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Ebershausen

28.01.2021

Entscheidung ist gefallen: Ebershausen baut den Kindergarten neu

Mit Mehrheit fasste der Gemeinderat Ebershausen den Beschluss, dass der Kindergarten St. Martin künftig in einem Neubau untergebracht und erweitert wird.
Foto: Werner Glogger

Plus Ebershausen will sich für die Zukunft aufstellen und entsprechende Angebote für einen Neubau einholen. Warum die Räte sich dazu entschlossen haben und was genau geplant ist.

Bereits in den letzten Sitzungen des Gemeinderates befassten sich die Gremiumsmitglieder mit dem Thema Kindergarten und bekannten sich einheitlich für den Erhalt des Kindergartens St. Martin und zu einer Etablierung einer Krippengruppe. Nun ist diesbezüglich eine Entscheidung gefallen.

Bürgermeister Harald Lenz und die Verwaltung in der VG Krumbach wurden beauftragt, die notwendigen Erweiterungsmöglichkeiten im Umgriff des Bereiches Alte Schule, Pfarrhof, Pfarrkirche und Kirchplatz im Rahmen eines Strukturkonzeptes begutachten zu lassen. Martin Büchele, vom gleichnamigen Architekturbüro in Krumbach, führte die Erstellung einer Rahmenplanung aus und berichtete in der ersten Sitzung im neuen Jahr über das Ergebnis seiner Recherchen nach eingehender Objektbesichtigung.

Grundsätzlich habe er über das Gesamtgelände einen guten Eindruck gewonnen, denn es ergibt städtebaulich ein ansprechendes Gesamtbild. Hinsichtlich der Kindergartenerweiterung ergäben sich zwei Varianten, die das Gesamtbild nicht beeinträchtigen würden: Ein Anbau an das bestehende Gebäude der Alten Schule im Westen auf dem gemeindeeigenen Grund oder alternativ ein vollständiger Neubau auf dem benachbarten Grundstück, das im Besitz der Kirchenpfründe ist. In diesem Fall wäre der Abbruch des Pfarrhauses nötig.

Ein Anbau für den Kindergarten würde Ebershausen rund 1,7 Millionen Euro kosten

Bestandteil seiner Planungen, die Architekt Büchele in einer Bildpräsentation vorstellte, bildeten die Untersuchungen über den Zustand der beide infrage kommenden Bestandsgebäude. So könnte im Falle Anbau das ehemalige Pfarrhaus, das 1954/1956 gebaut wurde, eventuell hergerichtet werden, was er jedoch nicht empfahl, nachdem Heizung, Elektro, Sanitär, Fenster erneuert und die Dacheindeckung ersetzt werden müsste. Zudem ist der Zugang nicht barrierefrei.

Die derzeitige Nutzung besteht aus einem Sitzungsraum der Kirchenverwaltung im Erdgeschoss. Mit dem Baujahr 1904 ist die ehemalige Schule wesentlich älter, lediglich der Anbau stammt aus dem Jahr 1962. Bedingt durch mehrere erfolgte Sanierungen bezeichnete Büchele den Allgemeinzustand als gut, wenngleich Sanitäranlagen einer Erneuerung bedürfen und Schäden im Anbau vorhanden sind. Genutzt wird das Gebäude im Erdgeschoss als Sitzungsraum der Gemeinde und einer Wohnung, im Obergeschoss sind Kindergarten mit Gruppenraum, Nebenraum, Mehrzweckraum und sanitäre Anlagen etabliert. Fasst man die Komponenten für Kindergarten, Kinderkrippe und Allgemeinräume für Kindertagesstätte zusammen, ergibt sich ein Grundflächenbedarf von 376 Quadratmeter, wovon allein das Raumprogramm der Regierung 251 Quadratmeter als Hauptnutzfläche beansprucht. Hinzu kommt eine Außenspielfläche von 370 Quadratmeter.

Diese Vorgaben könnten in einem eingeschossigen Anbau erfüllt werden, wobei nach Einbau eines neuen Treppenhauses im Altbau das Erdgeschoss als Wohnung, zusätzlich für die Mittagsbetreuung oder Jugendraum und im Obergeschoss Räume für die Kirchenstiftung, Bürgermeister und Gemeinde-Sitzungssaal genutzt werden könnte. Umfangreiche Sanierungs- und Umbaumaßnahmen im Altbau wären vorzunehmen, sodass Büchele bei der Variante „Anbau“ Gesamtkosten von rund 1,7 Millionen Euro ermittelte.

Kindergarten in Ebershausen: Ein Neubau hat mehrere Vorteile

Eine ganz andere Perspektive ergibt sich bei der Variante „Neubau“, denn in dem eingeschossigen Objekt fänden auf knapp 330 Quadratmeter ausschließlich alle Räumlichkeiten, die für Kindergarten und Krippe erforderlich sind, Platz. Außerdem ist die mindest erforderliche Außenspielfläche von 364 Quadratmeter vorhanden. „Die Vorteile eines Neubaus sind mehrfach“ sagte Büchele, „ein abgeschlossener Bereich für den Kindergartenbetrieb, Nutzung der alten Schule für Gemeinde, Kirchenverwaltung und Wohnung, Wegfall Unterhalt für das Pfarrhaus und die Kosten“. Den Herstellungsbetrag, ausschließlich für den Kindergarten gemäß Kostenrichtwert der Regierung, bezifferte Büchele auf rund 1,2 Millionen Euro, der auch förderungsfähig ist. Zur prozentualen Förderung konnte Büchele keine konkreten Zahlen nennen, denn ausschlaggebend sei die jeweilige Finanzkraft der Gemeinde. Zu dem „Grundbetrag“ kommen noch weitere nicht förderfähige Baukosten, sodass sich die Gesamtkosten auf rund 1,5 Millionen Euro belaufen. Bezüglich der Nutzung des Grundstücks, das wie erwähnt im Besitz der Pfarrpfründe ist, äußerte sich die Verwaltungsleiterin der Pfarreiengemeinschaft St. Michael, Iris Fleischer, dass anstatt eines Verkaufs in diesem Fall ein Erbbaurecht angewendet wird. Das heißt, am Besitztum des Grundstücks ändert sich nichts, aber die Gemeinde wird Eigentümer des Gebäudes. Anfallende Kosten werden sich laut Fleischer in Grenzen halten, da ja der Kirche eine Mitbenutzung der Alten Schule gewährt wird.

In der sachlich geführten Diskussion zeichnete sich schnell eine mehrheitliche Zustimmung für einen Neubau ab. Auch Bürgermeister Lenz favorisierte die Neubau- Variante und bekräftigte die bereits erwähnten Vorteile auch in Bezug auf die Förderung. „Wir wollen uns für die Zukunft aufstellen und durch attraktive Kinderbetreuung die Weichen für eine positive Zukunftsentwicklung der Gemeinde stellen“, ergänzte Lenz. Doch einige Räte fanden die Anbaulösung besser, wiesen auf Flächenverbrauch hin und fanden den eingeschossigen Bau ohne Keller nicht glücklich. Dafür sei der Platz zu schade und wäre für ein Bürgerhaus mit allen Einrichtungen besser geeignet.

Letztlich wurde mit dem Beschluss von sieben zu zwei Stimmen zugunsten eines Neubaus der Bürgermeister und die Verwaltung beauftragt, „mit der Kirche Gespräche zu führen, inwiefern eine Nutzung des Grundstücks möglich ist“. Ferner sollen bei weiteren Architekturbüros Angebote zu einem Neubau eingeholt werden.

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