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Internetanbindung

15.06.2020

Glasfaser: Welche Möglichkeiten es für Aichen gibt

Der Internetausbau mit Glasfaserkabeln war jetzt ein Thema im Gemeinderat Aichen.
Bild: Christine Riedmann-Pooch

Experte stand jetzt im Gemeinderat Rede und Antwort. Auf welche Details es beim Ausbau ankommt

Eine verbesserte Internetanbindung für die Aichener Gemeindekanzlei und die Perspektiven für die Gemeinde Aichen: Welcher Weg ist da der richtige? Im Gemeinderat war dies jetzt ein zentrales Thema.

Bei der Februar-Sitzung stand der Internet-Anschluss der Gemeindekanzlei mit schneller Glasfaser auf der Tagesordnung. Damals erklärte Bürgermeister Alois Kling, dass Kommunen für eine Glasfaser-Anbindung bis zu 90 Prozent Staatszuschuss bekommen können. Dieser sei aber auf eine Höchstsumme von 20000 Euro gedeckelt. Das vorliegende Angebot sei zwar akzeptabel, aber mit rund 50000 Euro für das ganze Projekt zu teuer.

Gemeinderat Christian Smetana machte damals den Vorschlag, man solle von der Anbieter-Firma Corwese einen Fachmann in Sachen Glasfaser-Anbindung einladen. Nun war Jürgen Schuster erschienen und vermittelte Informationen über die verschiedenen Fördermöglichkeiten des Staates beim flächendeckenden Glasfaser-Ausbau in allen drei Ortsteilen.

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Seit März 2020, so begann Schuster, gibt es eine neue Gigabit-Richtlinie über die Staatsförderung beim Ausbau mit Glasfaser, die bis Ende 2025 gültig ist. Diese wurde aufgrund des Einspruches der EU-Kommission erlassen, da Bayern bereits 2014 beschlossen hatte, einen kostenlosen DSL-Anschluss in jedem Haus errichten zu lassen.

Die aktuelle Situation in Aichen sei, dass der Breitband-Ausbau mit Glasfaser nur bis zu den Verteilerkästen der LEW vorhanden sei. Von dort führen ausschließlich Kupferkabel zu den Nutzern, denen nur 20 bis 30 m/Bits zur Verfügung stehen. Angestrebt werden aber 100 und mehr m/Bits. Zudem habe die Gemeinde drei neue Baugebiete ausgewiesen, die natürlich auch mit schnellem DSL versorgt werden sollen. Beim abgeschlossenen Breitband-Ausbau waren nur 500 Haushalte förderfähig. Somit ist das Förder-Kontingent bereits ausgeschöpft. Nun gibt es, so Schuster weiter, erstmals eine staatliche Förderung auch für „graue Flecken“, auch wenn bereits ein Netzwerk mit mehr als 30 m/Bits vorhanden ist. Eine Förderung ist in vielen Bereichen möglich. Somit können Bandbreiten bis zu 250 m/Bits und mehr erreicht werden, was besonders für Unternehmen von großer Wichtigkeit sei. Ein Hemmnis ist immer die Länge des zu benutzenden Kupferkabels vom LEW-Verteiler zum Nutzer. Es sind in Aichen, Memmenhausen und Obergessertshausen jeweils nur zwei Verteilerkästen vorhanden, was große Strecken zum Nutzer bedeutet.

Der Fördersatz für Gemeinden im ländlichen Raum kann bis zu 90 Prozent betragen. Gefördert werden auch „Räume mit besonderem Handlungsbedarf“, zu denen Aichen zählt. Der Eigenanteil der Gemeinde hängt von vielen Faktoren ab und müsste zuerst genau errechnet werden. Von großer Bedeutung sei auch die Ausweisung von Gewerbebetrieben prozentual zu den Privat-Haushalten.

Für die Glasfaser-Anbindung der Gemeindekanzlei gilt eine besondere Regelung: Die geschätzten Kosten belaufen sich laut Schuster auf 50000 Euro, die Förderung beträgt 20000 Euro. Somit wäre der Eigenanteil rund 30000 Euro. Da die Gemeinde aber erst 18000 Euro ihres eigenen Förder-Budgets von 50000 Euro verbraucht habe, kann der Rest von 32000 Euro nur noch in 2020 beantragt werden und muss bis 2022 verbraucht sein.

Sollte die Gemeinde eine Ausschreibung vornehmen, erfolgt immer ein Angebot für den Glasfaser-Ausbau bis in jedes Haus. Ob aber alle Häuser förderfähig sind, muss der Anbieter erst errechnen, erläuterte Schuster abschließend. Dem Referat schloss sich eine ausgiebige Diskussion mit vielen Fragen und Antworten an. Bürgermeister Kling bedankte sich für die Ausführung und meinte, man werde sich noch öfters mit dem Thema beschäftigen müssen.

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