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19.03.2009

Heimischen Dialekt und Literatur pflegen

Edelstetten/Krumbach (pb) - Den heimischen Dialekt und die bayerisch-schwäbische Literatur gleichermaßen pflegen - zum Beispiel durch die Herausgabe von Publikationen, den Aufbau eines Archivs und verschiedene Veranstaltungen: Das sollen die Aufgaben des neuen Vereins "Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten" sein. Gründungsversammlung ist am kommenden Samstag, 21. März, um 15 Uhr im Chinesischen Saal des Schlosses Edelstetten. Initiatoren sind Ursula Fürstin Esterhazy und der frühere Bezirkstagspräsident Dr. Georg Simnacher. MN-Redaktionsleiter Peter Bauer sprach mit Simnacher über die Perspektiven des Vereins und über die kulturelle Situation in Mittelschwaben.

Was passiert am Samstag?

Simnacher: An diesem Samstag wird der Verein formell gegründet. Ein bis zwei Monate wird es dann wohl noch dauern, bis die Gemeinnützigkeit des Vereins durch das Finanzamt anerkannt ist. Dann könnten möglicherweise im Herbst erste Veranstaltungen, beispielsweise mit heimischen Dichtern, stattfinden.

Wie viele Beitrittszusagen haben Sie bislang?

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Simnacher: Es sind um die 30, darunter sind der ehemalige Bundesfinanzminister Dr. Theo Waigel, der Landtagsabgeordnete Alfred Sauter und der Bundestagsabgeordnete Dr. Georg Nüßlein, ferner Thannhausens Bürgermeister und Bezirksrat Georg Schwarz, die Professoren Hans Frei und Hans Wellmann sowie die Marktgemeinde Neuburg.

Welche Rolle werden der Landkreis und der Bezirk Schwaben spielen?

Simnacher: Auch Landrat Hubert Hafner hat positiv geantwortet. Bezirkstagspräsident Jürgen Reichert kommt möglicherweise zur Gründungsversammlung. Ich hoffe auf Zuschüsse des Bezirks für das Projekt.

Die Pflege des bayerisch-schwäbischen Dialekts soll eine wichtige Aufgabe des neuen Vereins sein. Wie stark ist der Dialekt noch bei den Menschen verankert?

Dialekt wird nicht aussterben

Simnacher: Bei der jungen Generation spielt Englisch natürlich eine wichtige Rolle. Aber es gab schon früher Zeiten, in denen fremde Sprachen wie Latein oder Französisch eine dominierende Stellung hatten. Der bayerisch-schwäbische Dialekt wird nicht aussterben. Er ist im gesamten alemannischen Sprachraum fest verwurzelt. Wichtig für die Pflege des Dialekts sind die Schulen. Dort wollen wir die Beschäftigung mit dem Dialekt mit modernen Tonträgern fördern.

Wie ist das Interesse der Schulen am neuen Verein?

Simnacher: Sehr groß. Von den Gymnasien beispielsweise oder auch vom Staatlichen Schulamt habe ich positive Rückmeldungen bekommen. Gut ist, dass es in unserer heimischen Region anerkannte Fachleute für das Thema Dialekt gibt wie Dr. Edith Burkhart-Funk in Niederraunau oder Brigitte Schwarz in Edelstetten. Sie möchte sich auch in organisatorische Aufgaben intensiv einbringen.

In Ihrer Amtszeit als Bezirkstagspräsident und Landrat wurde in Mittelschwaben eine ganze Reihe kultureller Einrichtungen geschaffen. Gibt es Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem "Literaturschloss Edelstetten"?

Simnacher: Bei Veranstaltungen ist eine Zusammenarbeit mit der Volksmusikberatungsstelle oder dem Mittelschwäbischen Heimatmuseum in Krumbach denkbar. Unsere Veranstaltungen sollen aber in Edelstetten stattfinden. Das herrliche Schloss wollen wir in den Mittelpunkt stellen. Veranstaltungen könnten wir beispielsweise aber auch in der Edelstetter Kirche organisieren.

In Ihrer Zeit als Bezirkstagspräsident wurde in Krumbach auch die Berufsfachschule für Musik ins Leben gerufen. Bislang ist dort der Bezirk federführend, nun soll die Schule als Verein neu organisiert werden. Wie bewerten Sie dies?

Simnacher: Ein Verein mag dem Bezirk möglicherweise beachtliche Ersparnisse bringen. Aber man muss sich gut überlegen, ob eine öffentliche Einrichtung nicht das dauerhaftere Element ist. Die Berufsfachschule hat die Laienkultur in der Fläche stark belebt. Sie sollte auf jeden Fall erhalten bleiben. Krumbachs Bürgermeister Hubert Fischer hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es derzeit noch viele offene Fragen gibt. Da ist zum einen zu klären, wie sich der Allgäu-Schwäbische Musikbund einbringen wird. Zudem müssen die Anstellungsverträge der Mitarbeiter gesichert werden. Der Bezirk sollte im kulturellen Bereich weiterhin eine wichtige Rolle spielen. In einem vereinten Europa wird der Kultur der Regionen eine maßgebliche Bedeutung zukommen. Hier ist der Bezirk unverzichtbar.

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