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02.06.2014

Gute und schlechte Autoren

Auch in der Mundart gibt es Triviales und Hochkarätiges

Klaus Wolf und junge Wissenschaftler der Uni Augsburg setzten sich beim ersten „Literarischen Salon auf Schloss Edelstetten“ intensiv mit der Erforschung mundartlicher Literatur auseinander. Der Professor für Deutsche Literatur und Sprache des Mittelalters und der frühen Neuzeit mit Schwerpunkt Bayern, beantwortete am Rand der Tagung einige grundsätzliche Fragen zur Mundartliteratur.

Wie unterscheidet sich Mundartdichtung von hochsprachlicher Dichtung im Hinblick auf das inhaltliche und stilistische Niveau, die Zielgruppe, die Allgemeingültigkeit der Aussagen?

Mundartdichtung kennt wie Dichtung in der sogenannten Hochsprache gute wie schlechte Autoren. Es gibt triviale Dichtung wie elitäre Höhenkammliteratur sowohl in der Mundart wie auch in der Hochsprache. Auch die Zielgruppe ist gleichermaßen variabel. So schätzte Goethe den heute thematisierten schwäbischen Mundartdichter Sebastian Sailer sehr. Allgemeingültige Aussagen lassen sich sehr gut in der Mundart formulieren, wenn wir etwa an die Sozialdramen Gerhart Hauptmanns denken oder an die ’Heilige Nacht’ Ludwig Thomas, die mitten im Steckrübenwinter 1917 entstand.

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Seit wann und warum wird mundartlicher Dichtung in Forschung und Lehre ein breiterer Raum zugebilligt?

Pionier ihrer Erforschung ist zumindest für Bayern Johann Andreas Schmeller (19. Jahrhundert).

Worin liegt der wissenschaftliche Schwerpunkt in der Erforschung der Mundartdichtung? Wird Mundartdichtung mit hochsprachlicher Dichtung verglichen oder werden die verschiedenen Mundarten untereinander verglichen?

Der wissenschaftliche Schwerpunkt liegt einerseits sprachwissenschaftlich in der Erforschung des Dialekts andererseits literaturwissenschaftlich in der literaturgeschichtlichen Einordnung in die jeweilige Epoche. Dabei erfolgt der Vergleich meist mit der hochsprachlichen Dichtung.

Warum spricht man meist von Mundartdichtung, nicht von Mundartliteratur?

Beide Begriffe existieren gleichberechtigt. (adl)

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