1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. Im Landkreis Günzburg steigt die Anzahl der Fahrradunfälle

Verkehr

15.07.2019

Im Landkreis Günzburg steigt die Anzahl der Fahrradunfälle

Bild: Symbolfoto. Alexander Kaya

Plus Jährlich werden mehr als 100 Fahrradfahrer bei Unfällen verletzt. Eine mögliche Ursache dafür: die zunehmende Verbreitung von E-Bikes und Pedelecs.

An jedem dritten Tag wird im Landkreis Günzburg im Durchschnitt ein Fahrradfahrer bei einem Unfall verletzt. Im Jahr 2018 ereigneten sich insgesamt 117 derartige Unfälle. Noch acht Jahre zuvor lag diese Zahl bei 89 – das entspricht einem Anstieg von rund 31 Prozent. Dies deckt sich mit Beobachtungen von Verkehrsexperten – die Anzahl der Fahrradunfälle nimmt zu. Wie der „Unfallverhütungsbericht 2016 und 2017“ des Bundesverkehrsministeriums bescheinigt, ereigneten sich im Jahr 2017 insgesamt 79826 Unfälle mit Radfahrern – seit dem Jahr 2000 ist die Unfallzahl um acht Prozent gestiegen.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Doch woran liegt es, dass immer mehr Radfahrer zu Unfallopfern werden? Aus dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West hieß es bereits vor mehreren Monaten, dass eine Ursache dafür die stark gestiegene Zahl der Fahrräder und Elektro-Räder auf den Straßen der Region ist (lesen Sie hierzu mehr).

E-Bikes und Pedelecs werden unterschätzt

Diese Einschätzung teilt auch Alexander Besdetko, Vorstandsmitglied der Kreisgruppe Günzburg/Dillingen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC): „Immer mehr E-Bikes und auch Pedelecs sind auf den Straßen unterwegs. Das Problem ist, dass sich die Menschen damit überschätzen beziehungsweise auch die größere Masse dieser Gefährte unterschätzen.“ Pedelecs sind Elektrofahrräder, die höhere Geschwindigkeiten erreichen als konventionelle E-Bikes. Wie Besdetko erklärt, wollte der ADFC in der Region Kurse anbieten, um Radfahrern auf elektrisch unterstützten Rädern Nachhilfe zu geben. Allerdings habe es keine nennenswerte Nachfrage gegeben, daher fand der Kurs bisher nicht statt.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Ein Problem ist, dass gerade für ältere Menschen Pedelecs eine attraktive Alternative zu normalen Fahrrädern darstellen, da sie mit weniger Kraft betrieben werden können. Doch wie es vom Polizeipräsidium Schwaben Süd/West heißt, führe dies zu Problemen, da ältere Menschen oftmals längere Reaktionszeiten oder ein eingeschränktes Sehvermögen haben, was sie anfälliger für Unfälle macht.

Neun Radler kamen zwischen 2010 und 2018 ums Leben

Im Landkreis Günzburg ereigneten sich jedoch noch gravierendere Unfälle mit Radfahrern. Im Zeitraum von 2010 bis 2018 kamen neun bei Unfällen ums Leben. Erst im Mai war in Günzburg ein Radler bei einem Zusammenstoß tödlich verunglückt (lesen Sie hierzu mehr). Eine merkliche Steigerung gibt es bei diesen Zahlen nicht – pro Jahr ereignen sich im Landkreis bis zu zwei dieser Unglücke.

Doch was könnte getan werden, damit der Verkehr sicherer für Radfahrer wird? Besdetko spricht sich für ein intelligentes Anlegen von Radwegen aus: „Die einzelnen Wege müssen miteinander vernetzt werden. Derartige Projekte dürfen nicht an Gemeinde- oder Landkreisgrenzen enden.“ Um so etwas zu realisieren, sei zunächst eine flächendeckende Bedarfserfassung notwendig, die der ADFC allerdings an vielen Stellen in Deutschland vermisst.

Wie Besdetko sagt, wird das Thema Radverkehr weiterhin unabdingbar sein – gerade auch in Anbetracht des Klimaschutzes. Ihm falle auf, dass dabei auf kommunaler Ebene oft mehr über Grünflächen als über Fahrräder gesprochen wird. „Damit sich das ändert, muss aber zunächst das Bewusstsein entstehen, wie wichtig der Radverkehr für eine Stadtplanung ist“, sagt er.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren