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Thannhausen

14.02.2015

Einer, der sich für die Menschen und die Natur einsetzt

Hans Kohler (links) wurde für seinen Einsatz für Flüchtlinge und die heimische Natur mit der Silberdistel ausgezeichnet. MN-Redaktionsleiter Peter Bauer überreichte die Auszeichnung im Gasthaus Bischof in Edelstetten.
Bild: Stefan Reinbold

Der Thannhauser Stadtrat Hans Kohler erhielt mit der Silberdistel die Auszeichnung unserer Zeitung für sein ehrenamtliches Engagement für Flüchtlinge und den Naturschutz

Es sind die menschlichen Schicksale, die Hans Kohler aus Thannhausen so berühren. Schicksale wie das der syrischen Familie, die auf ihrer Flucht getrennt wurde. Der Vater ist mit seinem Sohn mit einem Boot übers Mittelmeer vor dem gnadenlosen Bürgerkrieg in seinem Heimatland geflohen. Während die Mutter mit den jüngeren Geschwistern in Kairo auf der Straße gestrandet ist.

Kohler versucht seit Wochen, die Familie zusammenzubringen. Alle nötigen Unterlagen habe er bereits beisammen, sogar Paten, die die Kosten für die Überführung der Mutter mit ihren Kindern aus Ägypten übernehmen würden. Doch die deutsche Bürokratie verschleppt eine schnelle Hilfe. Wenn es darum geht, wie behäbig die Behörden den Fall bearbeiten, redet sich Kohler richtig in Rage. Sein Blick wird ernst und entschlossen. Seine Gesten sprechen eine deutliche Sprache: Kohler wird erst dann zufrieden sein, wenn sich die Angelegenheit in Wohlgefallen aufgelöst hat.

Kohler leistet eine stille, pragmatische Hilfe

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Für diese mitreißende Begeisterung und seinen unermüdlichen Einsatz für die Flüchtlinge im Landkreis hat unsere Zeitung Hans Kohler mit der Silberdistel ausgezeichnet. Eine Auszeichnung für besonderes ehrenamtliches Engagement.

Den Rahmen für die Verleihung bildete das CSU-Seniorenfrühstück im Gasthof Bischof in Edelstetten. Der Saal ist voll, die Sonnenstrahlen brechen sich durch das Fenster im Dampf der Weißwursttöpfe auf den Tischen.

Es habe ihm „wehgetan, zu sehen, wie arm die Menschen sind“, die das Thannhauser Flüchtlingsheim bezogen, zitierte Peter Bauer, Redaktionsleiter der Mittelschwäbischen Nachrichten, Hans Kohler. In einer Zeit, in der Menschen immer egoistischer nur auf sich achten, zeige Kohler „Mitgefühl, sich nicht gegen etwas, sondern für etwas einzusetzen“, betonte Bauer. In „doppeltem Einsatz für Natur und Menschen“ leiste Kohler, der auch als Naturschutzwächter ehrenamtlich tätig ist, eine stille, pragmatische Hilfe.

Egal ob es um gestrauchelte Störche oder entwurzelte Menschen gehe. „Wenn wir über Sie schreiben, haben die Geschichten meist ein Happy End“, sagte Bauer.

Für Kohler, der als Stadtrat und Vorsitzender der Seniorenunion noch weitere Ämter bekleidet, sei das Ehrenamt zum „Vollzeitjob“ geworden. „Ihr Leben steht für das Gute im Menschen“, sagt Bauer. Hans Kohlers Engagement stehe daher auch stellvertretend für die vielen anderen Ehrenamtlichen, die sich im Landkreis Günzburg und darüber hinaus um die Flüchtlinge kümmern und deren Hilfe Kohler koordiniere. Als Verfechter der guten Sache stößt Kohler nicht immer nur auf Verständnis und offene Türen.

Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz lobte deshalb Kohlers Hartnäckigkeit. „Der Hans ist ein Mann, der nervt und den Leuten auch einmal auf die Füße steigt. Aber in manchen Angelegenheiten muss man nerven, sonst kommt man nicht voran.“ Dass die Integration der Flüchtlinge in Thannhausen so gut funktioniere, sei sein großes Verdienst. Auch Monika Wiesmüller-Schwab gratulierte Kohler als stellvertretende Landrätin zu der Auszeichnung. Was Hans Kohler leiste, sei nicht selbstverständlich. „Unser Hans hat Herz“, sagte sie.

Kohler wehrte ab: „So viel Ehre habe ich gar nicht verdient. Ich sehe es als meine Aufgabe als Mensch an, Menschen in Not zu helfen.“

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