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27.10.2020

Heimische Baumarten im Klimawandel

In Edelstetten fand eine Info-Veranstaltung für Waldbesitzer statt.
Bild: AELF

Schulung für Waldbesitzer in Edelstetten. Artenreiche Mischbestände sollen geschaffen werden

Die Auswirkungen des Klimawandels spürt man auch in unseren Wäldern sehr deutlich. Viele Waldbesitzer stellen sich daher die Frage, auf welche Baumarten sie zukünftig setzen sollen. Ertragreich, pflegeleicht, schädlings- und krankheitsresistent sollen sie sein, eine hohe Hitze- und Trockentoleranz aufweisen, schnell, wertholzhaltig und stabil wachsen sowie klima- und insektenfreundlich sein.

Der Antwort zu dieser Frage gingen 16 Waldbesitzer bei der Informationsveranstaltung des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Krumbach im Edelstetter Wald auf den Grund. Anhand von zahlreichen Anschauungsobjekten konnten sie einen Überblick über die Vor- und Nachteile diverser heimischer aber auch sehr vielversprechenden fremdländischen Baumarten gewinnen.

Die „Eier legende Wollmilchsau“ sucht man allerdings vergeblich. „Es geht vielmehr darum, artenreiche Mischbestände zu schaffen, um das Klimarisiko für unsere Wälder deutlich zu senken und alle natürlichen Funktionen des Waldes zu erhalten“, erklärt Stefanie Süß, Försterin für die Waldumbauoffensive bei der Bayerischen Forstverwaltung in Krumbach. „Auch unsere heimischen Bäume haben da einiges auf dem Kasten.“ Übertreiben sollte man es mit der Mischung jedoch nicht: „Es ist Fingerspitzengefühl gefragt“, sagt Süß.

Damit sich keine Verwirrung einstellt, bieten die zuständigen Revierförster des AELF Krumbach den Waldbesitzern individuelle Beratungen vor Ort an. Denn mit der Entscheidung für eine Baumart allein sei es noch nicht getan, es müssen auch der Standort und die Bestandssituation beachtet werden. Beim Beratungsgespräch können gezielt Lösungen für die jeweilige Waldfläche entwickelt werden, um die Klimarisiken zu mindern und die Zukunftschancen der Bestände zu erhöhen. So profitieren auch die nachfolgenden Generationen vom Rohstoff Holz und den vielfältigen Leistungen des Ökosystems Wald, heißt es in der Mitteilung des AELF.

Teil der Info-Veranstaltung war auch der kleine Exotenwald einer Edelstetter Waldbesitzerin, dort fand die Schulung statt. Ihr Vater hat vor gut 30 Jahren damit begonnen, die knapp 2000 Quadratmeter mit den verschiedensten Baum-Exoten zu bepflanzen. „Sogar ich komme bei der Bestimmung einzelner Arten an meine Grenzen“, sagte Försterin Süß und musste lachen. „Eine wirklich tolle Sammlung.“ Das Wäldchen wurde am Ende sogar noch um zwei Baumarten reicher: eine Libanonzeder und eine Esskastanie. (pm)

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