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19.03.2009

Immer mehr Schäden durch Schwarzwild

Landkreis (zg) - "Die Meldungen über durch Schwarzwild verursachte Schäden an landwirtschaftlichen Nutzflächen im Landkreis werden immer mehr", stellt Geschäftsführer Matthias Letzing vom Bayerischen Bauernverband Günzburg fest.

Aus allen Teilen des Landkreises gingen Schadensmeldungen beim Bauernverband ein, berichtet er. Durch die milden Winter 2006 und 2007 hätte die Schwarzwild-Population enorm zugenommen. Eine der Folgen sei die ständige Zunahme der Verwüstung landwirtschaftlicher Flächen, die die Tiere bei der Suche nach Engerlingen oder anderem Fressbaren hinterlassen. "Diese gewaltige Zunahme der Schäden war auch Auslöser für die vom Bauernverband angeregte Gründung des Arbeitskreises Schwarzwild", stellt Letzing fest. In diesem sind Vertreter der Jagdgenossenschaften, also die der bäuerlichen Seite sowie die Jäger, vertreten. Bedauerlich aus Sicht der Landwirte sei nur, dass sich die Untere Jagdbehörde, sprich das Landratsamt, hier nicht einbringen möchte, merkt Letzing an. "Wir sind nach wie vor der Meinung, dass das Landratsamt als für die Jagdausübung zuständige Behörde eine Schlüsselrolle spielt."

Nicht vertreiben, sondern auf ein erträgliches Maß reduzieren

Aus diesem Grunde hat sich der Bauernverbands-Geschäftsführer mit einem Schreiben an Landrat Hubert Hafner gewandt. "Wir erhoffen uns hier aktive Unterstützung bei der Lösung des Problems. Aber nicht nur das Schwarzwild macht enorme Probleme. Ein weiteres ist der Biber", so Letzing. Aufgrund der Tatsache, dass der Landkreis mit zahlreichen Flüssen, Bächen und Gräben durchzogen ist, fühle sich der Biber hier sehr wohl.

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Leider verursache er durch den Bau von Dämmen und das Aushöhlen von Uferbereichen, Schäden an den angrenzenden Nutzflächen. Selbst die aufstehenden Nutzpflanzen wie Getreide und Mais wisse das Tier zu verwenden. "Auch hierdurch entstehen den Landwirten Ertragsverluste", so der Geschäftsführer.

Die bayerische Staatsregierung legte im vergangenen Jahr erstmals einen sogenannten Biberfonds auf. Hieraus sollen Schäden ausgeglichen werden, die den Landwirten entstehen. Trotz nachgewiesener zahlreicher Schäden seien solche im Landkreis aus dem Fonds noch nicht entschädigt worden, stellt Letzing fest. Auch dieses Problem habe er Landrat Hafner mitgeteilt und um Abhilfe gebeten.

Es gehe keines Wegs darum, Schwarzwild und Biber aus dem Landkreis zu verjagen, so Letzing. "Wir wollen lediglich, dass die Populationen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, um so die Landwirte vor übermäßigen Schäden zu bewahren. Gerade im Hinblick auf Schwarzwild sollte dies auch im Sinne der Jäger sein, die in den meisten Fällen für die von Schwarzwild verursachten Schäden haften müssen."

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