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Krumbach

12.02.2020

Indianer, Kaminkehrer und nun Krumbacher Zylinderer

Im Zylinderer-Kostüm fühlt sich Uli Köhler ausgesprochen wohl. Er ist Präsident der Krumbacher Zylinderer.
Bild: Sammlung Köhler

Was der Fasching für Zylinderer-Präsident Uli Köhler bedeutet und wie er zur Krumbacher Gilde kam.

Fasching – er ist für viele über Generationen hinweg ein schlichtweg faszinierendes Lebensgefühl. Für Momente in eine andere Rolle schlüpfen, das Spiel mit der eigenen Identität, all das ist immer wieder reizvoll. Und für so manchen sind die persönlichen Faschingserinnerungen auch mit einem ganz besonderen Kostüm, mit einer außergewöhnlichen Verkleidung, verbunden. „Mein Lieblingsfaschingskostüm“: So haben wir unsere Serie genannt, in der bekannte Menschen aus der Region – insbesondere natürlich große Faschingsfreunde – über ihre besondere Verkleidung berichten. Heute stellt Uli Köhler, Präsident der Krumbacher Zylinderer, sein Lieblingsfaschingskostüm vor.

Die Jahre seiner Kindheit verbrachte Uli Köhler oft im Gasthaus seiner Eltern. Sie bewirtschafteten damals in Bebenhausen ihr Lokal Zum Ochsen. Fasching bedeutete für die Eltern viel Arbeit. „Ich musste schon als Kind mit an der Theke aushelfen, genau wie meine Schwester auch“, erzählte Uli Köhler.

Da war der Fasching für ihn „nicht so toll“. Auch die Kinderbälle fanden im „Ochsen“ statt. „Ich war zwar verkleidet, mal als Indianer, mal als Cowboy oder – ganz schlimm – als meine Mutter mir ein Schornsteinfegerkostüm anzog. Das fand ich grässlich“, erinnert sich Köhler. Lieblingskostüme hatte er damals nicht.

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Das änderte sich alles, als sein Freund „Bones“ Kling ihm im Jahre 2004 den Vorschlag machte, bei den Zylinderern mitzumachen. Die Krumbacher Zylinderer waren und sind eine Faschingsgilde, die nur männliche Mitglieder hat. Es dürfen nie mehr als 40 sein. Ein Platz wurde frei und Uli Köhler wurde mit Freuden 2004 ein Zylinderer. Er liebt das Kostüm der Zylinderer: Ein schwarzer Gehrock, der elegante Zylinder, die Weste und eine rote Schleife machen das Kostüm aus. Zwölf Jahre war er der Schriftführer der Gilde.

Zum Präsidenten gewählt

Vor einiger Zeit wurde er zum Präsidenten der Gilde gewählt, davor war er zwölf Jahre Schriftführer. Darüber ist Uli Köhler sehr froh. Das Zylinderer-Outfit trägt er mit Stolz. Jetzt, nach vielen Jahren, hat er sein Lieblingskostüm gefunden. „Für mich ist es das Einzige, das wahre Kostüm, es gab immer nur mein Zylindererkostüm“, schwärmt Uli Köhler.

Uli Köhler ist am 7. September 1969 in Babenhausen geboren. Er arbeitet als Verkaufsleiter, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt mit der Familie in Krumbach. Zu den Zylinderer-Highlights gehört für ihn die „Karre“-Aufstellung. Der „Karre“ wird zur Erinnerung an ein langjähriges Mitglied der Gilde bei der Firma Leidescher auf einem Dach aufgestellt. Auch das 150-jährige Bestehen der Gilde war ein besonderes Erlebnis für Köhler.

„Aber im Grunde ist jede Aktion oder auch jedes Treffen ein Highlight für mich“, erklärt Köhler. In der Faschingszeit treffen sich alle Mitglieder der Gilde wöchentlich im Gasthaus Diem, ihrem Klubhaus. Der Rosenmontag wird traditionell auf dem Marktplatz gefeiert, darauf freut sich Köhler schon sehr. Anschließend geht es in diverse Gastwirtschaften.

„Wir machen durch bis Dienstagmittag. Eine kleine Gruppe zieht am Faschingsdienstag singend und musizierend durch Krumbach bis nach Niederraunau. Am Mittag oder Nachmittag geht es dann nach Hause“, erzählt Uli Köhler abschließend.

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