemacht. Das Material stellte der Heimatverein zur Verfügung. (pm)

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