1. Startseite
  2. Lokales (Krumbach)
  3. In Vesperbild ist man gegen Frauen als Priesterinnen

Maria Vesperbild

16.07.2019

In Vesperbild ist man gegen Frauen als Priesterinnen

Vereint gegen die Verweltlichung der Kirche: (von links) Wallfahrtsdirektor Monsignore Erwin Reichart, Professor Dr. Hubert Gindert und Gerhard Stumpf vom „Initiativkreises katholischer Priester und Laien in der Diözese Augsburg“.
Bild: Emil Neuhäusler

Der Initiativkreis katholischer Priester und Laien in der Diözese Augsburg bezog in einem Vortrag in Maria Vesperbild klar Position.

„Priesterinnen in der katholischen Kirche?“ hieß das Thema der von knapp 50 Personen besuchten Informationsveranstaltung des „Initiativkreises katholischer Priester und Laien in der Diözese Augsburg“ in Maria Vesperbild. Mit einem klaren und nicht zu diskutierenden Nein beantwortete Referent Wallfahrtsdirektor Monsignore Erwin Reichart diese Frage. Dagegen stehe vor allem die Tradition.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

Dieser Inhalt ist älter als 30 Tage und steht daher nur Abonnenten mit einem Plus+ Abo zur Verfügung.
Jetzt ab 0,99 € testen

Die Forderung nach Priesterinnen werde im deutschen Sprachraum seit Jahrzehnten diskutiert. Die Befürworter stellten die Absage als rückschrittlich, ungerecht, ja sogar als frauenfeindlich dar, leitete Monsignore Reichart in sein Referat ein. Aber selbst der für viele als fortschrittlich geltende Papst Franziskus halte eine Priesterweihe von Frauen für ausgeschlossen. Jüngst habe diesen die Generaloberin der Oberzeller Schwestern, Dr. Katharina Ganz, mit der Forderung der Weihe von Frauen konfrontiert. Geradezu schroff habe der Papst geantwortet: „Wir sind Katholiken, aber wenn eine von Ihnen eine andere Kirche gründen will, steht es Ihnen frei zu gehen!“

"Tradition ist eine wesentliche Glaubensquelle"

Die Kirche und die Glaubensinhalte stünden nicht zu unserer Verfügung, sondern sie seien uns von Christus übergeben worden und wir hätten allein die Aufgabe, diesen Glauben zu bewahren und weiterzugeben, betonte Reichart. Nicht einmal der Papst habe die Vollmacht, Glaubensinhalte zu ändern. Würde er das tun, wäre er automatisch exkommuniziert und abgesetzt. Weiter beschreibe das Wort Bischof, das vom lateinischen „episcopus“, übersetzt Wächter, komme, die wesentliche Aufgabe eines jeden Bischofs, nämlich darüber zu wachen, dass der Glaube rein bewahrt und überliefert wird. Diese Glaubensüberlieferung nenne man „Tradition“, und die Tradition sei eine wesentliche Glaubensquelle. Selbst die Bibel sei nichts anderes, als die schriftlich niedergelegte Tradition jener Zeit. Aber weder die Heilige Schrift noch die gesamte Tradition kenne eine Priesterweihe der Frau. Die Weihe einer Frau war in der ganzen 2000-jährigen Kirchengeschichte stets nicht nur nicht erlaubt, sondern ungültig. Tradition sei im katholischen Sinn etwas Lebendiges, aber nicht im Sinne der Verweltlichung, sondern der ständigen Weiterentwicklung im Sinne einer Vertiefung der Glaubenswahrheiten.

In Vesperbild ist man gegen Frauen als Priesterinnen

Zur Zeit Jesu gab es Priesterinnen heidnischer Religionen

Da es zurzeit Jesu massenhaft Priesterinnen in den heidnischen Religionen gegeben habe, wäre es für ihn ein Leichtes gewesen, Priesterinnen zu berufen, argumentierte Monsignore Reichart weiter. „Was hat das wohl für einen Grund, dass Jesus nur Männer zu Aposteln machte?“ Die Antwort des Referenten lautete: „Weil er ein Mann ist und weil logischerweise nur Männer einen Mann darstellen können.“ Der Priester handle zum Beispiel in der heiligen Messe „in persona Christi“, er leihe sozusagen Jesus seine Stimme, seine Hände, sich selbst. Es wäre grundlegend für die christliche Sicht des Menschen, dass Mann und Frau zwar die gleiche Würde hätten, aber dennoch von Gott verschieden geschaffen wurden. Die moderne Gleichmacherei sei dem Christentum fremd, sie stamme aus dem sozialistisch kommunistischen Denken. Monsignore Reichart verwies noch auf die protestantische Kirche Lettlands, die vor Kurzem die Pfarrerinnen wieder abgeschafft habe, und auf tausende anglikanische Christen, die samt ihren Pfarrern zur katholischen Kirche übergetreten wären. Es müsse endlich auf allen Ebenen die von Papst Benedikt XVI in seiner berühmten Freiburger Rede geforderte Entweltlichung der Kirche angegangen werden, forderte er, dann würden sich viele Probleme, auch die Frage der Priesterweihe der Frau, wie von selbst lösen.

Statements gegen das Frauenpriestertum

Die nach dem Referat vorgesehene Diskussion erschöpfte sich in Statements gegen das Frauenpriestertum. Einige Beiträge seien hier aufgeführt: „In der Priesterweihe wird der Mann das Symbol für eine größere Wirklichkeit, zur Person Christi.“ „Den Frauen fehlt in unserer Gesellschaft ihre wirkliche Berufung, da ihnen ihre Würde als Frau und Mutter genommen wurde. Die Rückbesinnung auf die natürliche Würde der Frau würde der Idee der Frauen, Priesterinnen werden zu wollen, massiv entgegenwirken.“ „Frauen, die ihr ganzes Leben Gott schenken wollten, könnten doch ins Kloster gehen.“ Und auf die kritische Anmerkung einer Frau, dass auch manche Bischöfe dem Priestertum der Frau nicht abgeneigt wären, entgegnete Monsignore Reichart, dass manche Bischöfe schnell etwas sagen und es dann nachher bereuen: „Auch Bischöfe und selbst der Papst können sich irren, aber wir müssen fest bleiben!“

Das Bewahren des überlieferten Glaubensgutes sah auch Professor Hubert Gindert als Maxime für das Laienapostolat in der katholischen Kirche. „Viele kennen den Glauben nicht mehr, haben die Freude am Glauben verloren und können den Glauben nicht mehr schätzen“, bedauerte er. Es wäre aber der falsche Weg, es den Menschen auch in der Pastoral immer leichter zu machen. Erneuerung der Kirche bedeute nicht Anpassung an den Zeitgeist, sondern tiefer Gehorsam gegenüber Christus. „Wir sind eine kleine Herde, aber auch eine kleine Herde hat Bedeutung und eine ungeheure Verantwortung in dieser Zeit“, ermunterte er die Mitglieder des von Gerhard Stumpf geleiteten Initiativkreises mit den Worten von Papst Benedikt XVI. aus dem Jahr 2012 zum „Kampf gegen das Böse“.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren