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Ziemetshausen

17.01.2019

Familienpaten helfen im Landkreis Günzburg in schwierigen Situationen

Mit Freude sehen die neuen Familienpaten ihren verantwortungsvollen Einsätzen entgegen. Unser Bild zeigt (hintere Reihe von links): Sonja Adolph, Isabell Miller, Matthias Kiermasz (1. Vorstand KSB), Burak Celikkardes, Eva Friderich, Reinhold Fuchs und Tina Wowra, (vordere Reihe von links): Landrat Hubert Hafner, Alexandra Führer (Landratsamt Günzburg), Ursula Finken, Eleonore Fuchs, Gunda Bucpapaj, Claudia Groborsch, Judith Wazel, Dorothea Gimpert (Geschäftsführerin KSB).
Bild: Engel

Zehn neue Helfer aus dem gesamten Landkreis Günzburg wurden geschult und arbeiten nun ehrenamtlich.

Die Koordinatorin für Familienpatenschaften im Kreisverband Günzburg des Deutschen Kinderschutzbundes (KSB), Tina Wowra, konnte im Webereimuseum in Ziemetshausen neben einer Reihe neuer Familienpaten auch Landrat Hubert Hafner sowie Matthias Kiermasz, den Kreisvorsitzenden und Dorothea Gimpert, Geschäftsführerin im Kreisverband des KSB, begrüßen. Galt es doch, den zuletzt geschulten Familienpaten ihre Zertifikate zu überreichen. Zehn Frauen und Männer aus dem gesamten Landkreis und darüber hinaus haben sich bereit erklärt, ehrenamtlich das Leben einzelner Familien zu bereichern und Eltern Mut zu machen, wo dies erforderlich ist.

Sie wollen für begrenzte Zeit im Alltag helfen, gemeinsam mit hilfsbedürftigen Familien Ausflüge machen oder einfach nur zuhören. Der Deutsche Kinderschutzbund Kreisverband Günzburg hat in Kooperation mit dem Landratsamt Günz-burg den freiwilligen Helfern die Ausbildung ermöglicht und das Rüstzeug dazu mit auf den Weg gegeben. Da der Bedarf an Familienpaten höher ist als das momentane Angebot, will man unbedingt weitere Freiwillige für Schulungen gewinnen.

Das Drama von Hänsel und Gretel hätte abgewendet werden können

In seiner Laudatio zur Zertifikatsübergabe erinnerte Landrat Hafner an die bitterarmen und ratlosen Eltern von Hänsel und Gretel, die nicht mehr in der Lage waren, ihren Kindern eine Zukunft bieten zu können. „Vielleicht hätte es dieses Märchens der Gebrüder Grimm, im Jahr 1812 niedergeschrieben, gar nicht bedurft“, so der Redner, „hätte es damals schon Familienpaten gegeben. Das zeigt, dass belastete Familien, Familien am Existenzminimum kein Phänomen allein unserer Zeit sind. Mit Unterstützung der Familienpaten und deren Beistand hätte das Drama von Hänsel und Gretel aber vielleicht abgewendet wenden können.“

So gilt es heute für betroffene Familien, gemeinsam mit den Paten nach Lösungen zu suchen, die gut für die ganze Familie wären. Sei die Familie doch die erste Gemeinschaft, die Kinder erlebten. Es gebe in jeder Familie schwierige Lebenslagen, für die es manchmal hilfreich sei, von außenstehenden Personen unterstützt zu werden. Die Gründe, warum Familien von Außenstehenden unterstützt werden müssten, seien vielfältig, so Hafner. Traditionelle soziale Netzwerke wie Großfamilie, Nachbarschaft oder Vereine verlören immer mehr an Bedeutung. Bestehende Netzwerke würden oft nur noch teilweise genutzt. Die Bereitschaft, das Gemeinsame mitzutragen, sei nicht immer vorhanden, das Zugehörigkeitsgefühl rücke in den Hintergrund. Familie zu sein, sei anstrengend, so Hubert Hafner, Familien hätten es nicht leicht in der Leistungsgesellschaft. Das Gesellschaftsmodell, in dem wir lebten, habe sich in den letzten 60 Jahren radikal verändert. Familie sei aber totale Festlegung, es gehe nicht fester. Das beschleunigte Leben wirke auf die Familie, eine logische Konsequenz, dass Eltern dann oftmals überfordert seien. Dann sei es hilf-reich, wenn man als Familie jemanden zur Seite habe, der einen durch die Turbulenzen des Alltags leite.

Dankesworte von Landrat Hubert Hafner

An die neuen Paten gerichtet, freut sich Hafner, dass die ihre Zeit, ihre Lebenserfahrung und auch ihre Hilfsbereitschaft mit anderen teilten. „Sie tragen dazu bei, dass die Familien- und Kinderregion zu einem lebens- und liebenswerten Landkreis wird. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz und wünsche Ihnen viel Freude mit Ihren Patenfamilien.“

Landrat Hubert Hafner konnte dann den Geschulten ihr von der Staatsministerin für Arbeit und Soziales unterzeichnetes „Zertifikat zum Familienpaten im Netzwerk Familienpaten Bayern“ überreichen.

Tina Wowra beschenkte die Ausgezeichneten mit dem Wunsch auf gute Zusammenarbeit mit einer Rose. Der Heimatverein Ziemetshausen als Gastgeber sorgte für Speis und Trank. Vorsitzender Joachim Böck führte die Gäste dann durch das historische Webereimuseum.

Nähere Auskünfte zu Familienpaten bei Tina Wowra oder Dorothea Gimpert unter Telefon 08221/2785901 oder E-Mail an familienpaten@kinderschutzbund-guenzburg.de.

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