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Ursberg

13.05.2019

Ihr Verein aus Ursberg hilft Menschen im ärmsten Land der Welt

Sylvia Mayer ist die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins „Niger-Partnerschaft Ursberg e.V.“. Auf dem Monitor ist die Blindenschule in Zinder zu sehen, die vom Verein unterstützt wird.
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Sylvia Mayer ist die ehrenamtliche Geschäftsführerin des Vereins „Niger-Partnerschaft Ursberg e.V.“. Auf dem Monitor ist die Blindenschule in Zinder zu sehen, die vom Verein unterstützt wird.
Foto: Georg Drexel

Sylvia Mayer und der Verein „Niger-Partnerschaft Ursberg“ engagieren sich in Westafrika für Menschen mit Behinderung. Was sie schon alles erreicht haben.

„Wer Hilfe braucht, soll Hilfe bekommen.“ So kurz und prägnant bringt Sylvia Mayer es auf den Punkt, was sie als die wesentliche Motivation für ihr persönliches Engagement ansieht. Sie ist ehrenamtliche Geschäftsführerin des neugegründeten Vereins „Niger-Partnerschaft Ursberg e.V.“, der sich – ebenfalls ehrenamtlich – für Menschen mit Behinderung in der westafrikanischen Republik Niger einsetzt und aus dem sogenannten Niger-Komitee hervorgegangen ist. Auf Initiative von Hans-Dieter Srownal, dem damaligen stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden des Dominikus-Ringeisen-Werks (DRW) und nunmehrigen Vereinsvorsitzenden, hatten sich im Jahr 2010 mehrere DRW-Mitarbeiter zusammengetan, um den im aktuell ärmsten Land der Welt besonders Benachteiligten, nämlich Menschen mit Behinderung, Hilfe zu leisten.

Um die Hilfen für Niger, wo Behinderte ihren Lebensunterhalt meist nur durch Betteln bestreiten können, langfristig zu etablieren und auf eine stabile, über das DRW hinausgehende rechtliche Basis zu stellen, wurde der neue Verein gegründet, dem das DRW, die Josefskongregation und etwa auch Hans Reichhart, der bayerische Staatsminister für Bauen und Verkehr, beigetreten sind.

Sylvia Maurer reist auf eigene Kosten in den Niger

Von besonderer Bedeutung für den Verein ist das Engagement von Sylvia Mayer. Auf eigene Kosten bereist sie seit Jahren immer wieder das von Naturkatastrophen, Dürre, Überschwemmungen, Hungersnöten, politischen Krisen und radikalislamischem Terror heimgesuchte Land. Sie knüpft dabei Kontakte und widmet sich im Zusammenwirken mit einheimischen Hilfsorganisationen der zweckentsprechenden Verwendung der bereitgestellten Spendenmittel. „Unser Verein ist nur für den Niger zuständig. Ich bin dort gut vernetzt“, sagt Sylvia Mayer, die erst kürzlich von einem Aufenthalt in dem westafrikanischen Land zurückgekehrt ist.

Zweimal pro Jahr reist sie in den Niger, „ein Land mit 80 Prozent Analphabetismus und durchschnittlich 7,5 Kindern pro Familie“. In Kooperation mit örtlichen Verbänden, wie etwa der FNPH (Fédération nigérienne des personnes handicapées), kann wertvolle Hilfestellung für Behinderte und deren Familien geleistet werden, wie Sylvia Mayer mit Bild- und Filmmaterial von ihren Besuchen anschaulich belegt. „Unser Schwerpunkt liegt in der Unterstützung der verletzlichsten Personen, der Menschen mit Behinderung und deren Familien“, teilt sie mit und legt Wert darauf, dass bei der Verwendung der finanziellen oder materiellen Spenden Transparenz stets wichtig sei. „Bei jedem Besuch erhalte ich Quittungen und kann nachvollziehen, wohin das Geld geflossen ist“, betont Sylvia Mayer.

Mit Hilfe des Ursberger Vereins wurde unter anderem eine Bäckerei gebaut

„Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe. Von uns unterstützt wird derzeit zum Beispiel das Centre d’espoir (Zentrum der Hoffnung), ein Ausbildungszentrum für Behinderte in Maradi, wo Frauen etwa eine Nähausbildung absolvieren und Männer Metall- oder Lederverarbeitung erlernen können. In diesem Jahr ist erstmals auch eine Bäckerausbildung im Angebot.“ Finanziell beigetragen werde beispielsweise zur Einrichtung einer kleinen Bäckerei oder eines Konferenzraumes, zu Renovierungen und Rohmaterialien, aber auch zu Alphabetisierungskursen. Dabei arbeite man partnerschaftlich mit der lokalen Organisation HIS (Hosanna Institut du Sahel) zusammen. Deren Leiter Yacouba Seydou wird am 29. Mai um 19 Uhr bei einer Informations-Veranstaltung des neuen Vereins im Bräuhaussaal in Ursberg selbst anwesend sein.

„Auch das Ausbildungszentrum der FNPH in Zinder wird von uns unterstützt. Durch Spendengelder konnte das Bürogebäude finanziert werden; für die Ausbildungen in den Bereichen Schneidern, Metall- und Lederverarbeitung, Mechanik, Schreinern und Weben sind unsere Materialspenden, etwa Nähmaschinen, hilfreich. Hier werden übrigens nicht nur Motorräder umgebaut, sondern auch Rollstühle und besonders robuste Fußbälle hergestellt.“ Sehr erfreulich sei auch der durch eine großzügige Spende der Schwestern der St. Josefskongregation und deren Generaloberin Sr. Katharina ermöglichte Erwerb eines Autos, der dafür sorge, dass die Kinder den langen Weg zur Blindenschule in Zinder nicht mehr zu Fuß bewältigen müssen. „Hier werden – auf Initiative des selbst blinden Bounou Mamane – teilweise oder vollständig blinde Kinder von sehenden und nichtsehenden Lehrern unterrichtet“, erzählt Sylvia Mayer. Sie freut sich sichtlich darüber, dass auch diese zweifellos sinnstiftende Einrichtung von Spendengeldern profitiert und nicht nur eine kleine Küche, sondern auch die tägliche Mahlzeit der Kinder für diese Schule finanziert werden konnte.

Termin: Am 29. Mai um 19 Uhr findet die Informations-Veranstaltung des Vereins (mit HIS-Leiter Yacouba Seydou) im Bräuhaussaal in Ursberg statt. Wer den Verein „Niger-Partnerschaft Ursberg e.V.“ unterstützen möchte, kann eine Spende auf das Konto IBAN DE71 72069119 0000 0662 22 bei der Raiffeisenbank Ichenhausen (BIC: GENODEF1ICH) überweisen.

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