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Ziemetshausen

19.08.2020

Für Ralf Wetzel war Bürgermeister schon immer ein Traumjob

Ralf Wetzel ist hocherfreut, seit 1. Mai Bürgermeister der Marktgemeinde Ziemetshausen sein zu dürfen und fühlt sich wohl in der Rolle eines Gestalters.
Bild: Peter Voh

Plus Warum sich der Ziemetshauser Bürgermeister Ralf Wetzel nach seiner Wahl im März in seiner Entscheidung bestätigt sieht.

Wir setzen unsere Reihe der Vorstellung der neuen Bürgermeister in der Region mit Ralf Wetzel, Bürgermeister in Ziemetshausen, fort. Wetzel wurde ein Jahr vor den Kommunalwahlen von Manfred Krautkrämer, dem damaligen CSU-Fraktionsvorsitzenden, vom ehemaligen Bürgermeister Anton Birle und dessen beiden Stellvertretern sowie parteiübergreifend auch von Rudolf Liebhaber von der UWG zum bestmöglichen Kandidaten für den zu besetzenden Stuhl des Bürgermeisters auserkoren.

Herr Wetzel, Sie sind mit viel Vorschusslorbeeren für Ihr neues Amt bedacht worden, haben sich Ihre Erwartungen in das neue Amt erfüllt?

Ralf Wetzel: Ich glaube schon, mein subjektiver Eindruck jetzt nach gut 100 Tagen ist gut. Wir liegen sehr gut im Plan mit unseren vielfältigen Vorhaben. Auch ist der gegenseitige Umgang von Sachlichkeit und Wertschätzung geprägt; ich hatte noch kein einziges unsachliches Gespräch, auf welcher Ebene auch immer, führen müssen..

Sie wissen, die Messlatte zu Ihrem Amtsvorgänger Anton Birle hing sehr hoch, war Ihnen das bewusst?

Ralf Wetzel: Natürlich, dies ist auch noch immer ein Ansporn. Dadurch, dass ich mich früh entschieden habe und die Verantwortlichen im Rathaus mir bereits ein Jahr vor der Wahl ihr Vertrauen geschenkt haben, hatte ich Zeit zum gegenseitigen Kennenlernen, erhielt wohlwollenden Einblick in den Sachstand in Rathaus und Marktgemeinde und durfte eine gründliche Einarbeit mehrwöchige Einarbeitung im April durch Anton Birle erfahren. Dazu kann ich mich an der mustergültigen Mitarbeit von Verwaltung und Marktgemeinderat erfreuen.

Warum haben Sie sich überhaupt für die Stelle eines Bürgermeisters beworben? Sie hatten doch im Landratsamt einen sicher interessanten und verantwortungsvollen Posten.

Ralf Wetzel: Um ehrlich zu sein, Bürgermeister war schon immer mein Traumjob. Ich wollte schon immer in meinem Beruf als Beamter gestalten und nicht nur verwalten – meine Kenntnisse zum Wohle der Allgemeinheit einbringen und ein Bindeglied zwischen Bürger, Verwaltung und Politik sein. Darauf habe ich auch meine verschiedenen Ausbildungen und die Erfahrungen im Berufsleben abgestimmt. Und, ein wenig bin ich auch erblich belastet, denn mein Uropa war bereits Bürgermeister in Ellgau nahe Meitingen und war quasi mein Vorbild. So hat sich meine Entscheidung, in Ziemetshausen Bürgermeister zu werden, mehr als bestätigt.

Wie haben Sie die nunmehr ersten hundert Tage in Ihrem Amt erlebt?

Ralf Wetzel: Die waren herausfordernd, aber ermutigend. Ich habe mich eingehend mit Amt und den Menschen um mich herum befasst und erfahren, dass hohes Engagement sowie Flexibilität gefragt sind. Natürlich bedeutet die neue Herausforderung auch eine Umstellung im familiären Bereich, die Arbeitszeiten sind jetzt doch etwas fließender als vorher. Der Start mitten in der Corona-Pandemie war so auch nicht geplant, aber aufgrund meiner vorigen Tätigkeit im Landratsamt (Führungsgruppe Katastrophenschutz und Gesundheitsamt) war ich schon mit der Thematik vertraut und konnte, mit Unterstützung meiner verständnisvollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Rathaus, den SARS-CoV-19 Infektionsfall in unserer Kindertagesstätte professionell regeln.

Gute Zusammenarbeit in Ziemetshausen

Wie klappt die Zusammenarbeit von Ihnen mit Bürgern, Gemeinderat und Verwaltung?

