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Balzhausen

29.03.2015

Einfach nur Musik machen

Die Tanzband Rising Sun in den 1970er Jahren.
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Die Tanzband Rising Sun in den 1970er Jahren.
Bild: Sammlung Bolz

Vor mehr als 30 Jahren tourten fünf junge Männer als "Rising Sun" durch den Landkreis. Jetzt sind sie besser als je zuvor. Eine Geschichte über Leidenschaft, Krisen und Freundschaft.

Wenn die Band „Rising Sun“ am Ostersonntag im Stadel der Balzhauser Lenderstuben zum Tanz bittet, dann fühlt sich das für die fünf Musiker wie ein Heimspiel an. Vor 30 Jahren spielte die Rock’n’Roll-Tanzband regelmäßig im Adlersaal. Eigentlich stammen, Hans „Maische“ Maischberger, Richard „Ritsch“ Link, Josef „Joe“ Weiser, Reinhold Weber und Günther Bolz aus dem Landkreis Augsburg zu Hause waren sie aber vor allem auf den Bühnen im südlichen Landkreis Günzburg. „Die Städte waren nicht unser Gebiet. Wo die Tanzsäle waren, da sind wir hin“, sagt Keyboarder Bolz.

Bei einem Freundestreffen fanden die Musiker wieder zusammen

Besonders mit Balzhausen verbinden die fünf, inzwischen deutlich gereifteren Herren, gute Erinnerungen. Der Adlersaal war immer mit Vier- bis Fünfhundert Leuten voll. Jetzt, über dreißig Jahre nachdem sich die Gruppe getrennt hatte, fanden die Musiker bei einem Freundestreffen wieder zusammen, um erneut durch die Gegend zu touren und die alten Lieder und Klassiker aus den 1970er Jahren wieder aufleben zu lassen. Eine glorreiche Epoche der Musikgeschichte. Weiser ist überzeugt: „Kein Jahrzehnt war so kreativ wie die 60er und 70er“ .

Begonnen hat alles im Musikerheim in Dinkelscherben. Während einer der legendären „Zimperti-Partys“ trafen „ein paar Jungs“ aufeinander, erinnert sich Bolz, die einfach nur Tanzmusik machen wollten. Sie gründeten die Band „Skylight“. Allerdings ein ziemlich „lauer Versuch“, räumt Bolz ein. Um richtig Musik zu machen, brauchten die Jungs die passenden Musiker. Einer schleppte Joe Weiser an, der gut Gitarre spielen und singen konnte. Hinzu kam noch Bassist Richard Link. Reinhold Weber, heute Professor an der Hochschule Augsburg, trat als Sologitarrist an.

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Weiser: "Wir haben dieses Leben sehr genossen"

Bolz organisierte einen VW-Bully als Bandbus, den sie orange lackierten. Das treue Gefährt begleitete die Band während ihrer zahlreichen Auftritte. Über fünf Jahre hinweg spielte sie fast jedes Wochenende. Ihr Publikum erfreuten sie mit der damals aktuellen Tanzmusik. Creedence Clearwater Revival, Smokie, Santana aber auch Rockiges wie Deep Purple und Uriah Heep zählten zum Repertoire. Der Bus wurde während der Touren zum zweiten zu Hause für die Bandmitglieder. „Wir waren nicht die richtigen Rock’n'Roller, sondern einfach nur Musiker. Wir haben dieses Leben sehr genossen“, sagt Weiser heute. Geld war damals wie heute nicht wichtig. „Wir waren einfach coole Hunde“, sagt Bolz. Über die Stränge hätten sie aber nie geschlagen. „Drogen spielten nie eine Rolle“, versichert Weiser.

„Musikalisch sind wir heute viel besser als damals“, findet Bolz. Er und Bassist Link, hätten immer weiter Musik gemacht. Weiser hat zwischenzeitlich das Musizieren ganz aufgehört. Gegen Ende seiner Zeit bei „Rising Sun“ sei er total frustriert gewesen. Immer nur die zweite Gitarre zu spielen, habe ihm irgendwann keinen Spaß mehr gemacht. Irgendwann habe er sich dann aber wieder eine Akkustikgitarre gekauft und ganz von vorne begonnen. Als er sich die Fingerkuppen wund geübt hatte, schwenkte er wieder auf die leichter zu handhabende E-Gitarre um. Bolz freut sich, dass er die Truppe von früher wieder zusammentrommeln und zum Comeback bewegen konnte. „Es ist ein saugutes Gefühl“ auf der Bühne zu stehen, sagt er. „Ich kann mit der Musik Freude und Aggression ausdrücken, aber auch so spielen, dass die da unten zum heulen anfangen.“

Ihre „Kunden“ seien allerdings langsam in einem Alter, in dem sie nicht mehr so agil seien, meint Bolz. Die treuen Fans von früher kommen aber noch immer zu ihren Auftritten – „wenn sie nicht so weit fahren müssen“, sagt Bolz schmunzelnd.

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