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Krumbach

29.04.2019

Fehlende Kita-Plätze: Welche Lösungen in Krumbach möglich sind

Das Krumbacher Kinderzentrum wurde vor nicht allzu langer Zeit modernisiert. Doch in Krumbach fehlen derzeit 75 bis 80 Kitaplätze.
Bild: Peter Bauer

Der Bedarf ist in Krumbach groß und es muss schnell gehandelt werden. Im Stadtrat wird aber auch deutlich, wie viele Detailfragen noch zu klären sind.

Es fehlen Kita-Plätze in Krumbach. Und zwar offensichtlich eine ganze Menge. „Es geht um etwa 80 Kinder, die derzeit keinen Kita-Platz haben“, erklärte 2. Bürgermeister und CSU-Fraktionsvorsitzender Gerhard Weiß. Bürgermeister Hubert Fischer sprach von circa 75 Anmeldungen für das nächste Kita-Jahr, die man derzeit nicht berücksichtigen könne. 80, 75? Wie viele sind es denn nun genau? Hier macht sich bemerkbar, dass es für die Kindertagesstätten der Stadt Krumbach bislang kein einheitliches Online-Anmeldesystem gibt, das soll erst im kommenden Jahr beschafft werden. Doch ob 75 oder 80 fehlende Plätze – in Krumbach gibt es derzeit laut Bürgermeister Fischer 498 Betreuungsplätze für Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren. Dies alles macht deutlich, wie groß der Handlungsbedarf in Krumbach bei der Bereitstellung neuer Kita-Plätze ist. Auf Antrag der CSU wurde am Montagabend über Lösungsmöglichkeiten debattiert.

Bürgermeister Fischer war zuversichtlich, dass es gelingt, die Problematik in den Griff zu bekommen. Neue Räume könnten kurzfristig im evangelischen Pfarrheim und nach dem Umzug der Schule auch in der bisherigen FOS/BOS eingerichtet werden. Mit zum Teil deutlichen Worten wurde im Rat eine offensichtlich kurz gehaltene Mitteilung der Pfarrgemeinde Maria Hilf kritisiert. Der Pfarrer hatte, so war im Stadtrat zu erfahren, mitgeteilt, dass im Pfarrheim keine Kita-Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt werden könnten.

Neue Krumbacher Elterninitiative

Wie kann die Zahl der Kita-Plätze in Krumbach kurzfristig erhöht werden? In Krumbach hat sich in den vergangenen Wochen eine Elterninitiative gebildet. Intensiven Kontakt gab es insbesondere mit der CSU-Stadtratsfraktion. Diese griff das Anliegen der Initiative in einem Antrag für den Stadtrat auf. Gerhard Weiß stellte den Antrag in der Sitzung vor: „Es brennt, es muss gelöscht werden“, sagte er mit Blick auf die aktuelle Kita-Situation. Er würdigte aber auch, dass sich die Stadtverwaltung um Lösungen bemühe.

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Rathauschef Fischer stellte den Ansatz der Stadtverwaltung in den Grundzügen vor. In Niederraunau sei eine Erweiterung des Kindergartens von drei auf fünf Gruppen geplant. Dies werde aber noch rund zwei Jahre dauern. Vorgesehen sei daher ein Interimsbau, der eventuell ab März 2020 bezogen werden könnte. Dieser könnte von drei auf vier Gruppen aufgestockt werden.

Auch beim evangelischen Kindergarten sei eine Erweiterung um ein bis zwei Gruppen vorgesehen, aber dieses Projekt werde noch Zeit in Anspruch nehmen. Das Rote Kreuz habe signalisiert, dass es als weiterer Träger eine Kindertagesstätte eröffnen möchte. Aber die müsse erst noch gebaut werden. Eine weitere Perspektive eröffne sich durch die Elterninitiative für einen Montessori-Kindergarten.

