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Uttenhofen

28.11.2013

Großes Konzert in kleiner Kirche

Stefanie Wagner (Sopran) und Wolfram Seitz (Orgel) legten beim Cäcilienkonzert ein für ihr Alter bewundernswertes Können an den Tag.
Bild: Peter Voh

Ein musikalischer Leckerbissen war das Cäcilienkonzert in der Kapelle St. Josef in Uttenhofen. Mit einer einladenden freien Orgelimprovisation eröffnete der 24-jährige Orgelvirtuose Wolfram Seitz aus Thannhausen die Konzertstunde.

Mit freudig springenden Tönen, dezent von der Orgel begleitet, sang Stefanie Wagner aus der Bachkantate „Mein gläubiges Herz“ und interpretierte mit viel Freude den großen Kirchenmusiker. „Bist du bei mir“, eine gängige Melodie der Klassik aus dem Notenbuch der Anna Magdalena Bach, wurde von der 20-jährigen Sopranistin mit viel Timbre in der Stimme dargebracht. Mit einem Orgelintermezzo in wiederum freier Improvisation ließ Wolfram Seitz sein enormes Talent auf der Orgel, Königin der Kirchenmusikinstrumente, aufblitzen. „Schafe können sicher weiden“ aus einer Bach-Kantate ließ die Zuhörer aufhorchen. Vom ersten Ton an hatte Wagner den für ihr Alter ungewöhnlich voluminösen Stimmumfang zur Geltung gebracht. In großer Harmonie auch die weichen Übergänge von der Orgel zum Gesang. Sicher war dieses Stück bei den sachkundigen etwa 100 Konzertbesuchern die heimliche „Nummer 1“ der gesamten Darbietung. Ein Quantensprung dann zu „I’ll make music“, einer Komposition des 1944 geborenen Walisers Karl J. Jenkins, der auch als Rockjazzer ein Begriff ist. Auch hier wieder große Harmonie zwischen Orgel und Gesang, dazu ein gewinnendes eloquentes Auftreten der jungen Sängerin, die von Kindesbeinen an Ballett tanzt und ab kommendem Jahr am Mozarteum in Salzburg ihrer schon ausgereiften Stimme mit einem Gesangsstudium den theoretischen Hintergrund geben möchte.

Zurück in die Barockzeit führte das Ave Maria von Caccini, von der Orgel in tiefen Tönen getragen und mit großer Hingabe zur Mutter Gottes dargebracht. Dazu exakte Stakkati mit überfallartigen hohen Soli des Soprans, ein Ohrenschmaus. Mit einer weiteren Orgelimprovisation konnte der Kirchenmusikstudent sein ganzes Können beweisen. Mozarts „Alleluja“ aus dem Exultate Jubilate, deren Tonsprünge von der Sängerin grazil und gestenreich nachvollzogen wurden, war ein Beispiel des Ausdrucks der Musik des begnadeten Komponisten. Mit dem letzten Stück „The Lord bless you“ des 1945 geborenen John Rutter bewiesen Stefanie Wagner und Wolfram Seitz noch einmal, dass sie ihr Metier auch mit der Wiedergabe zeitgenössischer Komponisten beherrschen. Als Zugabe zelebrierten die jungen Künstler Mozarts „Alleluja“ noch einmal und brachten die ganze Begeisterung mit musikalischer Leichtigkeit und vorgelebter Freude zum Ausdruck. (vop)

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