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Lesung

21.11.2018

Gereimte Lachgeschichten begeistern

Die Ostallgäuerin Waltraud Mair, neben vielen anderen Berufen auch Mundartdichterin, las in charmantem Zungenschlag aus ihren zahlreichen Büchlein beim Lions Club Mittelschwaben als Rahmenprogramm zu dessen Büchermarkt im Haus St. Michael in Krumbach.
Bild: Gertrud Adlassnig

Der Lionsclub Mittelschwaben hat heuer zum Büchermarkt Mundartdichterin Waltraud Mair eingeladen

Zu einem vergnüglichen, 90-minütigen „Stündchen“ zwischen Siesta und Sonntagskaffee hatte der Lions Club Mittelschwaben als Rahmenprogramm zu seinem Büchermarkt in das St. Michaelsstüble nach Krumbach eingeladen. Dort erwarteten die überwiegend weiblichen Besucher Geschichten, die das Leben schrieb und solche, die sich eine Frau mit viel Fantasie und noch mehr Humor ausgedacht hat. Die Ostallgäuerin Waltraud Mair, neben vielen anderen Berufen auch Mundartdichterin, las in charmantem Zungenschlag aus ihren zahlreichen Büchlein und reizte die Zuhörer immer wieder zu wahren Heiterkeitsausbrüchen mit Juchzern und Lachsalven.

Waltraud Mair, deren Lesung musikalisch von der Thannhauser Familie Held begleitet wurde, gab zunächst einen humoristisch bearbeiteten Einblick in ihr Leben: Drei Kinder, ein Mann, zahlreiche politische und gesellschaftliche Engagements inspirieren sie immer wieder aufs Neue zu heiteren Geschichten, die sie nicht als Prosa, sondern in Reimform auf den Punkt und zu Papier bringt, ohne einen moralischen Zeigefinger zu erheben, sondern ganz einfach, um ihre Leser und Zuhörer zu erfreuen. Die finden sich in vielen ihrer Gedichte auf die eine oder andere Weise an eigene Erlebnisse erinnert.

Für die Lesung in Krumbach hatte sie zehn Geschichten, Anekdoten, gereimte Scherze aus ihren mittlerweile sechs Büchlein ausgewählt, die das weite Spektrum eines erfüllten Lebens abdecken. Diese kleinen literarischen Leckerbissen sind durchweg geprägt von einem unerschütterlichen Humor, dem es Waltraud Mair verdankt, auch der peinlichsten und ärgerlichsten Situation noch eine durchaus witzige Seite abzugewinnen.

Wenn Waltraud Mair die diametralen Haltungen eines alten Ehepaares beleuchtet, sei es in Sachen Tierliebe oder im Wellnesshotel, dann könnte das leicht auch mit Meckereien, Verbitterung und Herabwürdigung geschehen. Doch die Ostallgäuerin, die das Herz am rechten Fleck trägt, lässt jedem seine Würde und versteht es, ihren Geschichten einen fröhlichen Ausgang zu geben.

Altes Glump contra Schätze

Auch, wenn die Familie einen alten Schrank ausräumt und jeder die eigenen „Schätze“ bewahren möchte, das „alte Glump“ des anderen aber entsorgen will, könnte das böse ausgehen, könnte es Sieger und Verlierer geben. Bei Waltraud Mair ist das Zeug zwar letztlich unwiederbringlich verloren, doch das spielt keine Rolle mehr, denn alle haben eines gewonnen: einen Grund, sich kringelig zu lachen.

Was Waltraud Mair nicht selbst erlebt hat, das wird ihr zugetragen, denn bei der berühmten Bidingerin sind auch alte Geschichten und Überlieferungen als Vorlagen zu einer Humoreske in besten Händen. So die über einen Tierarzt auf sie überkommene Geschichte aus den 1920er-Jahren, in der ein reicher Bauer nach einer großzügigen Freibierrunde von einem findigen armen Burschen aus einer misslichen Lage befreit werden musste, aus der der Großbauer als begossener Pudel, aber gerettet, hervorging.

Auch die Geschichte vom Pfarrer, der seine ganze Gemeinde der Lüge überführt, gehört wohl zu den tradierten Anekdoten, während der Dialog zwischen zwei Hausspinnen ein herrliches Fantasiegespinst ist.

Zwischen ihrem Lesevortrag gab die Autorin allerlei Anekdoten zum Besten, die nicht immer die Einführung zum nächsten Gedicht darstellten, sondern auch für sich selbst stehen konnten. Eine charmante Plauderei, der man den Profi auf angenehme Weise anmerkte, mit der sie die Aufmerksamkeit der Zuhörer auf sich konzentrierte, deren eigene Erinnerungen und Erfahrungen mit den ihren bestätigend verknüpfte. Schließlich ist Waltraud Mair eine Frau mit Bühnenerfahrung, die auch als Kabarettistin in Schwaben weißblau im Fernsehen auftritt.

Für das kostenlose Vergnügen konnten sich die Besucher des Büchermarkts im Haus St. Michael mit einer Spende für ein soziales Projekt des Lions Clubs Mittelschwaben bedanken.

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