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24.10.2009

Impfung: Ärzte erwarten keinen Ansturm

Krumbach/Thannhausen (mn) - Einen großen Ansturm auf die jetzt beginnende Impfung gegen die sogenannte Schweinegrippe erwarten die Hausärzte aus Krumbach und Thannhausen nicht. Vor Kurzem hatten sich rund 30 Mediziner im Klosterbräuhaus Ursberg versammelt, um die bevorstehende Impfaktion in der Region zu koordinieren. Einhellig berichteten die Hausärzte allerdings aus ihren Praxen, dass ihre Patienten bislang kein großes Interesse an der Impfung gegen die Neue Grippe hätten.

Als Gast konnten die rund 30 Hausärzte erneut den Leiter des Gesundheitsamts in Günzburg, Dr. Roland Schmid, begrüßen. Er bedauerte, dass es gerade in den letzten Tagen viel Diskussionen um die verschiedenen Impfstoffe und ihre Zusatzstoffe gegeben habe - dies habe das Vertrauen der Bevölkerung erheblich erschüttert. Tatsache sei, dass gegenwärtig in Deutschland nur ein einziger Impfstoff offiziell zugelassen sei. Der Impfwillige habe derzeit daher überhaupt nicht die Wahl zwischen verschiedenen Impfstoffen. Der verfügbare Impfstoff enthalte Zusatzstoffe zur Wirkungsverstärkung und zur Konservierung. Wegen der Zusatzstoffe gebe es aktuell Diskussionen. Der Impfstoff sei allerdings geprüft und für sicher befunden worden. Der Staat habe die Haftung für eventuelle Impfschäden übernommen.

Bislang relativ harmlos

Dass die neue Grippe in Europa bislang relativ harmlos verlaufen sei, sei auch ein Grund, warum die Bereitschaft zur Impfung eher gering sei, so Dr. Roland Schmid. In Europa gebe es bislang nur drei Todesfälle, die auf den neuen Virus zurückgeführt werden. Dennoch sei es für Entwarnungen zu früh. Es sei denkbar, dass durch Austausch von genetischem Material mit der "alten Grippe" neue Epidemien entstehen könnten, die vielleicht dann doch gefährlicher für die Bevölkerung werden könnten. Im Gegensatz zur "alten" Grippe erkrankten derzeit eher die unter 60-Jährigen an der "neuen" Influenza. Die Gründe seien nicht bekannt.

Impfung: Ärzte erwarten keinen Ansturm

"Vom Ziel, die gesamte Bevölkerung durchzuimpfen, ist die Ständige Impfkommission allerdings inzwischen abgerückt", so fasste der Organisator des Abends, Dr. Hans-Peter Hadry aus Krumbach, den aktuellen Stand der Dinge zusammen. Demnach sollen gegenwärtig vorrangig Beschäftigte im Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, die häufigen Kontakt zu Patienten haben, und Personen ab dem sechsten Lebensmonat mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Herz- und Lungenkrankheiten, Krebs, Immunschwäche etc. geimpft werden. Niemand werde zur Impfung gezwungen; die Impfung sei freiwillig.

Auch Schwangere gehören eigentlich zu dem Personenkreis, die sich nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission impfen lassen sollten - allerdings mit einem Impfstoff, der keine Zusätze enthalte. Das Problem sei dabei nur: Einen solchen Impfstoff gebe es derzeit nicht.

Im Gegensatz zur Impfung gegen die "normale" Grippe, die von den Medizinern nach wie vor für wichtig gehalten wird und daher auch empfohlen wird, sieht es bei der neuen Impfung derzeit anders aus: Viele Hausärzte werden die Impfung in ihren Praxen nicht von sich aus propagieren. Wenn allerdings jemand den Wunsch habe, sich impfen zu lassen, werde er auch in Krumbach und Thannhausen voraussichtlich ab nächste Woche die Impfung bekommen können, so die Hausärzte.

Allerdings sei das Impfen mit dem neuen Impfstoff aufwendig. Der Impfstoff muss für zehn Patienten auf einmal angesetzt werden und ist nur für 24 Stunden haltbar. Daher haben sich die Hausärzte darauf geeinigt, dass zunächst nur je ein Hausarzt in Krumbach und in Thannhausen das Impfen für die anderen übernimmt. Die anderen Ärzte überweisen ihre Patienten zur Impfung an diese Praxis. Welche Praxis die Impfungen durchführt, erfahren die Patienten bei ihrem Hausarzt.

Für Krumbach und Thannhausen

Die Gründung zweier hausärztlicher Qualitätszirkel stand außerdem auf dem Programm. Damit kommen die Mediziner einer Vereinbarung mit der AOK nach, die im Rahmen des Hausarztvertrages geschlossen wurde. So wurden sowohl für Krumbach als auch für Thannhausen je ein Qualitätszirkel ins Leben gerufen, in dem zukünftig in regelmäßigen Abständen hausärztliche Weiterbildung und kollegialer Erfahrungsaustausch stattfinden soll. Als Moderatoren haben sich Dr. Hans-Peter Hadry für Krumbach und Dr. Armin Dörrwächter für Thannhausen zur Verfügung gestellt.

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