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Interview

31.12.2017

Gartenhallenbad: „Stadtgrenzen dürfen keine Rolle spielen“

Wo führt die Zukunft des Gartenhallenbads hin?
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Wo führt die Zukunft des Gartenhallenbads hin?
Bild: Bernhard Weizenegger

Zum 1. Januar übernimmt der Zweckverband Hallenbad Nord den Betrieb des Gartenhallenbads in Leipheim. Matthias Kiermasz verrät, wie es weitergeht.

Noch steht nicht fest, wie es in Zukunft mit dem Gartenhallenbad in Leipheim weitergehen soll. Wird das Gebäude saniert oder wird an einem anderen Standort ein neues Bad gebaut? Wir haben mit dem Vorsitzenden des Zweckverbands Hallenbad Nord, den Kammeltaler Bürgermeister Matthias Kiermasz, über die Zukunft eines Hallenbades im nördlichen Landkreis und den Konkurrenzkampf zwischen Leipheim und Günzburg als Bad-Standort gesprochen.

Herr Kiermasz, wie oft gehen Sie im Gartenhallenbad zum Schwimmen?

Matthias Kiermasz: Leider viel zu wenig. Aber es zählt zu meinen guten Vorsätzen für das neue Jahr, öfters dorthin zu gehen.

Am 1. Januar übernimmt der Zweckverband Hallenbad Nord den Betrieb des Gartenhallenbads. Hatten Sie jemals Sorge, dass der Zweckverband nicht zustandekommen könnte?

Kiermasz: Ja, bis zuletzt. Es kam auf jeden Gemeinderat an. Der Wille mitzumachen war da. Aber die Erfahrungen im Bereich Burgau und der Verwaltungsgemeinschaft Haldenwang (Anmerkung der Redaktion: Die Stadt Burgau und die Gemeinden der VG Haldenwang sind dem Zweckverband nicht beigetreten) haben gezeigt, dass es auch durchaus kritische Stimmen gibt. Aber ich hatte immer gehofft, dass es letztendlich doch gut ausgeht. Ein Scheitern lag aber immer in der Luft.

Sie engagieren sich sehr stark, auch schon vor der Wahl zum Vorsitzenden. Wie kommt das?

Kiermasz: In meiner Zeit als Kreiskämmerer war ich auch für das Gartenhallenbad verantwortlich. Ich habe eine Verbindung zu den Mitarbeitern und ich wollte, dass es eine Zukunft für die Einrichtung gibt. Es muss ein Hallenbad im nördlichen Landkreis geben. Also habe ich es in die Hand genommen.

Welche zentralen Aufgaben hat der Zweckverband?

Kiermasz: Der Zweckverband hat zwei Aufgaben. Zum einen übernimmt er zum Jahreswechsel den Betrieb des Gartenhallenbades. Für die Mitarbeiter und die Gäste wird diese Übernahme aber nicht sichtbar werden. Das Bad behält seinen Namen, auch an den Preisen und den Öffnungszeiten ändert sich nichts.

Und die zweite Aufgabe?

Kiermasz: Wir müssen eine Zukunftslösung für die Einrichtung erarbeiten. Wir haben im Zweckverband beschlossen, dass es ein Familienbad im nördlichen Kreis geben soll. Die Frage ist nur, ob das bestehende Bad generalsaniert wird, oder an einem neuen Standort ein neues Hallenbad gebaut wird. Dafür sind drei mögliche Standorte in Leipheim und Günzburg im Gespräch.

Wann fällt diese Entscheidung?

Kiermasz: Wir haben uns ein ehrgeiziges Ziel gesetzt: Bis Juli 2018 soll die Entscheidung fallen. Das werden wir schaffen, ich bin sehr zuversichtlich, dass wir den Zeitplan einhalten werden. Wir arbeiten im Verband sehr zielorientiert miteinander.

Was spricht für eine Sanierung, was spricht für einen Neubau?

Kiermasz: Für eine Sanierung spricht, dass die Gebäudehülle vorhanden ist. Die Infrastruktur ist bereits vor Ort. Aber deshalb ist man auch bei der räumlichen Umgestaltung eingeschränkt. Für einen Neubau spricht, dass man auf der freien Wiese planen und sich frei entfalten kann. Während der Bauphase könnte der Betrieb im bestehenden Bad weiterlaufen. Beim Neubau muss mit Kosten in Höhe von einem zweistelligen Millionenbetrag gerechnet werden. Bei einer Generalsanierung würde auf einen Zeitraum von 30 Jahren gesehen zwar eine ähnlich hohe Summe anfallen, allerdings könnte die Sanierung abschnittsweise erfolgen – damit würden die Kosten nicht auf einen Schlag anfallen.

Man könnte von einem Konkurrenzkampf zwischen Leipheim und Günzburg sprechen. Wie sehen Sie das?

Kiermasz: Das ist für mich schwer zu beurteilen. Ich kann jeden Bürgermeister verstehen, der sich gewisse Einrichtungen in seiner Kommune wünscht. Meine persönliche Meinung ist, dass die Stadtgrenze keine Rolle spielen darf. Die Bedürfnisse der Bevölkerung müssen im Vordergrund stehen. Wir suchen nach der besten, wirtschaftlichsten und bedarfgerechtesten Lösung.

Besteht die Gefahr, dass es im nördlichen Landkreis künftig gar kein Familienbad mehr geben wird?

Kiermasz: Theoretisch ja. Wenn wir uns für keine Zukunftslösung entscheiden können, hat alles mal seine Grenzen. Aber der derzeitige Stand der Dinge spricht nicht dafür. Wir kommen sehr gut voran.

Welche nächsten Schritte stehen im Zweckverband nun an?

Kiermasz: Zum 1. Januar übernehmen wir die Trägerschaft. Ende Januar gehen die Beratungen im Arbeitskreis weiter. Dann werden wohl die ersten Bewertungsgrundlagen für die Standorte vorliegen. Außerdem sind Aktionen geplant. Das Gartenhallenbad muss präsenter werden.

Das ist der Zweckverband Hallenbad Nord

Mitglieder sind die Gemeinden und Städte Bibertal, Bubesheim, Burtenbach, Günzburg, Gundremmingen, Jettingen-Scheppach, Kammeltal, Kötz, Leipheim, Offingen, Rettenbach sowie der Landkreis Günzburg. Sie verfügen jeweils über eine unterschiedliche Anzahl von Stimmen im Gremium, entsprechend ihrem prozentualen Anteil an der Umlage für den Verband. Die größten Anteile haben der Landkreis Günzburg (45 Prozent), die Stadt Leipheim (25,1 Prozent) und die Große Kreisstadt Günzburg (13,7 Prozent).

Aufgabe des Verbands ist es, eine Zukunftslösung für ein Hallenbad im nördlichen Landkreis Günzburg zu erarbeiten – und dabei zu untersuchen, ob sich entweder der Weiterbetrieb und die dafür erforderliche Sanierung des Leipheimer Gartenhallenbades lohnt, oder, ob und vor allem, wo ein Neubau sinnvoll wäre.

Zum Jahreswechsel übernimmt der Zweckverband Hallenbad Nord den Betrieb des Gartenhallenbads in Leipheim. Bislang hat der Landkreis Günzburg das defizitäre Familienbad selbst betrieben. Aus rechtlichen Gründen ist dies allerdings nicht mehr möglich.

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