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Thannhausen

17.11.2016

Es wird eng im Kindergarten St. Vinzenz

Im Kindergarten St. Vinzenz in Thannhausen könnte es demnächst eng werden. Dort soll eine zusätzliche Krippengruppe untergebracht werden. Von einer baulichen Erweiterung nahm der Stadtrat jedoch Abstand. 
Bild: Stefan Reinbold

Eigentlich sollte der Kindergarten in Thannhausen erweitert werden. Doch dafür gibt es keine Förderung. Jetzt soll trotzdem eine zusätzliche Gruppe in dem Gebäude unterkommen.

Es war keine leichte Entscheidung, die der Thannhauser Stadtrat am Dienstagabend traf. Vorausgegangen war eine lange Diskussion, in der sich trotz zum Teil ganz unterschiedlicher Vorstellungen der Verzicht auf einen Erweiterungsbau beim Kindergarten St. Vinzenz herauskristallisierte. Noch im Juli hatten die Stadträte mit knapper Mehrheit beschlossen, einen Waldkindergarten einzurichten und St. Vinzenz auszubauen.

Förderung bei Anbau auf jeden Fall nötig

Stadtkämmerer Thomas Bihler betonte in der Sitzung am Dienstag, dass ein eventueller Anbau an den bestehenden Kindergarten ein Finanzvolumen erreiche, bei dem „auf jeden Fall eine Förderung nötig wäre“. Als die Stadt jedoch einen entsprechenden Förderantrag bei der Regierung von Schwaben einreichte, erhielt sie eine abschlägige Antwort. Für einen Erweiterungsbau gebe es keine Förderung, da die vorhandene Fläche in St. Vinzenz auch mit einer zusätzlichen Krippengruppe noch ausreichend sei. Theoretisch, so Bihler, könne eine weitere Gruppe untergebracht werden. Die sei allerdings nur durch Umschichtung des bestehenden Betriebs im Kindergarten möglich. Darüber hinaus würde es für eine derart verdichtete Betreuungssituation nur noch eine zeitlich befristete Betriebserlaubnis geben. Für einen neuen Kindergarten würde es jedoch eine Förderung geben. Allerdings laufe das bisherige Förderprogramm, bei dem es immerhin 9800 Euro pro Krippenplatz gibt, bis Jahresende aus. Es sei jedoch angedeutet worden, dass es danach ein neues Förderprogramm geben werde, mit dem nicht nur Krippenplätze bezuschusst werden, sondern auch Kindergartenplätze.

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Bürgermeister Georg Schwarz machte deutlich, dass er die Raumplanung der Regierung von Schwaben „so nicht teilen“ könne. In dem Entwurf sollte etwa eine Kindergartengruppe in einen Raum im ersten Stock verlegt werden. Der ist zwar mit rund 50 Quadratmetern prinzipiell dafür geeignet. Bis dato werde er als Schlafraum für die Kindergartenkinder genutzt. Bei einer Besichtigung hätten dort mehr als zehn Kinder geschlafen. Das zeige, obwohl im Betreuungskonzept keine Schlafräume für Kindergartenkinder vorgesehen seien, dass sie gebraucht würden, sagte Schwarz.

Merk: „Kindergarten wirft keinen Gewinn ab“

Um kurzfristig Plätze im Krippenbereich zu schaffen, wo sie derzeit am allermeisten fehlten, plädierte Mine Waltenberger-Olbrich (SPD) dafür, den Vorschlag der Regierung von Schwaben umzusetzen, soweit das möglich sei. „Ich bin mir bewusst, dass das für den Träger und die Mitarbeiter eine Zumutung ist.“ Die könne ertragen werden, wenn klar sei, dass sie auf maximal zwei Jahre befristet sei und in absehbarer Zeit durch eine langfristige Entlastung der Betreuungssituation abgelöst wird. Waltenberger-Olbrich machte deutlich, dass diese langfristige Lösung für ihre Fraktion nur der Bau eines dritten Kindergartens sein kann. Vor allem mit Blick darauf, dass mit den neuen Baugebieten, die die Stadt ausweist, der Bedarf an Betreuungseinrichtungen noch steigen werde.

Herbert Fischer (CSU) teilte diese Einschätzung nicht ganz. Er rechne damit, dass „nicht sofort ein riesiger Schub an Kindern da sei“.  Einem dritten Kindergarten steht er skeptisch gegenüber. Er wolle eher abwarten, wie sich „die Geschichte mit dem Waldkindergarten entwickelt“ und wie sich das neue Förderprogramm darstellt. Auch sein Ratskollege Josef Merk drückte auf die Euphoriebremse und mahnte, die Finanzierung gut zu überdenken. „Ein Kindergarten wirft ja keinen Gewinn ab“, sagte er. Bereits jetzt müsse die Stadt für die Betreuung der Kindergarten- und Krippenkinder jährlich einen siebenstelligen Geldbetrag aufbringen.

Held: „Stadt muss auch auf die Qualität der Einrichtung achten“

Markus Wilhelm (Gruppierung Weiß) begrüßte die Entwicklung der vergangenen Wochen. Ein Anbau wäre seiner Ansicht nach „nicht Fleisch, nicht Fisch“ sondern nur „Flickerei“ gewesen. „Wir gewinnen Zeit, um objektiv die beste Lösung für unsere Kinder zu finden.“ Er mahnte, in dieser Zeit nicht zu schlafen. Nicht einverstanden mit dem Vorschlag der Regierung von schwaben zeigte sich Alois Held (CSU). Er wolle nicht, dass noch mehr Kinder in den ohnehin bereits vollen Kindergarten „reingesteckt“ werden. In zu beengten Verhältnissen, sei es kein Wunder wenn die Kinder Verhaltensstörungen aufwiesen. „Wir müssen als Stadt auch auf die Qualität der Einrichtung achten. Der Punkt kommt mir hier zu kurz.“

Held brachte auch eine mögliche Auslagerung ins Musikerheim ins Gespräch. Der Musikverein habe hier Entgegenkommen signalisiert, zumindest vormittags Räume zur Verfügung zu stellen. Zu kurz komme nach Ansicht Stefan Herolds (SPD) der Sport. „Wir sollten schon bedenken, dass die Sporterziehung nicht noch mehr eingeschränkt wird.“ Die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten der Kinder sei ohnehin schon „extrem rückläufig“. Mine Waltenberger-Olbrich forderte von ihren Ratskollegen die Kinderbetreuung nicht als „notwendiges Übel sondern als Standortfaktor für die Entwicklung der Stadt“ zu betrachten. Letztlich wurde einstimmig beschlossen, eine weitere Krippengruppe unter Minimalaufwand in St. Vinzenz unterzubringen. Mit dem Träger sollen entsprechende Gespräche geführt werden und die Verwaltung soll klären, welche Kosten damit verbunden sind.

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