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Thannhausen

13.03.2019

Hier entsteht Thannhausens neue Kita: Einblicke ins alte Schullandheim

Rund 2,4 Millionen Euro wird der Umbau des ehemaligen Schullandheims kosten. Bereits im September kommenden Jahres sollen die ersten Gruppen dort unterkommen.
Bild: Christian Gall

Damit das alte Schullandheim auf dem Schlossberg als Kita genutzt werden kann, sind noch viele Umbauarbeiten nötig. So sieht es in dem Gebäude aus.

Es ist ein Gebäude in Traumlage, anders kann man es kaum beschreiben. Auf dem Thannhauser Schlossberg steht das ehemalige Schullandheim der Stadt Augsburg abseits großer Straßen. Bei klarem Wetter öffnet sich einem ein Panaroma bis zu den Alpen. An dieser Stelle will die Stadt Thannhausen ihre neue Kindertagesstätte einrichten – einen Kindergarten samt Kinderkrippe. Doch bis dort Kinder spielen, toben und lernen können, ist es noch ein weiter Weg.

Thannhausens Stadtbaumeister Stephan Martens-Weh kennt sich in dem Gebäude inzwischen gut aus. Seit Dezember vergangenen Jahres gehört es der Stadt. In den kommenden anderthalb Jahren sollen dort zwei Kindergarten- und zwei Kinderkrippen-Gruppen entstehen. Im Augenblick herrscht in dem Gebäude noch gähnende Leere. Sämtliches Mobiliar wurde bereits entfernt. Das Erdgeschoss wirkt wie ein verlassenes, altes Schulgebäude. Dunkle Fliesen am Boden, eine mit Holz verkleidete Decke. Ein großer Teil wird von einer ehemaligen Hausmeisterwohnung eingenommen. Die war noch im Einsatz, als keine Schulkinder das Heim mehr besuchten – für eine kurze Zeit dienten diese Räume als Unterkunft für junge unbegleitete Flüchtlinge.

Der gesamte Grundriss soll sich ändern

Außerhalb der Hausmeisterwohnung markieren alte Leitungen und Rohre die Stelle, an der einst eine große Küche stand. In der Kita soll es zwei Küchen geben – eine im Erdgeschoss, wo später die Krippenkinder untergebracht sind, und eine im ersten Stock, wo Kindergartenkinder Platz finden. „Die Küchen werden nicht allzu groß ausfallen. Das Essen wird voraussichtlich angeliefert und hier höchstens aufgewärmt“, erklärt Martens-Weh. Seine Stimme hallt in den leeren Räumen.

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Die Küche ist bei Weitem nicht der einzige Punkt, an dem Umbauarbeiten notwendig sind. Der gesamte Grundriss soll sich ändern, um den Anforderungen für eine Kita gerecht zu werden. Im ersten Stock, in dem früher die Schulkinder in Stockbetten schliefen, werden Wände herausgerissen, um Platz für größere Räume zu schaffen. Auch die alten Sanitärräume müssen weichen. Noch sieht man dort die alten Duschen und Waschbecken – in blau gehalten für die Buben, in Rosa-Tönen für die Mädchen. Wie Martens-Weh erklärt, werden die Gruppenräume im Westen angelegt – dort gibt es bereits große Räume, die sich für diesen Zweck eignen. Das restliche erste Stockwerk bietet dann Platz für die Verwaltung, das Essen oder Ruheräume.

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Eindrücke aus dem ehemaligen Schullandheim in Thannhausen
Bild: Christian Gall

Das Dachgeschoss wird von der aktuellen Planung ausgenommen. Dort bleibt voraussichtlich alles, wie es derzeit ist – Erdgeschoss und erster Stock bieten genug Platz für die Kindertagesstätte. Was später aus dem Dach werden soll, ist noch ungewiss. Potenzial bieten die großen Räume allerdings. Als das Gebäude noch ein Schullandheim war, konnten die Kinder sich dort in einer kleinen Sporthalle austoben oder in einem Lesezimmer Ruhe finden. Der Ausblick vom Dachgeschoss aus ist grandios – das Mindeltal scheint dem Betrachter von dort aus beinahe zum Greifen nah. Doch wer ihn letztendlich genießen darf, muss die Stadt noch entscheiden. „Bisher gibt es keine Planung, wie das Dachgeschoss genutzt werden soll. Womöglich werden die Räume für Kindergartenkinder offenstehen, dann müsste aber erst einiges für die Sicherheit getan werden“, sagt Martens-Weh. In Sachen Sicherheit muss im gesamten Gebäude noch viel getan werden. Einige Umbauten sind nötig, um modernen Brandschutzrichtlinien gerecht zu werden. Zwar wurde das Schullandheim mit einer außen verlaufenden Wendeltreppe nachgerüstet, über die Kinder im Notfall vor einem Feuer fliehen können. Dem Stadtbaumeister zufolge sei das aber nicht mehr zeitgemäß – außerdem müsse man berücksichtigen, dass auch kleine Kinder die Treppe benutzen können.

Wenig Arbeit hat die Stadt mit der Heizungsanlage – diese wurde vor einigen Jahren erneuert, eine Pellet-Heizung spendet im Winter Wärme. Auch einige der Fenster wurden vor einigen Jahren erneuert. Viel Arbeit erwartet die Stadt hingegen mit dem Dach, das komplett saniert werden soll. Dort sind Eternitplatten verbaut, die aufgrund des enthaltenen Asbests teuer zu entsorgen sind. Ein besonderer Raum soll noch im Keller entstehen. Über einen Mehrzweckraum können die Kinder eines Tages direkt ins Freie gehen – der Keller mündet durch die Hanglage des Geländes auf einer Seite direkt auf Höhe des Gartens.

Asbesthaltige Platten am Dach verbaut

Für den Umbau des Gebäudes hat die Stadt einen engen Zeitplan – zum Beginn des Kindergartenjahres 2020/21 müssen die Arbeiten abgeschlossen sein. Momentan sind nämlich Krippenkinder als Übergangslösung im Kindergarten St. Vinzenz untergebracht – die Genehmigung dafür endet jedoch mit dem Ende des kommenden Kindergartenjahres. „Bis August 2020 sollte der Umbau also abgeschlossen sein, damit noch Zeit für den Umzug ist“, sagt Martens-Weh. Im Mai soll im Thannhauser Stadtrat der Entwurfsplan für das Vorhaben verabschiedet werden. Erst dann kann die Stadt Bau- und Förderanträge stellen, die dann noch bewilligt werden müssen. Es dauert demnach noch, bis die Baumaschinen anrollen können. Die aktuelle Kostenschätzung für den Umbau beträgt 2,4 Millionen Euro – nachdem anfangs von einem Betrag von 4,1 Millionen Euro die Rede war. Voraussichtlich kann die Stadt mit Fördergeldern in Höhe von rund zwei Millionen Euro rechnen.

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