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Konzert

20.02.2015

Freude, Lebenslust und Liebesglück

Einen zauberhaften Abend servierten im Panorama-Restaurant des Krumbads der Tenor Markus Feodor Rilling und der Pianist Markus Felser.
Bild: Lindenmayr

Von der Operette zu den Evergreens, aber immer ausgerichtet auf das Feine

„Operetten und Evergreens“ war das Motto des Abends. Und die Organisatoren trafen damit den Nerv der Klientel im Krumbad, denn am Ort des Geschehens, im Panorama-Restaurant, musste gleich mehrfach nachbestuhlt und verdichtet werden.

Freude, Lebenslust, Liebesglück und Walzerseligkeit, darum ging es in diesem Konzert, aber immer alles ausgerichtet auf das Feine, das Differenzierte, das sorgsam Abgewogene und Austarierte. Ein herber Kontrast wäre da gewesen, aber ihn durfte man genießen. Denn während hinter den großen Glasscheiben Nacht, Kälte und Nebel drohten, besang Markus Feodor Rilling die „traumschöne Perle der Südsee“ aus der Operette „Die Blume von Hawaii“. Dieser Operettentitel und anschließend Carl Zellers „Sei nicht bös“ fungierten gleichsam nur als Aufwärmer für das Zentrum des ersten Konzertteils, für Franz Lehárs Beitrag zur Operette.

Wer liebt ihn nicht, Lehárs Dandy Danilo, der so gar kein Talent zur Arbeit, dafür umso mehr Talent für die Liebe hat? Markus Rilling interpretierte Danilo nicht als zügellos, schon gar nicht als vom Alkohol benebelt. Sein Danilo war keiner der ganz lockeren Sorte, sondern einer, der ernsthaft nach Nähe und Intimität sucht und vermeint, sie im Etablissement „Maxim“ gefunden zu haben. Sein Schwelgen bei den Kosenamen der dort arbeitenden Frauen beschwört die Vertrautheit mit dem Milieu, aber sie verweist schon auf das „Lippen schweigen“. Dort wartet auf Danilo die ernste Prüfung der Liebe, die er bestehen möchte, obwohl er sich die Mittel der verbalen Sprache versagt hat.

Wer Markus Rilling in den 90er Jahren gehört hat, vermisst ein wenig die Leichtigkeit, mit der dieser lyrische Tenor damals zu Werke ging. Der Hörer von heute bekommt im Gegenzug eine schöne Klangfülle, eine ausgeprägte und fein nuancierte Gestaltungskraft und einen starken Drang zur Klarheit. Bei Rilling versteht man jedes Wort.

Er unterstreicht die Worte mit dramatischen Beigaben, die aber stets im Dienst der Musik bleiben. Mit solcher Natürlichkeit kann er den Bogen vom „Land des Lächelns“ über das „Weiße Rössl“ zur „Sonne über Capri“ und zum Schlussteil des Konzerts spannen, der eine Huldigung an die Stadt Wien darstellte.

Angekündigt als Klavierbegleiter war Hans Norbert Bihlmaier, ehemals 1. Kapellmeister des Theaters Augsburg. Für ihn sprang kurzfristig Markus Felser ein. Sänger und Begleiter sind seit Langem vertraut miteinander.

Und Markus Felser versteht es, mit den 88 Tasten eine ganze Welt himmelblau zu färben oder den Charme und Schmäh des „Wien, Wien nur du allein“ lebendig werden zu lassen. (hli)

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