1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Hochgeschwindigkeits-Blasmusik ohne Limit in Ellzee

Ellzee

20.06.2019

Hochgeschwindigkeits-Blasmusik ohne Limit in Ellzee

Manuel Winbeck, Korbinian Weber, Manuel da Coll, Fabian Jungreithmayr, Stefan Dettl und Jörg Hartl (von links) beim Konzert von LaBrassBanda in Ellzee.
Bild: Thomas Niedermair

1550 Besucher feiern den Auftritt von LaBrassBanda im Rahmen des Bezirksmusikfests in Ellzee. Fürs Publikum gab es beste Unterhaltung im Zelt.

Ein besonderes Schmankerl präsentierte der Musikverein Ellzee zur Feier seines 100-jährigen Bestehens. Zur Eröffnung des 41. Bezirksmusikfestes des ASM-Bezirkes 12 gastierte mit dem aus Übersee im Chiemgau stammenden Septett LaBrassBanda eine Blasmusik-Formation, die sich auch international einen hervorragenden Ruf als Liveband erspielt hat. 1550 Besucher im Festzelt konnten sich davon überzeugen, dass die Gruppe um den charismatischen Sänger und Trompeter Stefan Dettl diesem Ruf auch in Ellzee absolut gerecht wurde.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

„Ich bin auf diese Band durch das Fernsehen aufmerksam geworden“, erzählt Armin aus Ichenhausen, der mit seiner Frau Heike und den beiden Kindern Isabella und Marius hergeradelt ist, um LaBrassBanda jetzt mal live zu erleben. Er ist selbst Musiker (in der Gruppe Tonjagd) und freut sich auf den Auftritt der Chiemgauer, muss sich aber noch ein wenig gedulden, weil auf der Bühne zunächst das australische Quartett Caravana Sun zu sehen ist. Luke Carra (Gitarre, Gesang), Ant Beard (Bass, Gesang), Ken Allars (Trompete, Keyboards) und James Smithers (Schlagzeug) meistern die nicht immer einfache Aufgabe, das Vorprogramm zu gestalten, durchaus bravourös. Mit mal psychedelisch angehauchtem, mal mit Ska- und Punk-Elementen aufgefrischtem Rock und eingängigen Songs wissen die vier Jungs von Übersee, die mit den bayerischen Kollegen aus Übersee nicht zum ersten Mal touren, die Zuhörer zu überzeugen. Ant Beard ist davon, was der Musikverein Ellzee hier Großartiges aufgebaut habe, ganz begeistert und erntet seinerseits für sein virtuoses Zusammenspiel mit Luke Carra ebenso stürmischen Beifall wie die gekonnten Soli von Trompeter Ken Allars und Schlagzeuger James Smithers.

Sonderbeifall für gekonnte Soli auf Schlagzeug und Posaune

Nach einer Stunde und einer verdienten Zugabe werden die spielfreudigen Australier mit viel Applaus verabschiedet. Jetzt heißt es: Bühne frei für LaBrassBanda. Stefan Dettl und seine sechs Mitstreiter legen auch gleich mächtig los und zeigen von Beginn an, warum sie weltweit als ausgezeichnete Liveband gelten. Der Mix aus traditioneller Blasmusik, funkigen, jazzigen und souligen Elementen, Hip-Hop-Einlagen und Reggae-Anleihen wird mit Beifallsstürmen gefeiert. Und schon bei „Ujemama“ wird das Publikum erfolgreich zum Mitsingen animiert, bevor die Band „unser schnellstes Stück überhaupt“ (Stefan Dettl) serviert, nämlich „Autobahn“, eine jener Nummern, die als besonders typisch für die Hochgeschwindigkeits-Blasmusik der Chiemgauer gelten kann. Zu den Gründungsmitgliedern von LaBrassBanda zählen neben dem klassisch ausgebildeten und orchestererfahrenen Vollblutmusiker Stefan Dettl auch Manuel da Coll (Schlagzeug) und Manuel Winbeck (Posaune), die für ihre gekonnten Soli Sonderbeifall erhalten. Zum von den Bläsern dominierten Sound des 2007 gegründeten Septetts tragen (seit 2013) auch die beiden Trompeter Korbinian Weber und Jörg Hartl bei, die bei Duell-Situationen nach Italo-Western-Vorbild zum Glück nicht aufeinander schießen, sondern sich die Bälle gegenseitig zuspielen. Komplettiert wird die schweißtreibend und spielfreudig agierende Gruppe seit 2014 durch Stefan Huber (Tuba) und Fabian Jungreithmayr (Bass), der für eine wahlweise funkige oder soulige Rhythmus-Basis sorgte.

Hochgeschwindigkeits-Blasmusik ohne Limit in Ellzee

In Ellzee wurde begeistert mitgetanzt

Der tanzbeinbeflügelnde Auftritt der Chiemgauer Truppe regt auch die Fans in Ellzee zum Mittanzen und -hüpfen an. Dass die bayerischen Texte von Stücken wie „Inter Mailand“, „Alarm“ oder „Holland“ im wuchtigen Turbo-Gebläse nicht immer zu verstehen sind, fällt nicht sehr ins Gewicht, denn bei einem Auftritt von LaBrassBanda, der jederzeit den Eindruck vermittelt, von Herzen zu kommen und ins Bein zu gehen, geht es in erster Linie darum, gute Laune und positive Party-Stimmung zu vermitteln. Dazu passt, dass tanzbegeisterte Kinder auf die Bühne geholt werden und auch die erwachsenen Fans zum Freistil-Tanz ermuntert werden. Stefan Dettl findet lobende Worte für „die Spitzenverpflegung und -organisation und die vielen ehrenamtlichen Helfer hier in Ellzee“. Hier könne man wirklich sehen, „was ein kleines Dorf so alles schafft, wenn viele mitmachen und helfen“. Ihre Spielfreude auf die Besucher zu übertragen, gelingt den versierten Musikern zwei Stunden lang so überzeugend, dass im Festzelt eine große, fröhlich-ausgelassene Tanzfete steigt, die zum Finale in Beifallsstürme und in einen langen Zugabenteil mündet. Darunter sind melodische Mitsingnummern wie „Bauersbua“ und „Nackert“. Zum guten Schluss präsentieren Energiebündel Stefan Dettl und seine Kollegen noch ein Stück, das zu ihrem eindrucksvollen Auftritt und zur Stimmung im Zelt besonders gut passt: „Heit is a scheena Dog“. Dem schließen sich auch Armin und Heike an: „Stefans Energie ist wirklich beeindruckend. Unsere Erwartungen sind bei diesem Konzert vollauf erfüllt worden.“

Zum Auftritt von LaBrassBanda gibt es bei uns auch eine Bildergalerie: 

 

Hochgeschwindigkeits-Blasmusik ohne Limit in Ellzee
53 Bilder
LaBrassBanda spielt in Ellzee im Rahmen des Bezirksmusikfestes
Bild: Christoph Sauter

 

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren