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Evangelische Ansichten

26.05.2015

Feste feiern: Pfingsten und Schawuot

Christliches und jüdisches Fest fallen dieses Jahr zusammen

Pfingsten“? – Kennen wir! War doch erst am Wochenende. Also irgendwas mit „Geist“; aber in der Hauptsache: langes Wochenende und, je nachdem, auch Urlaub und Ferien! „Schawuot“? – Nie gehört! Was soll denn das sein?

„Schawuot“ sollten wir aber kennen. Denn ohne dieses Fest gäbe es das andere nicht. Ohne „Schawuot“ kein „Pfingsten“. „Schawuot“ ist ein sehr, sehr altes jüdisches Fest, auch „Wochenfest“ genannt. Deswegen, weil es 50 Tage, also sieben Wochen nach dem großen Fest „Pessach“ oder „Passah“ liegt. In diesem Jahr fallen beide Feste, „Pfingsten“ und „Schawuot“ auf denselben Wochentag. Das ist ungewöhnlich, orientiert sich der jüdischen Festkalender, im Unterschied zum christlichen, am Umlauf des Mondes und nicht der Sonne. Diesmal aber liegen die Feste parallel: „Pessach“, die Erinnerung an den Auszug aus der ägyptischen Sklaverei und „Ostern“, Fest der Auferstehung Christi; „Schawuot“, Erntefest und Ausdruck der Freude an der Tora, den Zehn Geboten und „Pfingsten“, Fest des unter die Menschen kommenden lebensfördernden Geistes Gottes, seiner Kraft zum Leben.

Menschen feiern Feste, solche Feste, wegen etwas Höherem. Wegen etwas, was sie nicht selbst machen und sich nicht selbst geben können. Ihre Zeiten und Orte im Jahreslauf machen sich fest an geschichtlich-erinnerten Ereignissen, Erlebnissen und Erfahrungen. Und, oder, an menschlichen Grundwahrnehmungen wie Dankbarkeit für das Leben als Gabe und Aufgabe. Mit „Schawuot“ verbindet sich der Dank für die Zehn Gebote, Regeln in Gottes Namen zum hilfreichen Zusammenleben der Menschen. Mit Pfingsten der Dank für eine „Be-Geist-erung“, die mehr ist als ein Strohfeuer oder vorübergehende selbst gestrickte Euphorie.

Im biblischen Text, im Evangelium zum Pfingstfest, waren als Jesu Worte diese zu hören: „Frieden lasse ich für euch zurück; meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht!“

Feste feiern, was wir uns nicht selbst geben können. Auch dieses Gut, hohes Gut, „Frieden“ genannt. Wir wären arm ohne solche Feste, meint: Ulrich Funk, Pfarrer in Krumbach

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