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Kammerkonzert

19.02.2018

Gespielte Leidenschaft

Was die Besucher des Kammerkonzerts im Mindelsaal am meisten begeisterte, war die Virtuosität und Hingabe, mit der Heidi Schmid (Geige), Susanne Schmid (Horn) und Joseph-Maurice Weder (Klavier) sich ihren Werken zuwandten.
Bild: Claudia Bader

Mit dem Auftritt ihres virtuosen Trios setzen die Töchter Engelbert Schmids eines Glanzpunkt im Mindelsaal

So spannend und berührend, voller Leidenschaft und ekstatisch entflammt ist das Allegro aus Mozarts „Hornquintett in Es-Dur“ nicht oft zu hören. Dass es im Mindelsaal nicht von fünf Hörnern, sondern in der Trioversion für Horn, Violine und Klavier interpretiert wurde, gab der Komposition einen besonderen Reiz. Was die Besucher des Kammerkonzerts aber am meisten begeisterte, war die Virtuosität und Hingabe, mit der Heidi Schmid (Geige), Susanne Schmid (Horn) und Joseph-Maurice Weder (Klavier) sich ihren Vorträgen zuwandten.

Um die lange Winterpause bis zur Open-Air-Saison im Amphitheater zu überbrücken, hat Engelbert Schmid mit dem Kammerkonzert einen besonderen Glanzpunkt gesetzt. Was lag näher, als seine beiden Töchter Heidi Schmid und Susanne Schmid, die mittlerweile als internationale Solistinnen berühmt sind, zu engagieren. Mit Joseph-Maurice Weder stand ihnen ein ebenso virtuoser Könner am Steinway-Flügel zur Seite, einfühlsam begleitend, aber auch eigene Ambitionen entfaltend.

Das junge Ensemble gab sich intim-spielerisch und traf in einer hoch konzentrierten, aber auch vertraut wirkenden Übereinstimmung den Impuls der präsentierten Werke stilvoll und sensibel. Vom ersten Ton an spürte man eine Gespanntheit, eine rhythmische Dynamik, eine Klarheit und Ausdrucksstärke der Solisten. Mit dem „Trio Nr. 1“ des französischen Hornisten und Komponisten Frédéric Duvernoy durften die zahlreichen Zuhörer ein Werk genießen, das in der Reihe „Trois Trios concertant“ entstanden ist und um 1820 bei einem Pariser Verlag veröffentlicht wurde. Während Susanne Schmid die Klänge ihres Horns gekonnt variierte, entlockte Heidi Schmid ihrer Geige faszinierende Tonkaskaden. Wenn die beiden Künstlerinnen sich parallel bewegten, taten sie es mit traumwandlerischer Sicherheit, wo sie gegeneinander spielten, geschah dies mit größtmöglicher Rücksichtnahme auf den anderen. Am Klavier entfaltete Joseph-Maurice mit virtuos-perlenden Läufen eine überschäumende Spielfreude.

In Franz Schuberts „Gran Duo in A-Dur“ ließ Heidi Schmid in atemberaubender Technik den Bogen nur so über die Saiten fliegen. Die Begleitung am Flügel war voller Vitalität, Esprit und eleganter Kraft. Mit der „Sonate Nr. 3 in d-moll“ von Johannes Brahms unternahmen Violine und Klavier einen Sprung in die Romantik.

Wer die Augen schloss – um das akustische Erlebnis zu intensivieren – konnte an manchen Stellen meinen, zwei Violinen zu hören. Auch in der nach anhaltendem Applaus gebotenen Zugabe begeisterten die Künstler auf Horn, Violine und Klavier durch herausragende Perfektion, Homogenität im Klang sowie Exaktheit bei den Einsätzen. Was das Konzert so nachhaltig machte, war die Hingabe und Leidenschaft, mit der die Musiker sich den Werken zuwandten und dabei ihre eigenen Interpretationsmöglichkeiten voll ausschöpften.

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