Was aber kann kurzfristig getan werden? Der Kindergarten Breitenthal könne eventuell zehn Kinder aufnehmen. Das Defizit würde dann die Stadt Krumbach übernehmen. Der Landkreis habe signalisiert, dass er in der bisherigen FOS/BOS bis zu drei Jahre einen Raum für eine Gruppe zur Verfügung stellen könnte. Im evangelischen Pfarrheim könnten 20 bis 25 Kinder untergebracht werden. Für das nächste Jahr soll ein neues Online-Buchungsportal eingeführt werden, um den Bedarf besser koordinieren zu können.

Hätte man diese Probleme schon früher erkennen können? Gabriele Tuchel (CSU) wies darauf hin, dass bereits vor rund einem Jahr Dr. Marcus Härtle (UFWG) und Heike Feßler, die Leiterin des Krumbacher Familienstützpunktes, auf Engpässe aufmerksam gemacht hätten. Im September 2018 hatte Heike Feßler wörtlich im Stadtrat erklärt, dass „in Krumbach die Kindergartenplätze hinten und vorne nicht reichen.“ Achim Fißl (Fraktionsvorsitzender der SPD) ergänzte, dass Härtle und er bereits 2015 auf die Thematik hingewiesen hätten. Aber vielleicht liege es ja an der „Farbe meines Parteibuches“, dass dies nicht aufgegriffen worden sei. Gabriele Tuchel brachte in die Sitzung auch Vorschläge der Elterninitiative ein wie etwa die Nutzung von Räumlichkeiten im Feuerwehrhaus Edenhausen und die Einrichtung einer Nachmittagsgruppe. Zu diskutieren sei die Einrichtung eines Waldkindergartens.

Lothar Birzle (Fraktionsvorsitzender von JW/OL) nannte den CSU-Antrag „sehr wichtig“. Auch er sprach von einem „dringenden Handlungsbedarf“. Die Einrichtung einer Nachmittagskindergartengruppe sei ein guter Vorschlag.

Dr. Marcus Härtle (UFWG) sprach unter anderem das Thema Stellenausschreibungen an und brachte die Möglichkeit einer Arbeitsmarktzulage ins Spiel. Eventuell sei es auch möglich, bei der Belegung von Gruppen Gewichtungsfaktoren auszusetzen. Kämmerer Hubert Bühler riet zur Vorsicht. Es müsse darauf geachtet werden, dass nicht eventuell Fördermittel zurückgezahlt werden müssten. Christoph Helmes betonte, dass die Stadt mit Blick auf die angespannte Finanzlage ihre freiwilligen Leistungen überprüfen müsse.

Ursula Bader (CSU) drängte auf einen klaren Zeitplan. Bereits in der nächsten Ratssitzung solle das Thema wieder auf der Tagesordnung stehen. Ziel sei es, dass ab 1. September alle Interessenten einen Kita-Platz hätten. Kämmerer Bühler und Bürgermeister Fischer forderten die Eltern auf, sich in Sachen Bedarf direkt bei der Stadt Krumbach zu melden. Die Einrichtungsleitungen sollen die Eltern entsprechend informieren. Maximilian Behrends (JW/OL) schlug vor, die Kindergartenleitungen mit einem entsprechenden kurzen Formular auszustatten, das die Stadt entwirft. Fischer sicherte zu, dass es für alle betroffenen Kinder im Herbst einen Kita-Platz geben werde.

Der einmütige Wille des Krumbacher Stadtrates

Gerhard Weiß (CSU) sprach sich für eine ausführliche Information des Stadtrats in der nächsten Sitzung aus. Die Einrichtung des Raumes in der FOS/BOS solle die Stadt selbst übernehmen. Wichtig sei auch eine zeitnahe Personalauschreibung. Mit seinen in entspanntem Tonfall vorgetragenen Ausführungen verstand es Weiß, die mitunter heftige Diskussion zu beruhigen. Er sah einen einmütigen Willen des gesamten Stadtrates, das Problem entschlossen anzugehen. Aus den Reihen des Rates erhielt Weiß Beifall. Deutlich wurde am Montagabend aber auch, wie viele Detailfragen in Sachen Kita-Plätze in Krumbach noch zu klären sind.

Gabriele Tuchel kündigte an, dass die Elterninitiative bereits am Donnerstag, 16. Mai, um 19.30 Uhr wieder im Gasthof Munding zusammenkommen werde.

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