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Ursberg

21.05.2017

In Ursberg zeigt sich, wie bunt die Kirche ist

Mit einer bunten Lichtinstallation wurde das Mutterhaus der Ursberger St. Josefskongregation in der Nacht der Kirchen und Kapellen in mystisches Licht getaucht. Darin versinnbildlichte sich auch die bunte Vielfalt des Glaubens, die auch durch die vielen verschiedenen Angebote sichtbar wurde.
Bild: Gertrud Adlassnig

Die Nacht der Kirchen und Kapellen erreichte in Ursberg zahlreiche Gläubige mit einem vielfältigen Angebot, den Glauben zu leben.

Die „Nacht der Kirchen und Kapellen“ ist in Ursberg bereits zur Tradition geworden. Auch in diesem Jahr beteiligten sich wieder Kloster, Gymnasium, Pfarrgemeinde gemeinsam mit Externen wie Weihbischof Florian Wörner und zahlreichen anderen Geistlichen an der Gestaltung des umfangreichen Programms. Von 17.30 Uhr bis Mitternacht boten die Veranstalter Aktionen, Diskussionen, Informationen und Gebetsmöglichkeiten.´

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Worte wollen Taten

In sechs Kapellen, der Pfarrkirche, dem Kreuzgang, dem Ringeisensaal, dem Theaterkeller, und zahlreichen Klassenzimmern bot sich den Besuchern die Möglichkeit, mitzumachen. Die Aktionen im Freigelände mussten wegen des Regens soweit möglich ins Innere verlegt oder gestrichen werden. Dennoch waren die insgesamt 37 Programmpunkte auch vom fleißigsten Besucher nicht zu schaffen, und das sollte auch nicht sein.

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Die Nacht der Kirchen und Kapellen will mit ihrer Vielfalt die unterschiedlichsten Menschen- und Glaubenstypen erreichen. Andachten, Vesper, Gottesdienst, Taizégebet standen neben Aktionen und Informationen.

Die Schüler hatten wieder verschiedene Ausstellungen erarbeitet: „Worte wollen Taten“ forderte eine AG der 9. Klassen, die sich mit den globalen Folgen unseren Handelns auseinandersetzt. In zahlreichen Schautafeln zeigten die Schüler, welche Auswirkungen unsere Entscheidungen haben, wie Umweltzerstörung, Hunger und Krieg entstehen können. In Interaktionen und Gesprächen zeigten die engagierten jungen Leute, welche Handlungsalternativen jeder einzelne hat.

Mit einem dunklen Kapitel der neueren Amerikanischen Geschichte befasste sich der Englisch Konversationskurs, der den Kampf der Schwarzen um Gleichberechtigung thematisierte.

Den Glauben auch online leben

Eine „TV-Talkshow“ ließ herausragende Persönlichkeiten zu Wort kommen, an einer Zeitleiste konnte die Geschichte der Unterdrückung und Befreiung der Schwarzen in den USA und deren Status heute nachvollzogen werden. In der Pfarrkirche widmete sich die AG Neues Geistliches Lied der Kirchenmusik, begleitet von Gedanken des Weihbischofs. Die Tanzgruppen ließen es sich trotz der Kälte nicht nehmen, ihren Meditativen Tanz im Kreuzgang zu zelebrieren. Das Improvisationstheater beteiligte sich mit Sketchen und Rezitationen im Theaterkeller und fand sehr viel Zuspruch. Infos über eine neue Form des gemeinsamen Betens und der geistlichen Information lieferte Pfarrer Ulrich Lindl, der über die neue diözesane Onlineplattform credo-online und über die Whatsapp-Gebetsinitiative referierte.

Weihbischof Florian Wörner absolvierte ein strenges Programm, in dem Vesper, Andacht und Eucharistiefeier einer anregenden, von Hildegard Schütz moderierten Gesprächsrunde über den Heiligen Geist vorausgingen. Gemeinsam mit dem Geistlichen Rat Klaus Bucher erarbeitete der Weihbischof mit den Teilnehmern eine Begrifflichkeit vom Heiligen Geist.

