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06.03.2009

Fachärzte sehen ihre Existenz bedroht

Krumbach Massive Einkommenseinbußen, Praxen langfristig in ihrer Existenz bedroht: Auch die heimischen Fachärzte sparen nicht mit Kritik an der seit Anfang des Jahres gültigen Gesundheitsreform. Am Dienstag, 24. März, wollen sie sich mit eintägigen Praxisschließungen am Aktionstag der bayerischen Fachärzte beteiligen.

Die jüngste Gesundheitsreform sorgt bei den Ärzten gehörig für Unmut. Zunächst waren es die Hausärzte, nun sind es die Fachärzte, die protestieren. Der Krumbacher Facharzt-Internist Dr. Peter Baier, Hautärztin Dr. Ildiko Sugar-Bunk und Hals-Nasen-Ohren-Facharzt Dr. Rainer Hartrampf (beide ebenfalls Krumbach) sind der Ansicht, dass die bayerischen Fachärzte durch die Reform benachteiligt würden. Die angesetzten sogenannten Regelleistungsvolumina pro Patient seien nicht annähernd ausreichend, um die Kosten zu decken. Gegenüber dem Vorjahr gebe es bereits jetzt massive Einkommenseinbußen. "Die Politik will die Fachärzte offensichtlich ausdünnen", sagt Dr. Ildiko Sugar-Bunk.

Wie in den 50er Jahren

Die drei Fachärzte befürchten, dass es langfristig wieder Verhältnisse wie in den 50er Jahren geben könne. Damals seien die Fachärzte in größeren Städten konzentriert gewesen - verbunden mit oft weiten Anfahrtswegen für die auf dem Land wohnenden Menschen. Durch die Leistungen, die die Ärzte für Privatpatienten erhalten, könnten die Verluste nicht ausgeglichen werden, betonten die drei Fachärzte.

Fachärzte sehen ihre Existenz bedroht

Dr. Baier hofft, dass es für die Fachärzte am Ende eventuell doch eine ähnliche Regelung geben könnte wie zuletzt zwischen den Hausärzten und der AOK vereinbart.

System abschaffen

Angesichts der Ärzteproteste hat sich Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder dafür ausgesprochen, das derzeit gültige Honorarsystem abzuschaffen. Bayern will seine Position massiv im Bundesrat einbringen. Söder plädierte dafür, die derzeitige Regelung durch eine Gebührenordnung abzulösen, bei der die Ärzte mit den Krankenkassen abrechnen könnten.

Das ausführliche MN-Interview mit den drei heimischen Fachärzten finden Sie auf "Seite 29

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