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Porträt

11.05.2019

Gradlinig und stets bei der Wahrheit

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Pfarrer Herbert Schuler aus Langenhaslach feiert am 19. Mai in der Pfarrkirche Langenhaslach sein Diamantenes Priesterjubiläum.

Pfarrer Herbert Schuler aus Langenhaslach feiert sein Diamantenes Priesterjubiläum. Was seine Schwester über ihn sagt

„Er ist gradlinig, bleibt stets bei der Wahrheit und ist pünktlich“. Niemand kennt Pfarrer Herbert Schuler aus Langenhaslach besser als seine Schwester Elisabeth. Jetzt kann der Geistliche sein Diamantenes Priesterjubiläum feiern. Er wurde am 10. Mai 1959 in Dillingen zum Priester geweiht. „Ich bin gerne Pfarrer“, so der Seelsorger im (Un)Ruhestand. Leidenschaftlich hilft er in der Pfarreiengemeinschaft Neuburg aus und hält insbesondere in seiner Heimat Langenhaslach die Messe.

Für den 88-Jährigen schließt sich an seinem Lebensabend ein Kreis. Er ist als Sohn des Seegrashändlers Franz-Xaver Schuler und dessen Ehefrau Leokadia mit sieben Geschwistern in dem Dorf im Haseltal aufgewachsen. Nach einem abwechslungsreichen und erfüllten Leben als Kleriker kehrte er vor einigen Jahren im Ruhestand an den Ort seiner Kindheit zurück. Im Rückblick spricht er spontan und unverblümt ein für ihn tragisches Datum an. „Es war der 19. November 2002“, erinnert er sich.

Kurz nach seiner Emeritierung setzt ihm zuhause ein Schlaganfall massiv zu. Spontan und ohne Vorbote. „Ich konnte ein halbes Jahr nicht mehr reden und schreiben“, spricht er nachdenklich. Doch der Pfarrer Herbert Schuler „kämpfte“ sich zurück. Mit großer Selbstdisziplin lernte er wieder sprechen. Nach zwei Jahren hielt er wieder einen Gottesdienst. „Frei reden ist nicht mehr möglich, jetzt les ich halt meine Predigten vom Papier ab“, sagt er.

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Schnell wird deutlich, dass bei ihm die Seelsorge absolute Priorität hat. „Ich habe immer eine Freude daran gehabt, Menschen helfen zu können“. Als Pfarrer müsse man mit den Leuten reden, betont er fast mahnend und empfiehlt dies seinen Priesterkollegen. Kirche, Glaube und die Verbindung zu Gott waren ihm seit seiner Kindheit wichtig. Deshalb sei er auch Pfarrer geworden.

Schuler war zunächst Ministrant. „Als ich 18 Jahre war, habe ich überlegt und gedacht, ich könnte Pfarrer werden“. Der damalige Dorflehrer habe ihm empfohlen, in die Oberschule nach Krumbach zu gehen. Von dort ging er dann zu den Mariannhiller Missionaren nach Reimlingen. Das Abitur legte er in Lohr am Main ab. Es folgte ein sechsjähriges Studium mit zwölf Semestern an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Dillingen. Der Geistliche war Kaplan in Krumbach, Benefiziatvikar in Babenhausen, Militärpfarrer in Kaufbeuren und Priester in Füssen und Thannhausen. Er wirkt zufrieden. „Ich würde alles wieder so machen. Ich halte gerne eine Predigt und spreche gerne über die Bibel“.

Geprägt habe ihn die Zeit als Militärpfarrer. Über den Unterricht hatte er einen engen Kontakt zu den Soldaten und kannte deren Probleme. „In dieser Zeit habe ich viel gelernt“. Dort, wo er tätig war, hat er Spuren hinterlassen. In Füssen wirkte er unter anderem als Dekan und war maßgeblich für den Bau des Kindergartens verantwortlich. In Thannhausen lag ihm die Sozialstation am Herzen. „Man muss mit der Pfarrei eine Einheit bilden“, sagt Schuler. Dann könne man viel erreichen. Eine wichtige Stütze ist ihm bis heute seine Schwester Elisabeth. Die 92-Jährige hat ihn stets begleitet. „Sie ist und war immer da, wenn ich was brauche, in guten und schlechten Zeiten“, so Schuler.

Der Rückgang der Mitglieder der beiden großen Kirchen bedrückt auch ihn. „Die Leute müssen wieder lernen, was Glauben ist“, so Schuler. Das „A und O“ sei in die Kirche zu gehen. Über eine gute Predigt könne der Pfarrer die Menschen erreichen. Dies ist auch am 19. Mai um 10 Uhr möglich. Dann wird er mit den Gläubigen sein Diamantenes Jubiläum in der Langenhaslacher Pfarrkirche feiern. So wie er es vor 60 Jahren getan hat. In Langenhaslach hat es seither keine Primiz mehr gegeben.

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