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Krumbach

24.08.2020

Freibad Krumbach: Barrierefreier Zugang zum Schwimmerbecken?

Welche Perspektiven gibt es für das Krumbacher Freibad und was kann der Förderverein leisten? Darüber sprachen (von links) Werkleiter Martin Strobel, Vereinsvorsitzender Dieter Behrends und 2. Vorsitzender Albert Kaiser.
Bild: Peter Bauer

Plus Welche Überlegungen es in der Stadt und im Freibad-Förderverein für die Modernisierung des Krumbacher Freibades gibt. Was der Verein in den letzten zehn Jahren für das Bad geleistet hat.

Das Nichtschwimmerbecken des Krumbacher Freibades mit seinen beiden Rutschen oder auch seinen sprudelnden Wassertoren: Es gilt als eine der schönsten Anlagen seiner Art in der Region. Und gerade in diesen krisenbewegten Zeiten wird so manchem bewusst, welch eine bahnbrechende Investition das in den Jahren 2013/14 im Krumbacher Bad war. Umfassend unterstützt wurde die Entwicklung des Bades vom 2010 gegründeten Freibad-Förderverein. Welche Perspektiven gibt es für das Bad und den Verein in den kommenden Jahren? Ist ein barrierefreier, behindertengerechter Zugang für das Schwimmerbecken denkbar?

Blick im Jahr 2014 von der neuen Breitwellenrutsche auf das neue Nichtschwimmerbecken. Vorne im Bild links Schwimmmeister Markus Sauer, rechts Werkleiter Dietmar Müller. Die Rutsche wurde vom Förderverein durch Spenden finanziert.
Bild: Peter Bauer


In diesem Zusammenhang steht auch die Grundsatzfrage im Raum, welche Investitionen im Bad angesichts möglicher finanzieller Auswirkungen der Corona-Krise noch möglich sind. Der Freibad-Fördervereins blickt mittlerweile auf eine zehnjährige Geschichte zurück. Auch damals, zu den Anfängen des Vereins, war es ja eine durchaus krisengeschüttelte Zeit. Die große Finanz- und Wirtschaftskrise ließ in vielen Städten und Gemeinden die finanziellen Reserven zusammenschmelzen.

2013 war für das Bad eine Zeitenwende

Neugestaltung des Nichtschwimmerbeckens und der Wassertechnik im Krumbacher Freibad? Das Bad stand damals an einer Zeitenwende. Albert Kaiser (Vorsitzender bis 2016, seitdem 2. Vorsitzender) und Dieter Behrends (Vorsitzender des Vereins seit 2016, zuvor 2. Vorsitzender) erinnern sich noch an so manch bewegte Stadtratsdebatte.

Late-Night-Schwimmen im Jahr 2012:Bürgermeister Hubert Fischer hechtet vom Dreimeterturm.
Bild: Stefan Reinbold

Der Förderverein habe durch seine Aktionen einen maßgeblichen Beitrag geleistet, dass die Modernisierung des Bades auf den Weg gebracht worden sei. Die großen Aktionen des Fördervereins: Das waren in Zusammenarbeit mit dem Einzelhandel zwei Modenschauen in den Jahren 2010 und 2011. Und dann gab es das große Late-Night-Schwimmen des Jahres 2012, das bei vielen Badegästen bis heute einen geradezu legendären Ruf genießt. Zum 50-jährigen Bestehen des Bades wurde 2012 eine große Ausstellung auf den Weg gebracht. Und natürlich ist da das Kamasutra-Konzert des Jahres 2014 zur Eröffnung des neuen Nichtschwimmerbeckens. Wieder ein Late-Night-Schwimmen? Das stand zur Diskussion – bis die Corona-Krise kam.

Seit 2014 gibt es eine neue Wellenrutsche

Am Nichtschwimmerbecken steht seit 2014 eine neue Wellenrutsche. Hier hat sich der Förderverein mit rund 50.000 Euro beteiligt. Maßgeblich auf den Weg gebracht hat der Verein 2015 eine neue Wärmepumpe für das Planschbecken (etwa 10.000 Euro). Mitfinanziert hat der Verein 2015 den Rettungsturm mit rund 13.000 Euro (eine Initiative von Ursula Bader). Kaiser und Behrends loben in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit mit der Werbegemeinschaft. An vielen Stellen im Bad – von Sitzbänken, Sonnenschirmen, der Pfahlhauskombination bis hin zum Wippgerät – ist mittlerweile sozusagen die Handschrift des Fördervereins erkennbar. Behrends und Kaiser kündigen im Gespräch mit unserer Zeitung an, dass sich der Verein auch künftig intensiv für die Gestaltung des Bades einsetzen möchte.

