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Krumbach

08.06.2017

Heftige Diskussion um Krumbacher Karl-Mantel-Straße

Großbaustelle Karl-Mantel-Straße: Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende September abgeschlossen sein.
Bild: Monika Leopold-Miller

Anlieger kritisieren hohe Belastungen und sprechen von „Chaosbaustelle“. Die Stadt weist dies zurück.

Ist die Karl-Mantel-Straße eine „Chaosbaustelle“, bei der die Anlieger unverhältnismäßig zur Kasse gebeten werden? Dies erklären die beiden Anlieger, Zahnarzt Dr. Thomas Weber und Peter Graßl, Geschäftsführer und Inhaber der Neba-Hausverwaltung. Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer weist dies entschieden zurück.

Absprachen im Vorfeld, dass abschnittsweise gearbeitet werde und Geschäfte und Betriebsräume immer gut erreichbar seien, würden absolut nicht eingehalten, betonen die beiden Anlieger. Die Anlieger hätten sich mehr Kommunikation mit der Stadtverwaltung erwartet, betont Graßl. Auf ein Schreiben der Anliegerinitiative an die Stadt und die Stadträte sei (bis auf Stadtrat Christoph Helmes) keine Resonanz erfolgt, was sehr enttäuschend gewesen sei, so Graßl. Er habe den Bürgermeister persönlich angesprochen. Jedoch habe er als Antwort erhalten, dass kein Gesprächsbedarf bestehe. „Transparenz geht anders“, meint Graßl dazu.

Auf die Anlieger kommen hohe Belastungen zu. Graßl und Weber nennen Beträge von bis zu 50000 Euro und in einem Fall sogar 70000 Euro, die die Anlieger schultern sollen – je nach Grundstücksgröße.

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Mit dem Ausbau der Karl-Mantel-Straße (verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit einer Tempobegrenzung auf 20 Stundenkilometer) soll die Straße enger und der Gehwegbereich erweitert werden. 40 Prozent mehr Fläche für die Fußgänger solle geschaffen werden, so Weber. Dabei solle ein Pflaster aus Granit zu 125 Euro pro Quadratmeter verlegt werden. Asphalt würde laut Weber auf rund 50 Euro pro Quadratmeter kommen. Eine Alternative wäre ein kostengünstiges Betonpflaster gewesen.

„Wir brauchen hier Qualität“, darüber sei man sich im Stadtrat einig, sagte Fischer dazu. Die Anlieger würden am meisten vom Ausbau profitieren, meint Fischer. Zudem sei die Haltbarkeit von Granit wesentlich länger als ein Billigausbau mit beispielsweise Betonpflaster. Für die Neugestaltung der Straße wird laut Stadt mit Kosten von rund 1,3 Millionen Euro gerechnet (wir berichteten).

Für Graßl und Weber ist die Karl-Mantel-Straße eindeutig eine Hauptverkehrsstraße. Bürgermeister Fischer hingegen hebt hervor, dass die Straße aufgrund ihrer Charakteristik von der Verwaltung als Haupterschließungsstraße eingestuft werde. Dies bedeutet für die Anlieger gegenüber einer Hauptverkehrsstraße Mehrkosten. Sie müssen 65 Prozent der Kosten für den Gehsteig und bei der Straße 50 Prozent übernehmen. In einem Antrag an den Rat schreibt Stadtrat Christoph Helmes: „Eine von der Verwaltung angestrebte Rückstufung zur Haupterschließungsstraße fiele allenfalls in die Zuständigkeit des Stadtrats, nicht in die Kompetenz der Verwaltung, auch nicht in etwaigem Kontakt mit dem Landratsamt.“ Monika Brehm, im Landratsamt zuständig für die Kommunalaufsicht, teilt mit, dass die Einordnung einer Straße in eine Kategorie in die Zuständigkeit der Kommunen falle. Bürgermeister Fischer betont, dass kein Beschluss des Stadtrates notwendig sei. Monika Brehm erklärt, dass das Landratsamt die Einstufung der Karl-Mantel-Straße als Haupterschließungsstraße mittrage. In einer Haupterschließungsstraße würden auf Anlieger- und Durchgangsverkehr jeweils rund 50 Prozent entfallen.

Helmes erklärt, es wäre gerecht, in der Karl-Mantel-Straße nur die Kosten für einen „fiktiven Standardausbau“ auf die Anlieger umzulegen. Das sieht auch Thomas Weber so. „Die Stadt will „Champagner“ und die Anlieger sollen dafür bezahlen.“ Die Anlieger sollen für einen Standardausbau zahlen und nicht für Schönheit, meint er. Eine Einstufung der Straße zur Haupterschließungsstraße sehen Weber und Graßl in keinem Fall gerechtfertigt. Auch die Junge Union Krumbach hatte vor Kurzem erklärt, dass die Einstufung der Karl-Mantel-Straße nicht mehr als eine „politische Fata Morgana“ sei, um die zusätzliche Belastung der Anlieger zu rechtfertigen.

In Thannhausen gebe es, so Graßl und Weber, eine bürgerfreundlichere Lösung, hier würde nur der Standard umgelegt. Da die Thannhauser Bahnhofstraße eine Staatsstraße ist, sei sie mit der Karl-Mantel-Straße nur bedingt vergleichbar, sagt Thannhausens Bürgermeister Georg Schwarz dazu. Beim Gehsteigausbau würden aber nur Standardkosten auf die Anlieger umgelegt.

Weber kritisierte auch die Arbeit des Fachbüros Cima, die Kommunikation in Sachen Straßenausbau funktioniere nicht. Cima begleitet das Projekt Karl-Mantel-Straße und tritt als Verbindungsglied zwischen Anliegern und Stadt auf. Cima hat zur Baustelle Karl-Mantel-Straße auf der Internetseite innenstadt.krumbach.de einen Blog zur Baustelle eingerichtet, auf der zum Thema gepostet werden kann. Laut Weber seien jedoch zwei von ihm verfasste Posts nicht erschienen.

Laut Cima-Projektleiter Christian Hörmann sei es bislang nicht nötig gewesen, Richtlinien zum Thema Etikette einzurichten. Doch werde man dies nachholen, da auch Dinge kommentiert würden, die so nicht richtig seien. Die Kommentarfunktion sei für sachdienliche Hinweise eingerichtet, betont Hörmann. Von Cima-Beraterin Solveig Lüthje war zu erfahren, dass voraussichtlich nächste Woche der Kreuzungsbereich Karl-Mantel-Straße/Mühlstraße fertig sein soll. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen zudem die Gehsteige in dem derzeit bearbeiteten Teilbereich der Karl-Mantel-Straße fertig sein – vorausgesetzt das Wetter macht mit.

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