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Krumbach

16.04.2015

„Heut kann er aber lang“

Eine „Puber-Tier-Mütze“ hat sich Willy Astor aufgesetzt zum Rap „Puber-Tier is in the House“ das von den Allüren und Selbstüberschätzungen eines Jugendlichen handelt, der seine Eltern durchaus selbstbewusst drangsaliert.
Bild: Annegret Döring

Komödiant und Wortakrobat Willy Astor begeistert im Stadtsaal Krumbach mit neuem Programm.

Schon der Parkplatz beherbergte eine ganze Blechlawine Autos und auch drinnen war der Stadtsaal bis aufs Äußerste gefüllt. Wer also am Montagabend auftrat, musste schon bekannt und beliebt sein. Und so war es. Wortspielakrobat und Kabarettist Willy Astor (fast 30 Jahre Bühnenerfahrung) beehrte die Krumbacher (Seid’s Ihr eigentlich do Baden-Württemberg?) mit seinem Programm „Reim Time – LooseTickerGates.net“.

Allein schon an diesem Titel sieht man, dass Astors Lachnummern nur funktionieren, wenn man sie hört. „LooseTickerGates.net“ muss man sich laut vorsagen, um zu kapieren, welches Wortspiel sich dahinter versteckt. Derlei lieferte er viele, querbeet durch die verschiedensten menschlichen Befindlichkeiten. So dichtet er im „Seniorenmedley“ allerlei bekannte Liedzeilen um. Aus „Schickeria“ von der Spider Murphy Gang etwa wird „Schick a Rührei“ als Wunsch an Essen auf Rädern. Und warum Senioren so begehrt sind von jungen Madln, erklärt der Sänger mit der Melodie von „Baila Me“ von den Gipsy Kings: „Weil er, Weil er, Weil er... Kohle hat“ und wie sich Oma über ihren durch blaue Pillen potenten Gatten wundert, besingt der Reimer mit „heut kann er aber lang, lang, lang“ – frei nach „A lalalala long“ von Bob Marley.

Er erzählt aus imaginären WG-Zeiten mit prominenten Mitbewohnern und sinniert über deren Charaktere: „Der Niki ist Lauda und der Ben Stiller, nur der Til ist der große Schweiger“. Ihm gefällt die Birne von der Helene und, wenn sie will, zeigt er ihr sein Silbereisen und mit der Cameron schaut er gern Diaz.

Seine Gags kommen in schnellem Tempo hintereinander, kaum ist der eine erfasst, folgt der nächste. Seine durchaus intelligenten Albernheiten fordern vom Publikum sofortiges Mitdenken, das Erkennen des Bekannten, was zugrunde liegt und das Erfassen des neuen Kontextes. Bewundernswert, wie Astor schnell von einem ins andere Lied melodisch und rhythmisch umschalten kann, da verzeihen die Zuhörer auch gern mal kleine Steckenbleiber und Black-Outs, sind sie doch selber mal froh um so eine kleine Denkpause. Über zwei Stunden unterhält Astor mit seinen Stückchen aus dem „Einfallsreich“ und liefert nach Zugaben mit „Nautilus“ noch ein absolut tolles Gitarreninstrumental.

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