Ursula Bader bereitet sich auf dem Dreimeterbrett des Krumbacher Freibads auf ihren Sprung ins kühle Nass vor. Sie ist die Initiatorin des Projekts Rettungsturm (2014/15).
Bild: Manfred Keller

Was steht in den kommenden Jahren im Bad an? Wohin könnte sich das Freibad entwickeln? Ein Thema, das die Stadt derzeit beschäftigt, ist der Zustand eines Brunnens unweit des Schwimmerbeckens, aus dem bislang das Beckenwasser kam. Auch für das im Becken genutzte Wasser gelte die Trinkwasserverordnung, erklärt Werkleiter Martin Strobel (die Krumbacher Stadtwerke sind für die Bereiche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung und das Freibad zuständig). Das verwendete Wasser müsse durchgehend keimfrei sein. Wie Strobel erklärt, sei das Wasser aus dem Brunnen bei den allermeisten Proben keimfrei, aber eben nicht bei allen. So müsse für das Freibadwasser derzeit Wasser aus dem Krumbacher Trinkwassernetz genutzt werden. Aber Ziel sei es, dass der Brunnen künftig wieder nutzbar sei.

Soll eine Treppe am Schwimmerbecken neu gestaltet werden?

Die Blicke von Bürgermeister Hubert Fischer und Werkleiter Strobel richten sich auch auf die Treppe im Südwesten des Schwimmerbeckens. Die ist noch weitgehend im „Originalzustand 1962“. Immer wieder müssen aber einzelne Elemente ausgetauscht und erneuert werden. Fischer und Strobel halten eine neue, barrierefreie Anlage in diesem Bereich für sinnvoll.

Szene aus dem Krumbacher Freibad im August 1970.
Bild: Edwin Selzer

Und da ist noch ein Thema, das sich mittlerweile zu einer Art „Dauerbrenner“ entwickelt hat. Wie ist es möglich, den Zugang zum Schwimmerbecken barrierefrei und behindertengerecht zu gestalten? Bürgermeister Fischer erklärt, dass das Einhängen einer entsprechenden Treppe versicherungsrechtlich nicht möglich sei, da dies auch eine Gefahrenstelle für Schwimmer sein könnte.

Die Sonnenschirme am Kinderplanschbecken des Krumbacher Freibades wurden vom Förderverein für das Bad finanziert. Unser Bild zeigt von links Albert Kaiser (2. Vorsitzender), Kassenprüferin Dr. Ildiko Sugar-Bunk, Gerhard Holbach (Schriftführer), Vorsitzender Dieter Behrends und die Schwimmmeister Daniel Brandner und Markus Sauer.
Bild: Martina Kaiser

Die Alternative sei eine in Teilen umfassende Neugestaltung des Beckens durch eine entsprechende Ausbuchtung. Aber welche Auswirkungen hätte ein solcher Umbau (der im Nordosten des Beckens denkbar wäre) auf die Dichte des Beckens? Müsste dann gar eine komplett neue Wanne eingesetzt werden? Ist dann unter Umständen mit Kosten von insgesamt rund 500000 bis 600000 Euro zu rechnen? Oder reichen Kosten in einer Größenordnung von bis zu 150000 Euro aus, wenn mit dem Umbau alles glattgeht? Albert Kaiser verweist darauf, dass ein solcher Zugang in anderen Bädern wie etwa Weißenhorn längst Standard sei. Es sei der klare Wunsch des Fördervereins, auch in Krumbach eine solche Anlage zu realisieren, sagen Behrends und Kaiser. Es sei durchaus denkbar, dass der Förderverein eine Summe von bis zu rund 70000 Euro zweckgebunden dafür bereitstellen könnte. Deutlich wird in der Runde mit Kaiser, Behrends und Strobel, dass mit Blick auf weitere Maßnahmen im Bad und die Förderung durch den Verein zwischen der Stadt und dem Förderverein noch Gespräche anstehen.

Saisonbilanz im Zeichen der Corona-Krise

Angesichts der Corona-Krise ist Werkleiter Martin Strobel mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Die großflächige Anlage des Bades sei ein Vorteil. Maximal 3100 Badegäste seien zugelassen. Diese Zahl habe man sicherheitshalber auf 2500 reduziert. Das Konzept sei auch mit dem Landratsamt abgesprochen.

Doch schon jetzt richten sich die Blicke von so manchen auf die neue Hallenbadsaison. Wird das Bad wieder öffnen können? Man könne mit Blick auf die Corona-Entwicklung leider nur im Grunde „von Woche zu Woche“ planen, erklärt Strobel. Mitentscheidend sei auch die Frage, ob es einen Schwimmunterricht der Schulen geben werde. Jetzt aber freuen sich viele Freunde des Krumbacher Freibades auf das Saisonfinale. Gerade die Septembertage gelten im Bad als eine regelrechte „Sahnehaube“ der Saison.

Weitere Informationen zum Krumbacher Freibad finden Sie hier:

Corona: Bürgermeister sieht Krumbacher Bad auf gutem Weg

Baden mit Corona: So läuft der Freibad-Betrieb im Kreis Günzburg

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