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Thannhausen

14.05.2019

Fleischwerke Zimmermann - eine „Kulturbotschaft“ aus Thannhausen

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Die Thannhauser Fleischwerke Zimmermann blicken auf eine 125-jährige Unternehmensgeschichte zurück. Unser Bild zeigt Geschäftsführer Julian Hertzig (links) mit Thomas Vogel (Produktionsleitung Herstellung).
Bild: Fleischwerke E. Zimmermann

Weißwürste bleiben das Markenzeichen der Fleischwerke Zimmermann, die ihr 125-jähriges Bestehen feiern. Ihre Waren liefern sie bis nach Australien.

Grün-Weiß-Rot. Selbst einer der Schalter ist sozusagen „italienisch eingefärbt“. Geschäftsführer Julian Hertzig schmunzelt, als er beim Gang durch die Fertigungshallen der Thannhauser Fleischwerke E. Zimmermann auf dieses zufällige Detail angesprochen wird. Zimmermann, der traditionelle Thannhauser Weißwursthersteller und Italien? Das werden zunächst wohl nur wenige miteinander in Verbindung bringen. Doch in Thannhausen werden seit etlichen Jahren auch Teigwaren in Bioqualität hergestellt. Darunter die klassischen schwäbischen Maultaschen, aber auch Tortellini oder Gnocchi. Hertzig erzählt, wie er seinerzeit einen Bäckermeister aus Italien engagiert habe, um die Qualität dieser Produkte zu verbessern. „Qualität“: Immer wieder nennt der 42-Jährige dieses Stichwort.

Die Fleischwerke Zimmermann, 1894 als kleine Metzgerei von Edmund und Barbara Zimmermann gegründet, feiern in diesen Tagen ihr 125-jähriges Bestehen.

Hier erfahren Sie mehr zur Geschichte der Fleischwerke Zimmermann:

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Fleischwerke Zimmermann: Aus Thannhausen in die ganze Welt

Königlich-bayerische Qualität aus Thannhausen

Edmund Zimmermann wurde für seine Leistungen mit dem Titel Kommerzienrat geehrt: Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

Königlich-bayerische Schwergewichte

Die weiterhin stark nachgefragte Weißwurst bleibt natürlich das Markenzeichen der Fleischwerke Zimmermann, die 1906 zum königlich-bayerischen Hoflieferanten ernannt worden waren. Aber die Bio-Sortimente, darunter die Teigwaren, sind in den vergangenen Jahren laut Hertzig insgesamt „überproportional“ gewachsen. So stehe auch maßgeblich dieser Bereich für die Innovationskraft des Thannhauser Traditionsunternehmens. Die Zahl der Mitarbeiter stieg in den vergangenen Jahren von 230 auf rund 300. Wichtige Abnehmer der Zimmermann-Produkte sind große Handelshäuser wie Aldi oder Edeka. Hier hat sich die Firma in einem hart umkämpften Markt behaupten können.

In Würzburg geboren

Die Liebe zum Detail: Als Julian Hertzig in den Produktionsräumen den Fertigungsablauf beschreibt, wird schnell spürbar, dass der Begriff Detail für ihn keine Floskel ist. Und immer wieder blitzt auch seine profunde Fachkenntnis durch. Der gebürtige Würzburger hat nach dem Abitur eine Metzgerlehre absolviert. Als er später nach dem dualen Studium der Betriebswirtschaft in führenden Positionen bei Edeka und Rewe im Fleisch- und Wurstbereich beschäftigt war, hat er diese Wurzeln nie aus den Augen verloren. Seit November 2016 ist er Geschäftsführer bei Zimmermann in Thannhausen. In einem zunehmend harten Markt sieht er für die Firma eine weiterhin gute Entwicklungsperspektive.

Die Produktpalette (darunter auch Schinkensortimente, Knödelvarianten, Suppen und Fertiggerichte) sei inzwischen breit ausgefächert. Qualität bleibe das Erfolgsrezept. Der Teig beispielsweise werde nicht als Fertigprodukt an Zimmermann geliefert, sondern in den Werken selbst hergestellt. Bei den Rohstoffen für die Produktion würden regionale Anbieter bevorzugt. Der Kunde sei insgesamt kritischer geworden. „Die Qualität muss passen. Du musst ehrlich arbeiten“, betont Hertzig.

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Das sind die Fleischwerke Zimmermann
Bild: Archiv Fleischwerke E. Zimmerma

Laufend sollen in den kommenden Jahren die Produktionsanlagen modernisiert werden, Investitionen in einem „zweistelligen Millionenbereich“ seien vorgesehen. 2014/16 wurde der Verwaltungs- und Sozialbereich umfassend modernisiert worden. Bei ihrer Entwicklung möchte die Firma weiterhin auf den Standort Thannhausen setzen. Die starke Verbindung zur Stadt zeigt sich im sozialen Engagement der Fleischwerke, aber vor allem auch darin, dass von den 300 Beschäftigten über 100 Mitarbeiter aus Thannhausen kommen. 18 Auszubildende sind derzeit bei Zimmermann beschäftigt. Geboten wird inzwischen auch die Möglichkeit eines dualen Studiums.

Arbeitsplatzqualität und Mitarbeiterqualifizierung hätten bei Zimmermann einen hohen Stellenwert, betont Hertzig. Die Fleischwerke haben ein Eltern-Kind-Büro eingerichtet und eine Physiotherapeutin beschäftigt, die beispielsweise helfen kann, wenn der Rücken „zwickt“. „Die Entwicklung und Begeisterung unserer Mitarbeiter“ wollen wir in der Zukunft fortsetzen“, hebt Hertzig hervor.

Zimmermann ist seit 1989 Teil der Ehrmann AG, einer der bedeutendsten deutschen Molkereien mit Sitz in Oberschönegg/Unterallgäu. Der Umsatz von Zimmermann ist nach Auskunft des Geschäftsführers in den letzten Jahren auf über 70 Millionen Euro gestiegen und es wird ein weiteres Wachstum angepeilt.

Geliefert wird auch nach Australien

Zimmermann liefert seine Produkte mittlerweile in 32 Länder. Geliefert wird bis nach Australien. Aber besonders gefragt sind die Produkte aber natürlich in Ländern und Gebieten mit „starken Berührungspunkten mit Deutschland“ wie zum Beispiel Spanien und insbesondere die touristisch stark frequentierten spanischen Inseln. Ob Spanien, Amerika oder Australien: Wenn in einem Land ein „Oktoberfest“ gefeiert wird, dann werden nicht selten Produkte von Zimmermann serviert. Zimmermann ist da sozusagen ein „Kulturbotschafter“. Geliefert wird natürlich auch nach Großbritannien. Und trotz des sich anbahnenden Brexits bleibt Hertzig optimistisch. Dass die Briten auch nach einem Brexit Weißwurst essen, da sei er ganz zuversichtlich.

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