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Burgau

05.01.2017

„Geheimsache“ kommt nach Burgau

Besondere Einblicke in das geheime Rüstungsprojekt im Scheppacher Forst gibt die Ausstellung, die im Museum Burgau zu sehen ist.
Bild: Marcus Merk

Die Ausstellung zum KZ und Waldwerk ist demnächst im Museum zu sehen.

Heute erinnert ein Mahnmal aus Stein an das Konzentrationslager (KZ), das in den letzten Kriegsmonaten 1945 viel Leid nach Burgau gebracht hat: Mehr als 1000 Menschen waren auf dem 36000-Quadratmeter-Gelände an der Mindel hinter Stacheldraht eingesperrt. Die meisten von ihnen kamen aus Polen und Ungarn. Halb verhungert, todkrank und erschöpft lebten die überwiegend jüdischen Frauen in den Holzbaracken der Messerschmitt AG, die im Scheppacher Forst Hitlers „Wunderwaffe“ baute. Mehr zum Rüstungsprojekt mit Details, Hintergründen und Zusammenhängen zeigt eine Ausstellung, die ab 15. Januar im Museum der Stadt zu sehen ist.

Wie in Zusmarshausen, wo mehr als 1500 Interessierte an zehn Öffnungstagen kamen, gibt es ein Begleitprogramm.

Gezeigt wird, wie die Produktion im geheimen Waldwerk zwischen Burgau, Jettingen und Zusmarshausen abgelaufen ist. Auch das System dahinter wird thematisiert. Um den mehr als 1000 Juden, die im Konzentrationslager Burgau untergebracht wurden, ein Gesicht zu geben, sind alle verfügbaren Namen samt Schicksalsweg auf Karten zu finden. Die Ausstellungsmacher Andreas Decke, Maximilian Czysz und Hans-Peter Englbrecht zeigen die schlechte Lebensmittelversorgung genauso wie die primitiven Arbeitsbedingungen im Wald. Für viele Frauen wurde der Zugtransport aus den Lagern Bergen-Belsen und Ravensbrück eine Reise in den Tod.

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Etwas Menschlichkeit zeigten damals stille Helfer, die ihr Leben riskierten: Katharina Felber aus Glöttweng beispielsweise, die Häftlingen nachts heimlich Essen an ihrem Hof abstellte. Die Männer dankten es der mutigen Bäuerin mit einer selbst gebauten Kartoffelpresse. Sie ist wie viele andere Exponate in der kreativ arrangierten Ausstellung zu sehen.

Neu hinzugekommen ist unter anderem ein Gerätebrett der Me 262, das die Burgauer Ausstellungsmacherin Martina Wenni-Auinger von Stefan Lackner bekommen hat. Ein anderes Exponat, das bislang noch nicht zu sehen war: Holzpantoffeln. Sie stammten von zwei jüdischen Jugendlichen, erinnert sich Franziska Stegherr.

Die Ausstellung läuft von Sonntag, 15. Januar, bis Sonntag, 19. Februar, und ist jeweils sonntags von 14 bis 17 Uhr im Museum zu sehen. Der Eintritt zur Sonderausstellung ist kostenlos. Die Vernissage ist am 15. Januar um 14 Uhr. Das Begleitprogramm sieht folgendermaßen aus: Am 22. Januar gibt es eine Führung durch den Kuno-Wald mit Hans-Peter Englbrecht. Treffpunkt ist der Parkplatz des Outlets Jettingen-Scheppach um 14 Uhr. Am 29. Januar, 15 Uhr, gibt es einen Vortrag von AZ-Redakteur Maximilian Czysz: „Das Unrecht vor der Haustüre: Leben und Arbeit im KZ Burgau und im geheimen Waldwerk Kuno“. Am 5. und 12. Februar bietet Museumsleiterin Martina Wenni-Auinger Führungen durch die Ausstellung an. Sie beginnen jeweils um 15 Uhr. Und am 19. Februar, 15 Uhr, steht ein Vortrag von Buchautor Alois Epple über das „Schonungslager“ Türkheim auf dem Programm.

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