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Landkreis/Edelstetten

28.06.2013

In den Dialekt hineinhören

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In die Vielfalt des Dialekts hineinhören: Dies macht der "Sprechende Sprachatlas für Bayerisch-Schwaben" möglich. Tonaufnahmen entstanden in 30 Orten. Sie sind auf der Internetseite der Bayerischen Staatbibliothek abrufbar.
Bild: Bayerische Staatsbibliothek

Der „Sprechende Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ hält die Vielfalt des Dialekts in Tonaufnahmen fest. Er wurde im Schloss Edelstetten vorgestellt

„Schilla“? Beim Blick auf dieses Wort wird sich vielleicht so mancher verwundert die Augen reiben. Zwischen Dillingen und Kempten, zwischen der Iller und der Wertach ist „schilla“ ein gebräuchlicher Dialektausdruck für „schielen“. Allein dieses Wort deutet an, wie vielfältig der Dialekt in Bayerisch-Schwaben ist. Wo könnte man diese Vielfalt besser empfinden als beim Zuhören? Diesen Gedanken greift das Projekt „Sprechender Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ auf. Er wurde am Freitag im Schloss Edelstetten (Kreis Günzburg) vorgestellt.

Eine Dialekt-Kostprobe gefällig. Hier geht es zur Internetseite des "Sprechenden Sprachatlas für Bayerisch-Schwaben".Federführend war der Verein Schwäbisches Literaturschloss Edelstetten mit dem früheren Bezirkstagspräsidenten Dr. Georg Simnacher an der Spitze. Grundlage für den „Sprechenden Sprachatlas“ sind Tondokumente, die an 30 Orten in Bayerisch-Schwaben und im angrenzenden Oberbayern und in Mittelfranken entstanden. Sie wurden von Brigitte Schwarz aufgenommen.

Bei Bürgermeistern erkundigte sie sich, wer den Dialekt gut beherrsche. So kam der Kontakt zu ihren Gesprächspartnern im Alter zwischen 59 und 88 Jahren zustande. Voraus gingen lange wissenschaftliche Vorarbeiten. Bereits 1984 begannen unter dem Augsburger Professor Werner König Arbeiten für den Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben. Bis 2009 wurde er in 14 Bänden veröffentlicht. 2007 erschien mit „Kleiner Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben“ eine kompakte Kurzfassung. Er ist die Basis für den „Sprechenden Sprachatlas“.

Dieser ist im Internet auf der Seite der Bayerischen Staatsbibliothek (www.bayerische-landesbibliothek-online.de/sprachatlas-schwaben) abrufbar. Genutzt werden soll der „Sprechende Sprachatlas“ auch im Schulunterricht. Beim Projekt wirkte der Verein Schwäbisches Literaturschloss eng mit der Uni Augsburg und der Bayerischen Staatsbibliothek zusammen. Die Kosten (rund 30000 Euro) konnten maßgeblich durch Spenden und Sponsorengelder gedeckt werden.

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