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02.03.2009

Hebt Stadtrat Beschluss auf?

Günzburg (alk) - Wird der Günzburger Stadtrat bei seiner nicht öffentlichen Sitzung am heutigen Montagabend den Beschluss, der Freifläche zwischen Sparkasse/AOK und Jahnhalle die Bezeichnung "Sparkassen-Platz" zu geben, aufheben? Sparkassendirektor Walter Pache hat sich nach der Kritik einer großen Zahl von Bürgern in einem Brief an Oberbürgermeister Gerhard Jauernig gewandt. Pache bittet darum, gegebenenfalls den Beschluss zu korrigieren, teilte die Stadt mit. Wenn der Stadtrat dem Wunsch der Bank nähertreten wolle, dann müsse der Stadtratsbeschluss formell aufgehoben werden, teilte der OB mit.

175. Geburtstag - ein geeigneter Zeitpunkt

Wie berichtet, hatte der Stadtrat Mitte Dezember mit deutlicher Mehrheit entschieden, der Rasenfläche zwischen Jahnhalle, Forum am Hofgarten und Sparkasse/AOK in der Innenstadt die Bezeichnung "Sparkassen-Platz" zu geben. Das Gremium wollte damit dieser Wiese, auf der während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die Munk-Arena aufgestellt wurde, einen Namen geben. Bereits zu dieser Zeit wurde mehrfach öffentlich, auch in Berichten unserer Zeitung, von der "Munk-Arena auf dem Sparkassen-Platz" gesprochen.

Da das Kreditinstitut in diesem Jahr sein 175-jähriges Jubiläum feiert, sahen die Kommunalpolitiker den geeigneten Zeitpunkt, um den für den Platz umgangssprachlich bereits häufig verwendeten Namen ganz offiziell so zu beschließen.

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In den zurückliegenden Wochen gab es darüber in Günzburg eine sehr kontroverse Diskussion. Eine Reihe von Bürgern verbinden mit der Fläche immer noch den Namen "Stadtgarten". Andere verweisen darauf, dass diese Umgebung einmal historisch als "Kapuzinergarten" bezeichnet wurde. Wieder andere sehen keinen historischen Bezug zu dieser Restfläche und verweisen darauf, dass es den ursprünglichen Stadtgarten, in dem sogar Sportwettkämpfe stattgefunden haben, gar nicht mehr gebe. Dort stehen heute längst Landratsamt, Sparkasse und AOK. Die Gruppe derer, die die Namensgebung "Sparkassen-Platz" ablehnt, sammelte jüngst rund 500 Unterschriften (wir berichteten).

In seinem Schreiben an die Stadt führt Sparkassenchef Pache aus, dass ein Teil der Bürger über das Thema sehr emotional diskutiere und gegen eine solche Namensgebung agiere. Zugleich weist er darauf hin, dass die Sparkasse das Ganze auf der rationalen Ebene und ohne Leidenschaft betrachte. Die Sparkasse brauche keine zusätzliche Werbung durch die Namensgebung, zumal sie den Sparkassen-Platz postalisch gar nicht verwerten könne. Die Bank möchte auf keinen Fall wegen einer solchen Sache Unfrieden in die Bevölkerung bringen.

In einem persönlichen Gespräch mit dem OB sagte Pache zu, dass die Sparkasse unabhängig davon gerne bereit ist, eine Patenschaft für die Wiese zu übernehmen. Darüber hinaus wurde bei diesem Dialog der Gedanke entwickelt, auf dem Umfeld dieser Rasenfläche, in Abstimmung mit dem Historischen Verein, eine Tafel zu erstellen, auf der es Hinweise über die städtebauliche Entwicklung dieses Teilbereiches der Altstadt geben könne. Damit, so Jauernig, könne man auch anhand einer historischen Skizze auf das hinweisen, was im 17./18. und im 19./20. Jahrhundert dort an Historie entwickelt wurde. Begriffe wie "Kapuzinergarten" oder "Stadtgarten" würden sich darin wiederfinden. Die Sparkasse würde eine entsprechende Investition finanzieren.

Geldinstitut will Patenschaft übernehmen

Sollte der Stadtrat den Beschluss aufheben, bedeutet dies nach Auffassung des OB, dass die Grünfläche keinen offiziellen Namen hätte. Vielleicht, so der Rathauschef, sei dies auch gar nicht schlecht. Die einen könnten dann gut mit ihrem Stadtgarten leben, andere freuten sich auf den Kapuzinergarten und Dritte treffen sich einfach auf einer "schönen Wiese" zwischen der Sparkasse/AOK und der Jahnhalle. Viel wichtiger sei es, dass es in der Innenstadt Impulse gebe und dass auch diese Freifläche mit Leben erfüllt werde, so der OB. Dass die Sparkasse - unabhängig von der Namensbezeichnung - erklärt habe, sie wolle als Patin diesen Weg begleiten, sei sehr zu begrüßen.

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