Zunächst näherte sich die Gruppe über die Symbole: Sturm und Feuer, Wörner lenkte das Augenmerk auf Pfingsten, dem Gegenpol zum Turmbau zu Babel. Während sich die Menschen in Babel selbst eine Namen machen wollten, Gott missachteten und so ihre Kommunikationsfähigkeit verloren, schenkt das Pfingstwunder gegenseitiges Verstehen über alle Sprachgrenzen hinweg, denn diese Menschen wollen nicht auf sich sondern auf Gott bauen. Wo der Pfingstgeist herrsche, zeigte sich der Weihbischof überzeugt, müsse ihm nicht bange sein, dort entstünden blühende Landschaften.

Den Geist näher definierte die Gruppe über die Früchte und Gaben des Heiligen Geistes. Dies alles zusammenzubringen war aber weder für den Weihbischof, noch für die Teilnehmer und Geistlichen Rat Klaus Bucher, leicht, der schließlich Online-Rat bei Google suchte und damit eine heitere Note in die Runde brachte.

Die Wirkung der endlich vollzählig gefundenen Gaben und Früchte erläuterte der Weihbischof mit griffigen Beispielen. Wörner riet den Teilnehmern, die Allgegenwart des Heiligen Geistes zu befördern, ihn im Alltag immer wieder anzurufen und sich permanent für ihn und gegen Babel zu entscheiden.

Künstlerische Herangehensweisen bot die Kunst-AG, die die Besucher anregte, Bibelworte kreativ umzusetzen und einen ganz individuellen bildlichen Zugang zu finden. Ebenfalls mit Farbe arbeiteten die Meditativen Farbmomente, die den Besuchern eine Viertelstunde des zu sich selbst Kommens erlaubten. Dabei wurden Bibelzitate an die Wand projiziert. Farbige Flüssigkeiten, die darauf getropft wurden produzierten psychodelische Farbverläufe. Unterlegt wurde die optische Aktion durch meditative Musik.

Live-Improvisation an der Orgel zu Stummfilm

Diese Momente waren kostbar, um wieder aufnahmefähig zu sein für die vielen Angebote, die man nicht versäumen wollte. Die inspirierende „Spirituelle Kirchenführung“, die einen neuen Blick auf das Gotteshaus eröffnet, die Gedichte zu Franziskus und die Erläuterung von Bibelworten durch Direktor Walter Merkt.

Musikalisches zum Zuhören boten die Zupfnudeln, die in ihrem Beitrag Wort – Klang – Kraft erbauende Texte und Musik zusammengestellt hatten. Aktiv werden und mitmachen konnten die Besucher des Offenen Singens. Optik und Akustik verband die Filmvorführung „Das Gastmahl des Belsazar“. Mathias Janetti improvisierte live an der Orgel eine Filmmusik zum expressionistischen Stummfilm aus dem Jahr 1916.

Das umfangreiche Angebot ermöglichte jedem Teilnehmer sein eigenes Programm, meditativ oder aktiv, oder beides im Wechsel. Die Einbeziehung des Geländes mit Lichterweg und Labyrinth war aufgrund des Regens in diesem Jahr nicht möglich und die Besucher waren im Freien stets eilenden Schrittes unterwegs, um zum nächsten Veranstaltungsort zu kommen.

So haben wohl auch viele der Besucher die effektvollen Farbinstallationen am Mutterhaus versäumt, die nach dem Tanz im Kreuzgang das Kloster in wechselndes Licht tauchte. Dennoch war die Nacht der Kirchen und Kapellen wieder ein großer Erfolg, den die zahlreichen Besucher untermauerten. Schließlich hielten die Veranstalter ja auch für alle, die gekommen waren, inspirierende, informative und vielleicht auch beglückende Angebote bereit.

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