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Gemeinderat

11.04.2018

Heftige Reaktionen der Eltern

Im Kammeltal gibt es Probleme mit der Kinderbetreuung.
Bild: Bernhard Weizenegger

Warum Änderungen in der Kammeltaler Mittagsbetreuung bei den Familien gar nicht gut ankommen.

Mit solchen Folgen hat Matthias Kiermasz nicht gerechnet. Den Kammeltaler Rathauschef erreichten heftige Reaktionen aus Elternkreisen nach dem Aus der gemeinsamen Mittagsbetreuung von Kleinstkindern und Grundschülern im Kindergarten Wettenhausen. Nach einer praktikablen Lösung werde noch gesucht, so Kiermasz.

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Vor dem Eingang der früheren Grundschule Ettenbeuren diskutierten sie weiter: Acht Mütter besprachen ihren Eindruck der gerade erlebten öffentlichen Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend mit voll besetzten Zuschauerplätzen. Aufgrund „mehrerer Ereignisse“, so Kammeltals Bürgermeister, sah er sich zu einer Erklärung in Sachen Betreuung von Grundschulkindern veranlasst. Entstanden ist das Problem, weil der Kindergarten Ettenbeuren stark nachgefragt ist und mehr Zugänge hat, als Kinder in die Schule kommen. Und im Kindergarten Wettenhausen die Aufnahmemöglichkeit begrenzt ist, da er demnächst komplett saniert wird. Außerdem ist eine gemeinsame Betreuung von ein bis eineinhalbjährigen Kindern mit schulpflichtigen zusammen aus pädagogischer Sicht nicht mehr möglich. Einer der Punkte, die bei den Müttern besonders auf Unverständnis stießen.

Verschiedene Facetten diskutiert

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Bei der Frage, wie der Betreuungswunsch der Eltern abgedeckt werden könne, habe der Gemeinderat verschiedene Facetten diskutiert, sagte Kiermasz. Um eine Mittagsbetreuung zu realisieren, könne unter anderem der Kinderschutzbund ins Boot geholt werden, dessen Kreisvorsitzender Kiermasz ist.

Doch das spezielle Angebot der Mittagsbetreuung stieß offenbar auf wenig Gegenliebe. Wegen der heftigen Reaktionen aus Teilen der Elternschaft hatte Kiermasz den Eindruck „Da fährt ein D-Zug über mich.“ Gegenüber unserer Zeitung bestätigten einige Mütter nach der Sitzung, dass einige Kritik am Bürgermeister in sozialen Netzwerken „unter der Gürtellinie“ gewesen seien. Weil eine Vorabinformation über die Mittagsbetreuung gefehlt habe, fühlten sich die Mütter „vor den Kopf gestoßen“.

Vom Tonfall überrascht

Kiermasz zeigte sich vom Tonfall der Äußerungen überrascht, zumal derzeit noch keine „finalen Beschlüsse“ gefallen seien. Jetzt soll am 18. April ein Informationsaustausch mit allen beteiligten Institutionen den tatsächlichen Bedarf klären. Um staatliche Fördermittel zu erhalten, sind bestimmte Anmeldezeiten vorgegeben. „Nicht sämtliche individuellen Bedürfnisse sind erfüllbar“, so Kiermasz. Bei einer Lösung dieser unterschiedlichen Ansprüche setzt der Bürgermeister auf „Solidarität“. Der Gemeinderat nehme jedenfalls die Anliegen der Eltern sehr ernst. Auf eine für beide Seiten konstruktive Lösung hofften auch die acht Mütter nach der Sitzung.

Die Wasserversorgung im Kammeltal muss ertüchtigt werden. Der aktuelle Brunnen Ettenbeuren ist sanierungsbedürftig. Um die Versorgung während der Sanierung sicher zu stellen, wäre eine Notverbundleitung erforderlich. Die Stadt Ichenhausen hat bereits die Lieferung mit bis zu 300 Kubikmeter Wasser täglich zugesichert. Im Gemeinderat hat Bürgermeister Matthias Kiermasz eine Alternativlösung ins Gespräch gebracht: Den Bau eines zweiten Brunnens. Der könnte dazu beitragen, dass die Gemeinde in ihrer Versorgung autark und für die nächsten 30 bis 50 Jahre gesichert wäre. Das Wasserwirtschaftsamt Krumbach fordert zunächst eine Machbarkeitsstudie, mit der ein Ingenieurbüro beauftragt wurde.

Erst den neuen Brunnen bauen

Zweiter Bürgermeister Johann Anwander unterstützte diesen Vorschlag. Gemeinderat Thomas Finkel fragte nach einem geeigneten Standort. Ratskollege Max Schmid brachte den Höhenzug zwischen Kammel und Günz ins Gespräch. Die Überlegung sei, so Kiermasz, erst den neuen Brunnen zu bauen und dann den in Ettenbeuren zu sanieren. Später könnten beide die Wasserversorgung jeweils mit halber Last übernehmen. Rat Finkel rechnet mit erheblichen Kosten für die beiden Brunnen mit zwei Wasseraufbereitungsanlagen. Das bestätigte Kiermasz, aber man habe dann auch „doppelte Sicherheit“. Die Kosten für einen neuen Brunnen werden im sechsstelligen Bereich erwartet.

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