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Landkreis Günzburg

06.10.2015

Flüchtlinge: Der Druck wächst spürbar

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Flüchtlinge, die in Krumbach eine kurzfristige Aufnahme gefunden hatten, warten am Donnerstagnachmittag, 17. September 2015, am Bahnhof Günzburg auf ihre Weiterfahrt zu Unterkünften in verschiedenen deutschen Städten.
Bild: Bernhard Weizenegger (Archiv)

Bei einem Redaktionsgespräch unserer Zeitung wird deutlich, dass die Grenzen der Belastbarkeit schon bald erreicht zu sein scheinen.

Während die einen Gemeinden sehr viele Asylbewerber aufnehmen, leben in anderen noch keine. Ein Ungleichgewicht, das nicht im Sinne des Landratsamtes ist, wie Landrat Hubert Hafner jetzt beim Redaktionsgespräch unserer Zeitung zur Asyl-Situation in der Region sagte.

Doch zumindest sei Bewegung in die Angelegenheit gekommen, erklärte sein Geschäftsbereichsleiter Richard Wiedemann. Noch könne der Kreis die Situation zwar meistern, betonte der Landrat, wenn die Flüchtlingszahlen aber weiter stark steigen, „geht uns irgendwann der Saft aus“.

Derweil machen nicht nur in der Region viele Gerüchte die Runde. Eines ist, dass Asylbewerber häufig Straftaten begingen und Frauen vergewaltigten. Dem sei aber nicht so, unterstrich Christian Owsinski vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West. Wenn überhaupt würden die Beamten nur in die Unterkünfte gerufen und auch nicht zu schwerwiegenden Fällen.

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Er geht auch nicht davon aus, dass es zu größeren Konflikten zwischen Flüchtlingen wie in Unterkünften in manch anderen Orten kommen werde, da es sich dabei um wesentlich größere Einrichtungen handele als die im Landkreis vorhandenen. Und falls es doch Probleme gebe, könne die Polizei jederzeit genug Einsatzkräfte zusammenziehen – „wie bei jeder herkömmlichen Discoschlägerei auch“.

Noch gebe es auch genug Freiwillige, die sich um die Asylbewerber kümmern, sagte der Ehrenamtskoordinator Hans Kohler. Günzburgs Oberbürgermeister Gerhard Jauernig forderte aber, dass der Staat jetzt bessere Strukturen schafft.

Er spüre eine zunehmende Sorge in der Bevölkerung, wie der Zustrom an Flüchtlingen künftig noch bewältigt werden kann. Er habe sogar schon Drohungen erhalten. Die Veränderungen würden zunehmend sichtbarer, „und Veränderungen können Ängste auslösen“. Diese müssten ernst genommen werden. Für Hass sei in Günzburg kein Platz, doch es müsse auch den Flüchtlingen deutlich gemacht werden, dass es für sie gewisse Pflichten gebe, damit die Integration gelingen kann.

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