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Gemeinderat

26.10.2017

In Ursberg wird über Baugebiete diskutiert

Luftbild des geplanten Baugebiets „Fretzmähder“ in Oberrohr. Über den Entwurf war sich der Rat relativ einig.
Bild: Bayerische Vermessungsverwaltung 2017/ EuroGeographics

Während der Entwurf „Fretzmähder“ in Oberrohr rasch über die Bühne geht, gibt es bei „Mindelzell Süd“ Gesprächsbedarf

Das Baugebiet „Fretzmähder“ in Oberrohr und das neue Baugebiet „Mindelzell Süd“ waren die zentralen Themen der jüngsten Gemeinderatssitzung in Ursberg. Relativ gelassen und ohne Einwände verhielt es sich dabei bei dem in Oberrohr angedachten Baugebiet „Fretzmähder“, für das Günther Thielemann vom gleichnamigen Ingenieurbüro die grundlegenden Punkte des Billigungs- und Auslegungsplans den Räten erläuterte.

Auf einer 1,6 Hektar großen Fläche am östlichen Rand von Oberrohr sollen insgesamt 20 Bauplätze in einer Größe von 625 bis zu 1300 Quadratmeter Größe entstehen. Hauptpunkt bei der Umsetzung des Baugebietes ist dabei eine am nördlichen und östlichen Ortsrand anzulegende Ortsrandbegrünung in der stattlichen Breite von sechs Metern. Diese sei wegen der dortigen Grundwassersituation und dem nach Osten hin abfallenden Gelände auch aus Ortsplaner- und gestalterischer Sicht notwendig. Bei vielen Neubauten würde wegen dieser Situation der Keller aus dem Baugrund herausragen, was zu einer unschönen Ortsansicht führen würde. Deshalb wurde bereits in einer vorgelagerten Sitzung festgelegt, dass in diesem Bereich keine Mauern, sondern eine Begrünung mit Anböschungscharakter entstehen soll. Ansonsten legte man sich auf eine offene Bauweise fest und wird auch die sich ständig höherer Nachfrage erfreuenden „Toskanahäuser“ zulassen. Auch bei den Dachformen gibt es nur bedingt Einschränkungen und auch die Dachneigung soll zwischen 32 und 45 Grad im äußeren Bereich und sogar 25 bis 45 Grad im inneren Bereich des Baugebietes zugelassen sein. In Summe eine sehr interessante und den Bauwilligen sehr entgegenkommende Vorgabengestaltung. Und auch der Straßenquerschnitt soll von 5,50 auf 5,65 Meter inklusive hohem Bordstein geändert werden.

Wesentlich kontroverser gestaltete sich die Diskussion innerhalb des Rats beim Baugebiet „Mindelzell Süd“. Dort will die Verwaltung und wohl auch die Mehrzahl der Gemeinderäte erstmalig einen Punktekatalog erstellen, nach dem die Bauplätze vergeben werden sollen. Aber wie so oft liegt der Hund im Detail begraben. Denn über die Art und Höhe von Plus- oder gar Negativpunkten gingen die Meinungen der Räte doch deutlich auseinander. Einhellig war man noch der Meinung Einheimischen einen Bonus zuzusprechen, um den Zuzug von Auswärtigen zumindest einzuschränken. Es könne ja nicht sein, dass Ortsansässige, die sich vielleicht schon lange um einen Bauplatz bemühen, keinen Bauplatz erhalten und dagegen Ortsfremde Bauland zugeteilt bekämen. Zumal speziell im Mindelzeller Fall dieses Baugebiet auf lange Jahre hinaus die letzten Bauplätze in Mindelzell eröffnen wird. Alle anderen möglichen Neubaugebiete wurden ja im Vorfeld schon als nicht umsetzbar festgelegt. Ob allerdings vorhandene und ungenutzte private Flächen, die sich im familiären Besitz von Bauplatzinteressenten befinden, auch mit berücksichtigt werden sollen und in welcher Form – daran schieden sich dann schon wieder die Geister Die Mitgliedschaft in örtlichen Vereinen solle genauso mit Pluspunkten belohnt werden wie die Ausübung von Vorstandstätigkeiten. Dabei war man sich dann allerdings wiederum uneins darüber was als aktive Mitgliedschaft zu bezeichnen wäre und ob nicht sogar innerhalb der Vereine eine Abstufung angedacht werden solle. Arbeitsplatz-, Ehestand und Kinderzahl sollten auch berücksichtigt werden und prinzipiell stand die Frage im Raum, ob der Punktekatalog prinzipiell oder nur bei strittigen Bauplatzanfragen, also wenn sich zwei, drei oder mehr Interessenten um den gleichen Bauplatz beworben hätten, zum Tragen kommen soll. Die generelle Festlegung wie dieser „Katalog“ nun schlussendlich aussehen soll, wurde vertagt und dürfte sicher noch zu interessanten Diskussionen führen. Gesprächsstoff ist jedenfalls zur Genüge vorhanden.

Noch zwei weitere interessante Punkte standen auf der Tagesordnung. Zum einen sank der Schüleranteil der Gemeinde Ursberg innerhalb des Schulverbandes auf unter 50. Somit sind Tobias Riederle und dessen Stellvertreter Michael Miller ab sofort nicht mehr in diesem Gremium vertreten. Der Zweckvereinbarung über die psychosoziale Notfallbetreuung für Einsatzkräfte der Feuerwehr stimmten die Räte ebenfalls zu. Drei Euro werden hier für jedes aktive Feuerwehrmitglied fällig, die aber angesichts der starken psychologischen Belastungen, der die Einsatzkräfte ausgesetzt sind, mehr als gerechtfertigt betrachtet wurden. (diz)

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