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Ellzee

30.08.2017

Es läuft gut bei Borgers Süd

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Die beiden Produktionsmitarbeiterinnen Marianne Grund, Sabrina Macho mit Teilen eines Armaturenbrettes für einen Lastwagen. Die Auftragslage bei Borgers Süd ist gut, die Zahl der Beschäftigten wächst.
Bild: Robert Mutzel/Borgers Süd

Welches Umsatzziel der Automobilzulieferer anpeilt und wie sich die Zahl der Mitarbeiter entwickelt hat. Ein Großauftrag gibt Planungssicherheit.

„Familienbetrieb“ und „familiäre Atmosphäre“. Diese Stichworte nennt Josef Lutz im Gespräch immer wieder. Wer auf die Geschichte der Firma Borgers blickt, hat in der Tat den Eindruck, dass diese „familiäre Atmosphäre“ eine wesentliche Erklärung für den anhaltenden Erfolg des Automobilzulieferers ist. In turbulenten Zeiten (2009/2010) übernahm Borgers die insolventen Aksys-Werke in Ellzee und Krumbach, aus Aksys wurde Borgers Süd. Der Betrieb, einer der wichtigsten in der Region, hat sich seitdem beachtlich entwickelt. Geschäftsführer Josef Lutz ist zuversichtlich, dass im Jahr 2018 der Umsatz über 100 Millionen Euro liegen könnte. 2010 sei er noch bei 40 Millionen Euro gelegen.

Aufwärtsentwicklung hält nun schon satte sieben Jahre an

Viele Mitarbeiter sind bereits seit Jahrzehnten in den Betrieben in Ellzee und Krumbach beschäftigt. Sie haben in den Zeiten, als die Firma noch Faist und Aksys hieß, Höhen und Tiefen erlebt. Die Phase der kontinuierlichen Aufwärtsentwicklung hält nun schon satte sieben Jahre an. Und der 59-jährige Geschäftsführer Josef Lutz spricht von einer weiterhin guten Perspektive für Borgers Süd. Vom niederländischen Lkw-Hersteller DAF hat Borgers Süd einen Großauftrag (Herstellung von Lkw-Armaturenbretter) über mehrere Jahre erhalten. Lutz spricht von einem Volumen von etwa zehn Millionen Euro jährlich. „Das gibt uns Planungssicherheit über mehrere Jahre.“ Bei der Zahl der Mitarbeiter sei Borgers Süd „in Richtung 600“ unterwegs. Lutz nennt die aktuellen Zahlen. In Ellzee waren (Stand 31. Juli 2017) zuletzt 333 Mitarbeiter beschäftigt, im Standort Krumbach 261. Zum Vergleich: Im Dezember 2016 waren es in Ellzee 269 Mitarbeiter, in Krumbach 244. Die Aufwärtsentwicklung bei der Belegschaft zeigt auch ein Rückblick ins Jahr 2010: Damals waren es laut Lutz in beiden Werken insgesamt 257 Mitarbeiter.

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Die Geschichte der Firma Borgers ist auf ihre Weise ein besonderes Beispiel der deutschen Industriegeschichte. Die Firma mit Hauptsitz im westfälischen Bocholt wurde 1866 von Johann Borgers gegründet. Es war ein kleiner Handwerksbetrieb, der Watte fertigte. Seine Kunden waren Schneider und Polsterer. Das rasante Wachstum der Automobilindustrie wurde dann zu einem Glücksfall für Borgers, er lieferte unter anderem Watte für Sitzpolster. Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich Borgers zu einem wichtigen Automobilzulieferer, wenn es um Dämpfungen, Hutablagen oder Radlaufschalen geht. Vertreten ist die Firma laut Internetseite an „insgesamt 23 Standorten in Europa, China und den USA“. Das Unternehmen zählt inzwischen insgesamt über 7200 Mitarbeiter. Borgers ist nach wie vor ein Familienunternehmen. Seit 2006 leitet Werner Borgers das Unternehmen in der fünften Generation.

In die Firmenstruktur vor Ort wurde in jüngster Zeit umfassend investiert

2010 folgte der Sprung in den Süden der Republik, Borgers übernahm die ehemaligen Aksys-Werke in Krumbach und Ellzee. Damit befindet sich die Firma auch in räumlicher Nähe zu namhaften Automobilherstellen wie BMW, Audi, Daimler-Benz und Porsche. Von BMW habe es, so Lutz, kürzlich wieder einen „Großauftrag“ gegeben. Für die weitere geschäftliche Entwicklung von Borgers ist der Standort im Süden zweifellos ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Damit es beim Fahren leise ist, das ist nicht zuletzt den Produkten aus Krumbach und Ellzee zu verdanken. Dazu gehören unter anderem Unterbodenverkleidungen, Komponenten zur Dämmung des Motorengeräusches im Fahrzeuginneren, Lkw-Dachkonsolen für Fahrerkabinen, Armaturenbretter, Akustikteile für Traktoren oder Motorkapselungen für Lastwagen. Die Aufträge verteilen sich laut Geschäftsführer Lutz bei Borgers Süd zu etwa 60 Prozent auf den Bereich Nutzfahrzeuge und zu 40 Prozent auf den Sektor Pkw.

Borgers hat eine breite Produktpalette, liefert an viele namhafte Automobilunternehmen. Das gibt auch mit Blick auf künftige Entwicklungen im Automobilsektor wohl eine gewisse Sicherheit. Lutz geht davon aus, dass sich das Elektrofahrzeug langfristig durchsetzen wird, er sieht Borgers Süd auch mit Blick auf diese Entwicklung gut aufgestellt.

In die Firmenstruktur vor Ort wurde in jüngster Zeit umfassend investiert. In Krumbach wurde eine neue Produktionshalle errichtet. Die Baukosten hätten rund 400000 Euro betragen. Bereits vor einigen Jahren hat die Firma in Krumbach rund 15000 Quadratmeter Bahngelände gekauft. Auch hier zeige sich, so Lutz, das klare Bekenntnis von Borgers zur Region Mittelschwaben. Dank eines neuen Tors habe der Lkw-Verkehr in der Krumbacher Bahnhofstraße deutlich reduziert werden können. Eine neue Großpresse für Pkw-Kunststoffteile ist seit einem halben Jahr in Betrieb. Eine Investition in Höhe von einer „knappen Million“ Euro. In Ellzee wurde unter anderem ein neuer Platz zur Lagerung von Behältern, in denen die Borgers-Teile an die Kunden verschickt werden, eingerichtet. In Neuburg seien inzwischen auch externe Lagerbereiche angemietet worden.

Lutz lobt die gute Zusammenarbeit mit den Bürgermeistern Hubert Fischer (Krumbach) und Karl Schlosser (Ellzee). Auch das sei wichtige Voraussetzung für die weiterhin gute Entwicklung von Borgers Süd in der Region.

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