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Krumbach

08.10.2016

Es geht um Bildung und Glauben

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3 Bilder
1986 wurde das Banner der KLB in Ursberg geweiht
Bild: Eduard Stegmann

Die Katholische Landvolkbewegung feiert am 22. Oktober mit einem Gottesdienst und einem Festabend. Wie alles begann und was daraus wurde.

Bildung und Glauben. Das umschreibt, worum es bei der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) geht. Da ist sich der Vorstand einig: Vorsitzende Claudia Stegmann, zweite Vorsitzende Irene Langer, Barbara Burkhard, Maria Heiß und Seelsorgerin Regina Weindl. Das ist so und das war so. Schon vor 50 Jahren. Denn so lange ist es her, dass im Dekanat Krumbach die Katholische Landvolkbewegung gegründet wurde. Und das soll nun auch gefeiert werden. Am 22. Oktober findet nach einem Gottesdienst ein Festabend statt, bei dem die Musik – es treten die Nordhangmannen aus dem Allgäu auf – und das „Miteinanderreden“ im Vordergrund stehen.

Wie es damals vor 50 Jahren war? Gründungsmitglied Eduard Stegmann aus Langenhaslach erinnert sich noch gut an diese Zeit und an die erste Versammlung am 11. Dezember 1966 in Oberrohr. Ein Ordner und ein Fotoalbum liegen vor ihm, doch die braucht er nicht zum Zurückblicken. Der heute 83-Jährige war als Jugendlicher zunächst in der Katholischen Landjugendgruppe. Er erzählt: „Das war damals eine ganz andere Zeit nach dem Krieg.“ Viele Jugendliche wollten sich politisch oder religiös engagieren. Unterstützt von der Diözese wurden so nach und nach in zahlreichen Orten Katholische Landjugendgruppen gegründet. Andere Möglichkeiten habe es damals für die jungen Leute kaum gegeben und entsprechend groß war der Zulauf. Die Jugendlichen wurden jedoch mit den Jahren erwachsen, wollten sich jedoch weiter engagieren.

Die Katholische Landvolkbewegung wurde deshalb im Dekanat gegründet, deren Vorsitzender Stegmann für 37 Jahre war. Geistlicher Rat war zunächst Pfarrer Alois Summer aus Neuburg. Ihm folgten Pfarrer Karl Fritz aus Neuburg, Pater Ulrich Keller von der Pfarrei Wiesenbach, später Krumbachs Stadtpfarrer Josef Baur und Gemeindereferentin Regina Weindl. Nach der langen Ära Stegmann ging der Vorstand im Jahr 2002 an „eine verjüngte Runde“.

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Zunächst habe die KLB vorwiegend Vorträge organisiert, erzählt Eduard Stegmann weiter. Oberried, Premach, Aichen sind in der Übersicht aus dem Jahr 1967 als Vortragsorte aufgelistet. Typisch für das Landvolk sei diese „Reise“ durch das Dekanat. Damit jeder die Möglichkeit habe, dabei zu sein.

„Das neue Gesicht der Ehe“, „Wenn unser Kind Nein sagt“ und „Wissende Kinder“, ein Vortrag, bei dem es um Aufklärung ging, waren die Themen einst. „Wie man sieht, waren wir schon damals fortschrittlich“, ist man sich in der Runde einig. Das ist den Mitgliedern wichtig. „Wir hinterfragen Dinge und betrachten uns als fortschrittlich“, sagt die Vorsitzende Claudia Stegmann. „Wir blicken über den Tellerrand“, bekräftigt Irene Langer. Und das zeige sich eben auch an den Themen, die aufgegriffen werden. Ökologie sei beispielsweise ein aktuelles Feld.

Zu den Vorträgen kam im Laufe der Jahre einiges dazu. Die ländlichen Sozialdienste der Dorfhelferinnen (1972) und Betriebshelfer (1976) haben ihren Ursprung in der KLB. Die Bäuerliche Familienberatung (BFB) der Diözese Augsburg hilft auch heute Familien in Notsituationen. Jährlich findet in den Pfarrgemeinden außerdem die Aktion Minibrot statt – an Erntedank werden Brote gegen Spenden verteilt, die gemeinnützigen Projekten auf der ganzen Welt zugutekommen. Hinzugekommen und geblieben sind auch die Reisen. Ein- oder auch mehrtägige Bildungsfahrten „mit spiritueller Komponente“, wie Regina Weindl erklärt. Die Gottesdienste unterwegs werden von den Teilnehmern geschätzt. „Auch die Seele wird versorgt,“ ergänzt Claudia Stegmann. Die KLB ist ein Verband „in der Kirche“. So ging es heuer etwa zu den Werken des Künstlers und Theologen Sieger Köder nach Ellwangen. Organisiert werden die Reisen von Bernhard Reiter und Herbert Meier. Nicht vergessen werden darf dabei die Nachtwallfahrt, die sich ursprünglich nur an Männer richtete und jedes Jahr großen Zuspruch fand. Mittlerweile sind auch die Frauen dabei.

Männer und Frauen – paritätisch sollte eigentlich auch der Vorstand der KLB besetzt sein. Momentan fehlen jedoch die Männer, die einen Posten besetzen können oder wollen. Deshalb ist der Vorstand rein weiblich. Dabei sind die Männer jedoch immer. Die komplette Familien gehört bei der KLB nämlich immer dazu. 190 Mitglieder hat die KLB momentan im Dekanat, die Familienmitglieder kommen noch dazu. „Damit haben wir die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt“, freut sich Seelsorgerin Regina Weindl.

Sehr landwirtschaftlich geprägt war die Landvolkgemeinschaft zu Gründungszeiten, weiß Eduard Stegmann. Oft habe man mit dem Bauernverband zusammengearbeitet. Und auch der Landfrauenchor habe zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen gestaltet. Die rein landwirtschaftliche Ausprägung hat sich geändert und schlägt sich auch im jeweiligen Angebot nieder. „Jeder hat sein Steckenpferd mitgebracht“, erzählt Regina Weindl. Entsprechend breit aufgestellt ist die Themenvielfalt heute. Um Lebensmittel als Konsumgüter, um Lebenszufriedenheit, Kinderlosigkeit, aber auch um den Tod geht es beispielsweise bei den Vorträgen.

Eduard Stegmann blättert doch noch durchs Fotoalbum. Gottesdienste, Veranstaltungen, immer wieder Dr. Theo Waigel, der auch zu den Gründungsmitgliedern zählte, die Bannerweihe 1986, sind nur einige Ausschnitte, die archiviert sind. Aber muss man denn nun katholisch sein, um bei der KLB mitzumachen? „Nein“, sind sich die Vorstandsmitglieder einig. „Wer mitmachen will, macht mit.“

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