Ralf Wetzel: Wie schon gesagt, mit Verwaltung und den alteingesessenen wie auch neuen Marktgemeinderäten und -rätinnen funktioniert das hervorragend. Mit zahlreichen Bürgern habe ich persönlich oder telefonisch mehr oder weniger täglich Kontakt und wir haben bislang immer Einvernehmen gefunden, wenn auch der eine oder andere mal zu Kompromissen bereit sein muss.

Gibt es im Rathaus seit Ihrem Amtsantritt Neuerungen oder Veränderungen?

Ralf Wetzel: Nachdem die Bürger die Möglichkeit haben, verschiedene Behördengänge per Internet oder Smartphone-App zu erledigen, soll die Digitalisierung innerhalb des Rathauses mit weiterer Vernetzung der Ämter untereinander sowie einem Ausbau unsere angebotenen digitalen Dienstleistungen fortgesetzt werden. Was aber wesentlich schwerer wiegt, ist der personelle Aderlass im Haus. Im kommenden Jahr treten zwei Stützen der Verwaltung, der der Geschäftsleiter (Kämmerer und Personalleiter) und die rechte Hand des Bürgermeisters, in den wohlverdienten Ruhestand. Dies war abzusehen, die Nachfolge iwurde vor kurzem geregelt –- fast ein Drittel des Rathauses wird neu besetzt. Optisch steht noch die Fertigstellung des Rathausvorplatzes nebst Außenanlagen aus, dies wird aber noch in diesem Jahr erfolgen.

Was hat Ihnen Ihr Vorgänger Anton Birle aus seiner Schaffensphase zur Erledigung „vererbt“?

Ralf Wetzel: Ja, da steht noch einiges an, das Birle und sein Marktgemeinderat in der vorigen Amtsperiode aus Zeitgründen nicht mehr geschafft haben. Da ist zunächst das neue Gewerbegebiet Ost, nachdem der Bebauungsplan in Kraft getreten ist haben wir nunmehr das Interessensbekundungsverfahren eingeleitet, womit weitere Interessenten mit ihren konkreten Wünschen aktiv werden können; die Vergabe wird dann im Herbst beschlossen – dann erfolgt auch die individuelle Erschließung der jeweiligen Grundstücke. Mit dem temporären Erweiterungsbau für die Kindertagesstätte Märcheninsel wurde vor Kurzem begonnen, dieser soll noch in diesem Jahr zur Nutzung bereitstehen. Die restlichen Glasfaserkabel werden laut Deutsche Telekom diesen Herbst zur Verlegung und Nutzung kommen.

Gibt es neue Vorhaben, die Sie sich für Ihre erste Amtsperiode auf die Fahne geschrieben haben?

Ralf Wetzel: Die gibt es. Wir werden neue Baugebiete für weiteren Wohnraum, insbesondere für Familien schaffen, nachdem das Wohngebiet Allgäustraße so gut wie ausgereizt ist. Für Senioren arbeiten wir aktuell intensiv an einer Möglichkeit zur ambulanten Betreuung, vielleicht können wir im Herbst bereits konkretes vermelden. Ebenso wird sich die Notwendigkeit für eine zweite Kindertagesstätte ergeben, hierzu wird auch ein neuer Träger ausgewählt werden. Aufgrund neuer strengerer Auflagen von EU und Bund zur Abwasseraufbereitung stehen umfangreiche Maßnahmen zur Ertüchtigung der doch schon in die Jahre gekommenen Kläranlage ins Haus. Unsere to-do Liste ist umfangreich.

Welche Wünsche an Bevölkerung und Marktgemeinderat haben Sie als Bürgermeister für die Zukunft?

Ralf Wetzel: Mein inniger Wunsch ist es, die etablierte gute Zusammenarbeit aller untereinander, insbesondere mit Bevölkerung und Vereinen und anderen Institutionen, die sich unter Anton Birle zu einem Normalzustand entwickelt hat, weiter pflegen zu können und zu dürfen.

In Krumbach ein Haus gebaut

Eine letzte Frage, Herr Wetzel, werden Sie sich in absehbarer Zeit auch wohnlich in Ziemetshausen niederlassen?

Ralf Wetzel: Nun, da wir einerseits erst vor einigen Jahren in Krumbach ein Haus gebaut haben und andererseits mich mein Weg zum neuen Arbeitsplatz über gut ausgebaute Umgehungsstraßen und nicht durch ein einziges Dorf hindurch führt, werde ich verständlicherweise, auch im Interesse meiner Familie, meinen jetzigen Wohnsitz beibehalten.Dies hat auch den positiven Nebeneffekt der Neutralität.

Ralf Maximilian Wetzel ist am 12. Februar 1978 geboren, verheiratet und dreifacher Familienvater. Mit seiner Familie lebt er in Krumbach. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister von Ziemetshausen war er im Landratsamt Günzburg beruflich tätig.

Interview: Peter Voh

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